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Topic: MOSFET IRF740 - simple Schaltung (Read 6368 times) previous topic - next topic

Hallo!

Ich versuche mich gerade an einer Schaltung mit MOSFETs. Hab mir ein paar IRF740 zugelegt:
http://www.datasheetcatalog.org/datasheet/irf/irf740.pdf

Gleich vorweg: Keine Entscheidung, die nach gründlicher Überlegung und studieren des Datenblatts getroffen wurde, sondern weil ich sie von einem Bekannten bekommen habe.

Irgendwas mach ich aber falsch:
1) Ich nehme einen taufrischen FET, lege an Drain 9v Spannung an (Netzteil)
2) Ich verbinde an Source einen Widerstand 1k, danach eine kleine LED dann das ganze zu Ground (Netzteil)

--> Effekt: Led leuchtet leicht (1. Frage: Warum? hab ja keine Spannung am Gate)

3) Ich lege 3.3 V spannung am Gate an (+ von einem Arduino)

--> Effekt: das Licht leuchtet kurz heller, geht aber dann langsam aus, nimmt man die Spannung vom Gate weg, bleibts trotzdem aus.

Das passt so gar nicht wie ich mir das vorgestellt hätte, dachte es funkt wie bei einem Transistor, d.h. liegt keine Spannung am Gate, sollte kein Strom fließen.

Ich vermute ich hab da etwas Grundlegendes Missverstanden in der Nutzung von MOSFETs, der IRF740 ist völlig unbrauchbar für meine Zwecke, oder ich mache in der Schaltung was falsch.

Ich würd mich über eine Erklärung freuen, bin hier leider völlig selbstgelernt, und Neuling.

Danke!
lg,
Thomas

uwefed

1) Du mußt den N-MOSFET wie einen NPN Transistor schalten:
Source auf Masse, Verbraucher zwischen Drain und + Versorgungsspannung. Damit der MOSFET sicher bei fehlender Spannung am Gate sperrt einen 10kOhm  Widerstand zwischen Gate und Masse. Dann noch einen 150 Ohm widerstand zwischen Gate und Arduino Ausgang. Die Widerstandswerte sind ca Angaben.
2) 3,3V sind zu wenig damit der MOSFET richtig durchschaltet. Damit er voll durchschaltet braucht  es den doppelten VGS(th)-Wert. Mit ein bißchen Glück reichen da 5V.

Im unteren Schaltbild schaltest Du die LED mit Vorwiderstand statt des Magnetventils.


Grüße Uwe

vieledinge


3,3V sind zu wenig damit der MOSFET richtig durchschaltet. Damit er voll durchschaltet braucht  es den doppelten VGS(th)-Wert. Mit ein bißchen Glück reichen da 5V.


Gibts Modelle/Modellserien, die Du aus der Erfahrung heraus da eher empfehlen würdest?

Primär würde mich der Bereich 100V/10A interessieren.

Hallo,

Danke für deine Antwort. Dein Tipp hat geholfen, jetzt klappts wie erwartet. Hatte dazu noch das Problem, dass ich meinen Atmega über FTDI mit strom versorgt habe, aber nur Masse aus dem Netzteil hatte... Mit einer Stromquelle funktioniert jetzt alles.

Bezüglich durchschalten mit 3.3V: Ist ein bisschen ein Problem. Eventuell muss ich gar nicht voll durchschalten, aber das weiss ich noch nicht.

Wenn ich es will, ginge folgendes (?):

- ich hab einen 7805 zur Verfügung, ich stelle den vor meinen ATMEGA (dessen Arduino Variante einen Internen MCP1702-33 vorgestellt hat, also auf 3.3 runterskaliert), dann kann ich mal sichergehen, dass mir mein Arduino von den 12V+ (Netzteil ist sehr ungenau) nicht durchbrennt

- ich nehm dann einen normalen NPN Transistor, Kollektor auf 5V, Basis lege ich auf den PWM ausgang meines Arduino, Emitter lege ich auf Gate vom MOSFET

- damit sollte ich am Ende 5V PWM gesteuert am Gate haben - oder?

Sollte mir den Schaltplan vielleicht vorher genau aufzeichnen...

Geht das?

lg,
Thomas

erni-berni

Der IRF740 hat eine GS-Threshold Spannung von 2-4Volt, um diesen MOS-FET durchzuschalten, solltes du also mindestens das doppelte dieser Spannung am Gate anlegen. Es kann also sein, dass er bei 5V durchschaltet, sicher kannst du dir erst bei 8V sein.
Quote
- ich nehm dann einen normalen NPN Transistor, Kollektor auf 5V, Basis lege ich auf den PWM ausgang meines Arduino, Emitter lege ich auf Gate vom MOSFET
#
So funktioniert das nicht, weil durch den NPN-Transistor kein Strom fließen kann. Schalte den NPN-Transistor folgendermassen:
12Volt über einen Widerstand von 10k an Kollektor, Emitter an Masse, Basis an den PWM Ausgang Arduino. Das Gate des MOS-FET legst du an den Kollektor des NPN Transistors.
Du musst aber berücksichtigen, dass der Logikpegel invertiert wird, also analogWrite(Pin, 255) schaltet ab und analogWrite(Pin, 0) an.

olikraus

Hallo

Mosfets mit einer threshold Spannung von 2-4 Volt habe ich in der Vergangenheit mit einem Optokoppler ganz gut zum schalten bekommen:


Derzeit experimentiere ich mit dem IRF 3708, der eine threshold Spannung von weniger als 2 Volt hat. Der schaltet auch bei 5V Pegeln sehr zuverlässig und man spart sich dann den Optokoppler.

Grüße,
Oliver

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