Das ist ja eine sehr rege Diskussion geworden

Ich versuche mal zusammen zu fassen und hoffe dabei niemandem auf den Schlips zu treten 8-)
1) Vor allem bei Einsteigern ist ein Bedarf vorhanden, zumindest am Anfang auf deutschsprachige Dokumentationen zurück greifen zu
können. Das belegen persönliche Äußerungen in diesem Thread und die vitale Existenz diverser deutschsprachiger Sites.
2) Ob das auch bei fortgeschrittenem Kenntnisstand erforderlich ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die sagen: "Ohne Englischkenntnisse ist auf Dauer kein Weiterkommen, z.B. sind Datenblätter i.d.R. auf Englisch" als auch "die internationale Community soll nicht in Sprachgrüppchen zersplittert werden". Auf der anderen Seite wird gesagt: "Es gibt Menschen im deutschsprachigen Raum, die nicht oder nicht ausreichend Englisch sprechen und dennoch an den Segnungen der Technik teilnehmen wollen". Diese Gruppe wird wohl über kurz oder lang in der Lage sein, englischsprachige Datenblätter zu lesen, die Teilnahme an Diskussionen wird aber wohl nicht oder nur sehr schwer möglich sein. Das die Argumente der jeweils andern "Seite" grundsätzlich falsch sind behauptet niemand.
3) Es gibt bereits auf arduino.cc in Form des playgrounds die Möglichkeit, deutschsprachige Dokumentationen zu erstellen. Dieses wurde bisher aus den unterschiedlichsten Gründen nicht genutzt (Auffindbarkeit, Editiermöglichkeiten, bis jetzt noch keine vernünftige Struktur etc.)
Ich glaube bis hierhin existiert bei allen bisher an der Diskussion Beteiligten Einigkeit.
Bevor ich einige Vorschläge machen, möchte ich darauf hinweisen, dass es bei der ganzen Sprachdiskussion nicht nur um die Fähigkeit geht, technische Dokumente zu lesen, sondern auch um den Austausch und die Bildung einer deutschsprachigen Community. Und da unterscheiden wir uns von z.B. Modellbauern (nichts gegen diese). Neben den technischen Aspekten gibt es auch durchaus gesellschaftliche und künstlerische Aspekte zu berücksichtigen. Wir bewegen uns hier in einem Umfeld, dass mit
DIY und
Open Hardware zu tun hat. Das sind Aspekte, die weiter über technische Gesichtspunkte hinausgehen, ohne das jetzt hier weiter zu vertiefen.
In den USA geht das sogar soweit, dass daraus sehr kraftvolle und phantasiereiche Veranstaltungen hervorgegangen sind, siehe
MAKERFAIRE,
SXSW oder auch
Burning Man, diverse Fernsehshows und podcasts und und und. Wenn wir auch nur ansatzweise in diese Richtung gehen wollen, dann können wir das nur erreichen, wenn wir die Kommunikation darüber in unserer Sprache führen. Diese Diskussion kann nicht global auf Englisch geführt werden, wenigstens solange nicht, bis das Ganze noch nicht europäisch ist.



Als Beispiel für einen erfolgreichen Ansatz, möchte ich die regelmäßigen Treffen des
dorkbot Aachen anführen, die auf eine Initiative in diesem (deutschsprachigen) Forum zurück zu führen sind.
Um evtl. Befürchtungen vorzugreifen: Ich plane hier nicht den gesellschaftlichen Umsturz! ich möchte, dass technische Errungenschaften u.a. besser begreiflich und zu beurteilen sind, Entwicklungen aus der DIY-Szene ihren Weg an die Öffentlichkeit finden und der Umgang mit der Technik einfach mehr Spaß macht.Jetzt zwei Vorschläge zum konkreten Tun:
1) Hier im Forum können unter
Uno Punto Zero Erwartungen an die Zukunft Arduinos niedergeschrieben werden. Ich habe da mal einen Anfang gemacht und ein ansprechenderes Layout für arduino.cc und bessere Editiermöglichkeiten im playground gewünscht.
2) Der playground ist ein Wiki, d.h. es kann solange geändert werden, bis es geeignet erscheint. Wir können zunächst mal mit einer vernünftigen Gliederung anfangen, vielleicht so: Hardware, IDE. Schaltungen, Bezugsquellen, lokale Treffen und Veranstaltungen etc. Wir können uns ja mal anschauen, ob der englische playground da was hergibt.
(Ich bitte, diesen Beitrag wie auch meine vorhergehenden nicht als Angriff auf irgendjemand oder irgendwas zu verstehen!)