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Author Topic: Anfänger plant Projekt "Lichtsteuerung für 50 Kameras", wer bitte hilft?  (Read 4381 times)
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Reedrelais haben wenig Eisen im Eisenkern; Eigentlich nur die beiden Kontakte des Reedkontaktes. Deswegen haben sie einen kleine Induktivität und kleinen Ausschaltimpuls.
Diode ist aber trotzdem notwendig !!!!
Die Diode kommt parallel zu der Spule des Relais, in Sperrichtung gepolt.
Achtung Der Kontakt des Relais kann nur 0,5A schalten und max 100V.
 Grüße Uwe
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Was für eine Diode brauche ich denn? Ich hatte mir zwei mitgeben lassen, die heißen 1N4001, nutzt das was?

0,5 A, 100 Volt sagst Du... Also FALLS ich da drüber liegen sollte - das kommt wohl nur bei älteren Blitzen vor? - nur um nochmal sicher zu gehen, falls das Relais überlastet würde: Die einzige zu erwartende Folge wäre die Zerstörung des Relais? stimmt das? Es brennt eben durch wie eine Sicherung, oder?

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Die 1N4001 kannst du an sich nehmen, du brauchst aber an jeder Spule eine Diode, macht bei 4 Relais also auch insgesamt 4 Dioden. Und wie Uwe schon sagte, parallel zur Spule (also so wie jetzt auch deine LED angeschlossen ist) aber eben in Sperrrichtung, weil die induzierte Spannung der Schaltspannung entgegengerichtet ist. Um es salopp zu sagen: aus + wird -, aus - wird +.

Zeichnungen zum Einbau findest du in den Wikipedia-Artikeln zur Schutzdiode, zum Relais und
zur Schutzbeschaltung.

Wie ein Relais an der zu schaltenden Seite das Zeitliche segnet kann gänzlich verschieden sein, in der Regel glühen die Kontakte. Setzt sich dann dabei das Kunststoffgehäuse in Brand kann das natürlich auch Rückwirkungen auf die schaltende Seite haben. Beispielsweise wenn irgendwelche Befestigungspunkte förmlich wegschmelzen und dadurch die galvanische Trennung zwischen den Seiten aufgehoben wird. Aber das ist tatsächlich ein Worst-Case-Szenario, in der Realität hat man meist mit anderen Problemen zu kämpfen. Eine Erwärmung bzw. das Glühen von Kontakten setzt nämlich ein Mindestmaß an Zeit für den Stromfluss voraus, eine Herdplatte braucht ja auch Zeit zum Aufwärmen. In deinem Fall könnte eher eine hohe zu schaltende Spannung (je nach Blitzgerät) dazu führen, dass zwischen den Schaltkontakten Funken fliegen, die ihrerseits zu eine Kontaktkorrosion führen.
Vielleicht doch nen Optokoppler nutzen? smiley-wink Nein, der Onkel macht nur Spaß...
« Last Edit: April 20, 2011, 05:20:23 pm by sth77 » Logged

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Hallo sth77
Du bist etwas melodramatisch.
Da Reedrelais die Kontakte in einem Glaskörper eingegossen haben passiert wenig.
Die 2 Möglichkeiten sind, daß die Kontakte zusammenkleben, weil die Kontakte zu heiß wurden oder daß die Kontakte nicht mehr sicher schließen, weil das Metall an der Oberflechen rauh geworden ist und oxidiert ist (unwahrscheinlich da die Kontakte nicht in Luft liegen).
Bei einem viel zu hohen Strom kann der Funken, der beim Öffnen entsteht, soviel Metall verdampfen, daß dieses trotz des Abstandes der Elektroden den Stromfluß weiter ermöglicht. Im Endefekt führt das zur Zerstörung der Kontakte.
Viele Grüße Uwe
« Last Edit: April 20, 2011, 05:45:13 pm by uwefed » Logged

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Deshalb habe ich das wirklich als Worst-Case beschrieben, und zwar allgemeingültig für Relais diverser Bauformen, um dann im Speziellen darauf einzugehen, dass dieses Verhalten bei der zugrundeliegenden Anwendung eben nicht zu erwarten ist.
Ich dachte nicht, dass das so bemängelnswert wäre...
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Besser worst case beschrieben als worst case bestaunt...

Ich habe jetzt erstmal unter den Links nachgelesen. Tja, jetzt geht es mir definitiv besser! Schon ein gutes Gefühl, so eine Diode! Leider hatte ich nur zwei, gemischte Gefühle also... Aber geschnackelt habe ich was...

Es funktioniert genau wie vorher, ich habe die Diode jetzt hinter die LED geklemmt, ist das ok. so?

Aber noch eine Frage: die LED ist doch auch schon eine Diode? Die lässt doch Strom auch schon nur in einer Richtung zu, wieso ist die nicht auch schon gleichzeitig Schutzdiode?

Und noch eine Frage: sth77 sagte, es sei (sinngemäß) bäbä, die LED ohne Widerstand zu betreiben. Ich habe den Widerstand ja nur eingesetzt, weil mir meine biologischen Logikschaltreise - die ich übrigens ganz sicher NIE NIE NIE verstehen werde - eingegeben haben, dass ich der LED damit Strom wegnehme und damit das Relais genügend Saft zum schalten habe... Wie sth77 sich angehört hat, sind die Widerstände aber auch ohne Relais nötig... Wieso das?  Sind die auch zu einem Schutz da?



« Last Edit: April 20, 2011, 06:24:36 pm by clockdivider » Logged

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Was das Schalten der 230V angeht: ich würde da über sowas nachdenken: http://www.pearl.de/a-NC5416-5452.shtml?query=steckdosenleiste+usb.

Ach Mist, ich sehe Dein Post jetzt erst, hatte ich iwie überlesen.... Diese Steckdosenleiste kann man folglich mit 5 Volt ansteuern... Elegante Lösung, in der Tat...
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Hier mal (das bisschen) Code, das ich für den Betrieb benutze:

Code:
const int CONST_CHANNEL_BAS = 9;  // first channel of the 4 output is 9
const int CHANNEL_TRIGGER = 2;     // the channel of the pushbutton pin
const int CHANNEL_STATE =  13;      // the channel of the status-LED pin
//const int CONST_WAIT = 2000;        // delay after a HIGH on CHANNEL_TRIGGER
const int CONST_WAIT = 75;        // delay after a HIGH on CHANNEL_TRIGGER

int buttonState = 0;         // variable for reading the pushbutton status
int iChannel = -1;          // variable for switsching thru the 4 output channels

void setup()
{
  // initialize serial communication:
  Serial.begin(9600); 
  pinMode(CHANNEL_TRIGGER, INPUT);     
  digitalWrite(CHANNEL_TRIGGER, HIGH);       // turn on pullup resistors

  for(int iChannel =0;iChannel < 4; iChannel++)
  {
    pinMode(CONST_CHANNEL_BAS+iChannel, OUTPUT);
    digitalWrite(CONST_CHANNEL_BAS + iChannel, LOW);   // set the LED off
  }
}

void loop() {

  buttonState = digitalRead(CHANNEL_TRIGGER);

// if (true) 
  if (buttonState == HIGH  ) 
  {
    digitalWrite(CHANNEL_STATE, HIGH);  // turn on the status led for incoming signal

    iChannel = iChannel + 1; // cycle to the next output channel
    if(iChannel > 3) iChannel = 0; // if last channel reached start at CONST_CHANNEL_BAS again

    digitalWrite(CONST_CHANNEL_BAS + iChannel, HIGH);   // fire on outpu channel
    delay(CONST_WAIT);
    digitalWrite(CONST_CHANNEL_BAS + iChannel, LOW);   // set the LED on
    digitalWrite(CHANNEL_STATE, LOW); 

//    Serial.println(CONST_CHANNEL_BAS + iChannel);
  }
}
[/size]
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LEDs haben gewisse Kenndaten, die man ebenso einem Datenblatt entnehmen kann. Standard-LEDs werden meist mit 20 mA betrieben, je nach Farbe der LED sind das dann 1,8V (rot) bis hin zu 3,2V (blau, weiß). Der Arduino gibt 5V am Ausgang raus. Da leidet selbstverständlich auch die LED drunter. Und auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Es käme wohl niemand auf die Idee, ein Fahrrad-Glühbirnchen an 230V Netzspannung zu betreiben.
Nun haben wir natürlich das Dilemma, dass die vorgegebene Spannung größer ist als die, die wir eigentlich benötigen. Nun machen wir nichts weiter, als den Rest zu verheizen. Eine Reihenschaltung aus Vorwiderstand und LED ist die Lösung. Und in der Reihenschaltung gilt, dass die Gesamtspannung Uges gleich der Summe der Einzelspannungen ULED und UWiderstand. Hierbei gil weiterhin, dass die Stromstärke konstant ist.
Wir können also berechnen, wie groß die Spannung am Vorwiderstand sein muss: UWiderstand=Uges-ULED. Bei einer roten LED (1,8V, 20mA) ergibt sich eben ein Spannungsabfall von 3,2V. Und wie wir alle aus dem Physikunterricht wissen, gilt R=U/I. Damit berechnen wir den Wert des Widerstandes R=3,2/0,020A=160 Ohm. That's it!
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Also nur um sicher zu gehen, dass ich es richtig verstanden habe. Du schreibst: "Bei einer roten LED (1,8V, 20mA) ergibt sich eben ein Spannungsabfall von 3,2V."

Ist das gleich bedeutend mit "Bei einer roten LED (1,8V, 20mA) ergibt sich eben ein durch den Einbau des Widerstandes zu erzielender Spannungsabfall von 3,2V." Habe ich richtig verstanden?

Noch was anderes: Hier im Dorf gibt es einen älteren Herrn, der hin und wieder Fernseher usw. repariert. Da wollte ich Dioden besorgen, aber er hat nur alte Dioden mit den DDR-Typ-Bezeichnungen "SY 330/1", das entspricht laut Umsetzungstabelle der internationalen Bezeichnung "BY 203", die wohl mit 290-480mA belastbar ist. Die kann ich wohl auch benutzen, oder? Sonst muss ich nämlich wieder zu Conrad...

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Nachdem ich so ungeduldig war, habe ich die Dioden nun einfach eingebaut... Funktioniert alles, wie es sein soll...

Ich habe inzwischen sogar mein erstes Benutzer-Interface programmiert... Man kann jetzt einstellen, wie viele Blitze am Karussel angesteuert werden sollen, die Range geht von 1-4...

Ich löte diese Geschichte nun morgen auf eine Platine und werde dann mal einen Realtest in meinem Studio machen...

Hier mein ganzer Stolz! :-D



Wenn das funzt, ist das Projekt als Einstieg in die eigentlich Materie damit dann abgeschlossen... Als nächstes kommt die Ansteuerung des Arrays und der 230 Volt-Lampen...

Frohe Ostern Euch!
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Gratuliere!!
Und ich bin wieder am meckern: smiley-wink smiley-wink
Ich sehe Du hast die Diode in Reihe mit dem LED geschaltet. Die muß sie aber umgekehrt paralell zur Spule des Relais schalten (Anode an Masse und Kathode an +5V). 
Grüße Uwe
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Vielen Dank! Dein Gemecker ist in meinen Ohren wie der zarte Singsang der Blaumeisen im Maiwind zwischen den blühenden Kirschbäumen und das ferne Lachen spielender nackter Jungfrauen, und das ist nicht übertrieben!

Wie jetzt? Ihr hattet geschrieben "auch parallel", das hatte ich so verstanden, dass es in den gesamten Strang mit der LED reingehört. Deshalb hatte ich auch gefragt, ob nicht die LED schon in einer Richtung sperren würde.

Jetzt wo Du es beschreibst erscheint es mir auch logisch(er), die an die Spule zu setzen. Aber so ganz richtig verstehe ich es noch nicht. Wenn das Relais wieder öffnet, dann setzt das durch die Spule evtl. entstandene Magnetfeld einen Induktivstrom frei, der in umgekehrter Richtung flösse... Stimmt das so? Hmmmm... Aber was macht denn die Diode nun genau? Ich meine, die Magnetspule ist doch direkt an Masse und + angeschlossen. Wie also verhindert nun die Diode irgendwas, die hängt doch sozusagen "neben" der Spule?

Ist es denn jetzt so richtig? Vielen herzlichen Dank, wirklich!

Achso, bitte, ich habe hier noch 5 von diesen winzigen Teilchen, erst beim Fotografieren habe ich sehen können, dass das was aufgedruckt ist. Das sind doch auch Dioden, oder? Könnte ich die auch verwenden?


* 20110421__MG_6310.JPG (251.59 KB, 864x576 - viewed 14 times.)

* 20110421__MG_6311.JPG (203.47 KB, 864x576 - viewed 13 times.)
« Last Edit: April 21, 2011, 04:37:01 pm by clockdivider » Logged

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Wenn da 1N4148 draufsteht dann sind das Standart Dioden 100mA und 100V. Wenn man kleine Dioden braucht dann nimmt man die.

Quote
Jetzt wo Du es beschreibst erscheint es mir auch logisch(er), die an die Spule zu setzen. Aber so ganz richtig verstehe ich es noch nicht. Wenn das Relais wieder öffnet, dann setzt das durch die Spule evtl. entstandene Magnetfeld einen Induktivstrom frei, der in umgekehrter Richtung flösse... Stimmt das so? Hmmmm... Aber was macht denn die Diode nun genau?
Wenn der Strom der Spule des Relais unterbrochen wird versucht die Spule den Strom aufrecht zu erhalten und gibt darum einen umgekehrt gepolten Spannungsimpuls ab. (gleiches Verhalten wie ein Kondensator, nur der versucht die Spannung konstant zu halten). Dieser umgekehrt gepolten Spannungsimpuls kann Halbleiter kaputt machen (vor allen Dingen den Treiber-Transistor) Die Diode paralell zur Spule schließt den Spannungimpuls kurz und es kann kein Schaden entstehen.

Quote
Wie jetzt? Ihr hattet geschrieben "auch parallel", das hatte ich so verstanden, dass es in den gesamten Strang mit der LED reingehört. Deshalb hatte ich auch gefragt, ob nicht die LED schon in einer Richtung sperren würde.
Da haben wir uns alle falsch verstanden.

Ja, Jetzt stimmts mit der Diode.
Grüße Uwe

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Vielen Dank! Weil das 230V-Relais leider noch nicht gekommen ist, habe ich nun doch noch weiter am Karussell-Blitzauslöser gearbeitet. Ich habe noch eine Stroboskop-Funktion eingebaut, die Dauer der Blitzintervalle und die Anzahl der Shots lässt sich stuffenlos zwichen 75ms und 1 Sekunde wählen...

Gar nicht sooooo übel für einen Anfänger, oder, oder, oder? Aber naja, ohne Euch wäre das nie was geworden!

Macht es Sinn, wenn ich das ganze per Fritzing grafisch einfasse und den Quellcode hier einstelle? Ich habe keine Ecke gefunden, in denen fertige Projekte mit Schaltplan und Code eingestellt werden!?! Ich würde auch alles ins Englische übersetzen...

Hier jedenfalls ist das Gerät mit intergrierter Strobe-Funktion:
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