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Topic: Erkennung für "Strom fließt" bauen oder fertig kaufen? (Read 225 times) previous topic - next topic

Schneemann

Moin moin,

frisch im Forum angemeldet und gleich mal mit einer wiederkehrenden Frage negativ auffallen ;)

Ich stehe vor dem Wunsch mein Zuhause etwas zu automatisieren und möchte dazu an einigen Stellen im Haushalt wissen, ob Strom fließt oder nicht. Darüber möchte ich z.B. feststellen, ob die Nachttischlampe brennt, die Waschmaschine läuft etc.

Wir sprechen also von 230V und vllt. 2-3A in der Spitze, oft vermutlich 1A oder weniger. Messen von genauen Werten wäre netter Benefit, jedoch gerade es mir primär um "Gerät ist an" oder "Gerät ist aus". Die Information möchte ich per WLAN abfragen.

Das sind so meine Rahmenbedingungen. Mein erster Plan war: Sonoff Pow R2 holen, Tasmota drauf, alles was ich brauche. Derzeit gibt es bei Ali die Pow R2 für ca. 11 Euro aufgrund "WSV".

Dann kam mir die Frage in den Sinn: Bekomme ich das mit einem Nano oder Mini nicht günstiger hin? Und Google belegt.

Inzwischen bin ich auf unterschiedliche Möglichkeiten gestoßen:
- SCT-013-030, welche mit ca. 5-10 Euro jedoch im Vergleich sehr teuer sind
- HLW8012
- ACS712

etc.

All die genannten Lösungen führen mehr oder wenig zum gleichen Ziel. Also schaue ich auf den Preis: Ich spreche von 3-4 Messstellen im ersten Anlauf und ich muss jede Messstelle von Null einkaufen.

Arduino, Kabel, Komponenten, Stromversorgung für den Arduino etc.

Also stelle ich mir die Frage: Lohnt es sich wirtschaftlich überhaupt? Ein gewisses Gehäuse muss ich auch noch irgendwie haben, da ich die Elektronik nicht frei im Raum rumfliegen haben möchte.

Überschlage ich die Dinge im Kopf, dann würde ich nun mit "nein" antworten, außer ich will unbedingt basteln und probieren. Bevor ich jedoch zur fertigen Lösung greife, wollte ich doch noch einmal sicher gehen und hier nachfragen.

Nicht das ich doch eine schnelle, effiziente und günstige Methode übersehen habe.

Daher bin ich für Feedback dankbar!

uwefed

Bei HLW8012 und ACS712 mußt Du den Strom durch das IC durchfleißen lassen. Das heißt Du mußt den Stromkreis unterbrechen und die Platinen mit diesen 2 ICs müssen isoliert montiert werden da auf ihnen die 230V AC vorhanden sind.

Nimm die SCT-013-030. Die schließt Du um eine Ader des Kabels und Du hast alles von den 230V isoliert.

Grüße Uwe

Whandall

Und WLAN haben Arduinos nur in nicht günstigen Modellen.

Wenn es Hard- und Software schon gibt und das noch günstiger ist, warum sollte man es dann nicht nehmen?
Ah, this is obviously some strange usage of the word 'safe' that I wasn't previously aware of. (D.Adams)

#3
Jan 17, 2019, 10:44 pm Last Edit: Jan 17, 2019, 10:45 pm by SolarGermany
Nimm die SCT-013-030. Die schließt Du um eine Ader des Kabels und Du hast alles von den 230V isoliert.

Grüße Uwe
Danke für die Artikelnummer! ;) Hat jemand mit den Chinaclones Erfahrungen!?

SG

uwefed

Danke für die Artikelnummer! ;) Hat jemand mit den Chinaclones Erfahrungen!?

SG

Jetzt verstehe ich Deine ironische Antwort nicht. Ich habe nur den TO zitiert.

#5
Jan 17, 2019, 11:19 pm Last Edit: Jan 17, 2019, 11:25 pm by SolarGermany
Jetzt verstehe ich Deine ironische Antwort nicht. Ich habe nu den TO zitiert.
Das war tatsächlich null Ironie! Hatte letztens nur kurz den Smartpi im Auge, der durch den Brand bei der Schnellsuche bei ~10€ lag... Die Artikelnummer brachte da sofort andere Treffer... ;)

EDIT: Gibt halt immer so viele Dinge die man gar nicht sucht, aber sie ohne es vorher zu erahnen dann doch umbedingt braucht. ;)

Also ein ernst gemeintes Danke

SG

Schneemann

Danke für eure Antworten.

Bei HLW8012 und ACS712 mußt Du den Strom durch das IC durchfleißen lassen. Das heißt Du mußt den Stromkreis unterbrechen und die Platinen mit diesen 2 ICs müssen isoliert montiert werden da auf ihnen die 230V AC vorhanden sind.
Das ist korrekt. Wäre von meiner Seite auch die unliebste Variante, da ich aktiv in den Stromkreislauf eingreifen müsste.

Nimm die SCT-013-030. Die schließt Du um eine Ader des Kabels und Du hast alles von den 230V isoliert.
Grundsätzlich jedoch auch die teuerste Lösung. Da schiele ich schon fast eher zum Sonoff, als fertige Out-of-the-Box Lösung


Wenn es Hard- und Software schon gibt und das noch günstiger ist, warum sollte man es dann nicht nehmen?
Der Gedanke kam daher, da ich oft über Sonoff, neben all den guten Meinungen von "Amateuren", mal eher (dem Anschein nach) informierte Personen lese, welche Sonoff sehr abgeneigt gegenüber stehen.

chefin

Wer nicht in den Stromkreislauf eingreifen will, aber trotzdem Strom messen, sollte sich mal mit Messwandlerspulen beschäftigen.

Das ist quasi ein Trafo der primär eine Windung hat (der Draht der durchs Loch gesteckt wird und 230V führt) und sekundär eine Anzahl an Windungen. Man muss allerdings das Datenblatt genau beachten. Und NIE NIE NIE ohne Widerstand an Sekundär betreiben. Bei offenen Enden würde jeder Strom der bei der 230V Leitung fliest versuchen einen Strom in der Sekündärseite zu treiben. Da die Enden offen sind, erhöht sich die Spannung bis zum Isolationsüberschlag, also einige Tausend Volt (Weidezaun ähnlich).

Man lötet daher einen Widerstand direkt an die Enden und führt diese weiter. Der Widerstand steht im Datenblatt des Wandlers, er erzeugt eine Niederspannung über den Stromfluss. Sagen wir mal ein 50A/10mA Wandler soll mit 100Ohm abgeschlossen werden. Dann entsteht am Widerstand gemäss 100 Ohm*0,01A eine Spannung von 1V. 50A entsprechen also 1V. Ziemlich linear, je nach Kernmaterial, innerhalb bestimmter Bereiche...immer das Datenblatt heran ziehen. Bei kleinen Strömen kanns sehr unlinear werden.

So vermeidet man das man die 230V irgendwo angreifen muss. Fertig kalibrierte Wandler sind aber sehr teuer. Nakte Messpulen nicht. Dafür sind die sehr ungenau, weil das Grundmaterial hohe Toleranzen hat. +-10% sind mindestens zu kalkulieren, meist sogar mehr. Aber wenn man einen Messpunkt ermittelt, weis man die Abweichung und kann sich den rest mit einem Korrekturfaktor berechnen. Den ob nun 1V oder 1,2V den 50A entsprechen ist egal, solange es sich linear ändert. Ich muss bei 1V mit 50 Multiplizieren, bei 1,2V eben nur 41,6. Für den Hausgebrauch locker ausreichend. Solche Messspulen bekommt man auch schon so kompackt das sie in Schalterdosen passen zb um die Lichtleitung zu messen.

Vorsicht, es ist eine AC-Spannung mit negativem Anteil. Diode und Kondensator benutzen zum glätten und Gleichrichten vor dem messen.

Meiner Meinung nach die beste Lösung um Strom zu messen ohne in die 230V einzugreifen. Die können praktisch nicht zur Schaltung durchschlagen. Ausser man vernachlässigt die Isolation in der Schalterdose komplett.

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