Dennoch fände ich sinnvoll, wenn man im Tutorial darauf hinweist, daß der Gesamtstrom (bei Dauerlast) auf 70 mA begrenzt sein sollte.
Seh' ich auch so.
Wie sieht es eigentlich in der Praxis aus, wenn 50% mehr Strom fließt?
Ist dann eine deutlich erhöhte Gefahr, daß die IC kaputt geht oder hat der in der Regel genug Spielraum nach oben?
Die Hersteller geben die Grenzwerte sicherlich nicht ohne Grund an. Und über längere Zeit wird die Überlastung Einfluss auf die Zuverlässigkeit haben. Und wenn ich wüsste, das im Bordcomputer meines Autos oder eines Flugzeugs eine Schaltung so dimensioniert wäre, würde ich mir überlegen, ob ich einsteigen würde.

. Ich persönlich gehe aber davon aus, dass das IC eine die 50% Überlastung "erst einmal" gut übersteht. Die 32 Cent, die mein 74HC595 gekostet hat, würde ich schon riskieren.
Wäre es bei höherem Stromfluß sinnvoll, einen kleinen Kühlkörper aufzubringen? ... (Anderseits erzeugt der ja mit 0,5 ..0,75 Watt garnicht so viel Wärme.)
Ich denke nein. Die Problematik dürfte sicher darin bestehen, dass die Begrenzung des zulässigen Stroms eine lokale Überhitzung auf dem Chip im Bereich des Vcc bzw. GND vermeiden soll. Dort können die Leiterbahnen innerhalb des Halbleitermaterials nicht beliebig breit gemacht werden, was dann zu einer hohen
lokalen Stromdichte führt. Und dagegen dürfte der Kühlkörper rein garnix helfen.
Außerdem sollte man beachten, dass die 0,75 Watt Verlustleistung , die hier herumgeistern, nur der Maximalwert ist, den man dem Chip zumuten darf, damit er nicht "leidet" und nicht ein Wert, der zwangsläufig anfällt.
Angenommen, wir betreiben die Ausgänge mit Überlast von 8 * 20mA = 160 mA und 5 Volt Versorgungsspannung, dann haben wir trotzdem keine 0,8 Watt Verlustleistung, die in Wärme umgesetzt wird, sondern die Verlustleistung ergibt sich aus der Stromstärke und dem
Spannungsabfall an den durchgeschalteten Ausgangstransistoren (ich denke wenige hundert mV).