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Topic: Photobeschichtete Platinen mit Laser belichten. (Read 5832 times) previous topic - next topic

uwefed

Hallo an alle.

ChirsS hat im Tread "Platinen selber herstellen" erzählt, daß er Platinen mit einem Laser belichtet.
Ich möchte hier eien Diskussion anfangen um dies Nachbauen zu können.

Danke Uwe

ChrisS

#1
Jul 20, 2011, 12:33 pm Last Edit: Jul 20, 2011, 01:43 pm by ChrisS Reason: 1
Hallo Uwe, ich fühle mich geehrt....

Tja was habe ich gemacht.... bzw. wie kann man das ganze machen... es ist zunächst wirklich einfach.

Vorweg möchte ich noch sagen: Laserschutzbrille ist Pflicht, ohne wenn und aber.

1. ist die erforderliche Laserleistung gefährlich fürs Auge,
und zwar wirklich. Da gibts böse Berichte von Menschen die den Rest Ihres Lebens mit nem Schwarzen Fleck im Sichtfeld rumlaufen müssen,
und niemand kann es reparieren.

2. reflektiert Kupfer. Die Oberfläche ist nicht immer Plan, daher kann Laserlicht gestreut werden, und das sind dann genausogefährliche Querschläger.

3. Man will nie das etwas passiert, aber wenns passiert ist guckt man ziemlich bedrückt...


So, also... man braucht zunächst nur nach dem Begriff "Laserplotter" zu suchen.

Ob nun bei Google oder Youtube... die Idee ist nicht ganz neu.


Ich für meinen Teil, habe mir beim 123 E Kleinanzeigen einfach einen Flachbettplotter gekauft
...80€... nettes Teil....und zwar einen Sekonic SPL-455.

Nun kann man den Stifthalter zum halten von Lasermodulen nehmen.
Hier werden die Axis Module bzw. Gehäuse oft verwendet, und sie passen ganz genau...
(Achtung Später mehr).

Ein Flachbettplotter (also ein Stiftplotter) hebt und senkt den Stift in der Regel über eine Spule.

Die Hebemechanik habe ich außer gefecht gesetzt (einfach den "Hebe"-Stab fixiert).
dann habe ich über einen Widerstand und einen Optokoppler mir von genau dieser Spule die Stift hoch/runter Impulse abgenommen und zum Adruino geführt.

Dieser Wiederum steuert ebenfalls einen Optokoppler an, um den Laser an und aus zu schalten. Das ist unproblematisch, da Laserrmodule einen eigenen Treiber mitbringen, der z.B. Spannungsspitzen eleminiert. Später habe ich mir zwischen Stromquelle und Laser"Optokopler") noch ein Poti eingesetzt, um die Leistung ein wenig regeln zu können.

Was nun also passiert.... würde ich den Schaltplan plotten, würde ein Stift immer dort aufs Papier drücken, wo eine Leiterbahn ist....
ich nutze hier die Exporteinstellungen für Isolationsfräsen. dort bleiben die Leiterbahnen ja stehen und werden also quasi freigestellt.

Das ganze ist sehr einfach. Die meisten Plotter sind HPGL kompatibel, was eine simple beschreibungssprache ist.
Viele Programme können HPGL exportieren.

Tjo,... die Probleme....

1. Bei meinem Sekonic Plotter ist es so, das er sobald er eine kurve fährt langsamer wird. Der Takt gibt die Geschwindikeit vor, und um eine schräge zu fahren, wird 1schritt links und 1 schritt vor gemacht... das heißt er bleibt fast doppelt so lange auf fast genau einer Stelle als wenn er eine gerade linie in eine einzige Richtung fahren würde.
Das Ergebnis ist, das alles was nicht horizontal oder vertikal ist, marginal dicker "ausgefräst" wird was z.B. bei diagonalen SMD Bauteilen problematisch werden kann.

2. Fokussieren des Lasers... da braucht man wirklich Geduld. Ich habe für mich festgestellt, daß sich der Laser bzw. dessen Linse ungefähr 2cm über der Platine  befinden sollte um optimal zu fokussieren.

Ich sage das, weil dort kein Halter ist, man benötigt also eine gefertigte Aufnahme... ich habe die Billigvariante genommen und einen Originalstift gekillt um oben den Laser anzubringen.

Schafft man das passiert etwas cooles aber stinkendes... man brennt die Photoschicht komplett weg... zumindest mit meinem Laser... das Ätzen geht dann wirklich gut.... nachteil, es stinkt, und man braucht ein entsprechend starkes modul.

Tjo, wenn es die Zeit erlaubt, kann ich noch ein wenig Bildmaterial oder ein Video hochladen....

Kommt aber ziemlich überraschend.... dauert also einen Moment... bin auf Arbeit... :)

Lieber Gruß
ChrisS

http://www.youtube.com/watch?v=iznitnLWVSs

1. hier sieht man ziemlich deutlich die beiden Kabel die ich zum abgreifen an der Spule verwendet habe.
Sie liefern das Hoch runter Signal des Stift-Kopfes.

http://www.youtube.com/watch?v=l8FuA1qWur0

Ich bitte die Schriftzüge zu entschuldigen... war nie für die Öffentlichkeit gedacht.... und ist das einzige Videomaterial was ich davon habe... hatte damals überlegt meine Projekte videomäßig zu dokumentieren.

Zum Video also:
Hier dann mit provisorisch montiertem Optokoppler und Strecke zum Arduino und zurück....und billig Lasermodul rot... für die "ich weiß noch nicht obs abbrutzelt Testläufe". Der Kopf wurde später fixiert, und ein anderer Laser eingesetzt.

Ich muß zugeben inzwischen habe ich auf den Arduino verzichtet, und den Output der Stiftspule direkt auf Laser An und Aus gelegt,
da hängt also nurnoch die Strom-Versorgung die Optokoppler, Widerstände und das Poi am StiftKopf. Alles was da an gebamsel dranhängt ist in einem kleinen Gehäuse an den Kopf geklebt.



Ich beantworte gern alle Fragen....

Als Resultat für mich kann ich sagen... man wird in eingschlägigen Foren in der Regel belächelt,... man nimmt Film, oder Laserdrucker und Reicheltpapier...

Wenn man das Resultat zeigt, werden die meist etwas lauten etwas leiser...

1. Ich kann innerhalb von 2 Minuten eine Platine perfekt belichten mit einer absoluten schärfe... zumindest für den Heimgebrauch.

2. Da der Photolack im Optimalfall komplett zerstört wird und nicht nur belichtet, ist der unbelichtete Teil optimal geschützt, der "belichtete" sehr gut ätzbar.

3. ich kann die Laserleistung regeln, und so auch belichten und nicht nur wegbrennen.

4. ich brauche keine weiteren Arbeitsschritte oder Materialen. Also Folie, Toner, Kataloge, Wasserbäder, Rubbelaktionen usw.

Daraum ging es mir, schnell und einfach ohne den ganzen kladeradatsch. Ich bin ungeduldig, und diese Variante ist vielleicht nicht die beste,
aber um mal schnell was zu machen, garantiert die schnellste.


Sturmfabrik - mediale Dienstleistungen
www.sturmfabrik.de

uwefed

Also belichtest und entwickelst Du den Lack gar nicht sondern brennst ihn weg.
Mich würde auch noch interessieren welchen Laser bzw die Bezugsquelle Du verwendest.
Viele Grüße Uwe

ChrisS

Kann man beides... je nach Laser.... ich entwickele trotzdem immer um die Reste anzulösen...
Laserpower reicht jedenfalls x-fach...

Die Bezugsquelle schicke ich Dir per PN. Hier gibts genug übermütige Kiddies,
und ich will nicht schuld sein wenn was beim spielen passiert.

Hier wurde gestern die "Leuchtgurke" gepostet... ich finde sowas verantwortungslos.

Laser dieser Leistungsklasse sind kein Spielzeug...

Lieber Gruß
ChrisS



Sturmfabrik - mediale Dienstleistungen
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ChrisS


Achso, was mir noch einfällt....

Das Isolationsbelichten schont natürlich auch die Kasse, weil nur belichtete Außenbahnen weggeäzt werden. Das schon das ÄtzbadBad,
und man hat reichlich Masseflächen ;)

Lieber Gruß
ChrisS
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spaceball

Hallo,

ist zwar unter diesem Threat-Titel widersinnig (sorry), paßt aber zu Plotter & Co!
Gibt es nicht vielleicht ätzresistente Schreibstifte, die man zum Herstellen der Schutzschicht im Plotter verwenden könnte?
Oder Permanent-Stifte, mit denen man eine Belichtungs-Schutzschicht aufbringt?

Gruß Reinhard

uwefed

Die meisten wasserfesten Filzstifte sind ätzfest, aber das Ergebnis ist nicht berauschend, weil oft der Filzstift nicht richtig deckt.
Für eine Belichtungsvorlage genügt eine durchsichtige Folie für Laserdrucker und ein Laserdrucker.
Grüße Uwe

ChrisS

#7
Jul 20, 2011, 06:15 pm Last Edit: Jul 20, 2011, 06:21 pm by ChrisS Reason: 1
Es gibt auch verhältnismäßig gute Ansätze direkt auf Platinen zu drucken... Tintenstrahl....
aber ist hier halt etwas offtopic.

Lieber Gruß
Chris

PS: Mein Vorgänger... Vorbesitzer des Plotters hat das so gemacht... mit Ed*ing ätzen....war aber selbst nicht soooo überzeugt davon.

Was ich dann interessanter fände wäre einen Stift mit Silberleitlack zu befüllen ;)
oder einfach mal schauen ob man sowas einspannen kann:
http://www.google.de/search?um=1&hl=de&q=conductive+pen&btnG=Bilder+suchen&tbm=isch
Sturmfabrik - mediale Dienstleistungen
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uwefed

Der Silberleitlack hat einen stolzen Preis.
Grüße Uwe

Robdeflop

Hi

Gefällt mir sehr :)
Hab noch 2 LD`s rumliegen. 405 nm (hat 150 - 250 mW) und einen mit 445 nm (1W, aus nem Casio Beamer).

Mir fehlt im moment nur noch nen Aixis modul. LM317 sollte den mit 1W auch schaffen oder? Dann wäre der Lasertreiber auch vorhanden.

Möglich wäre ja auch mit einem Stichel/Kleiner fräser via kleinem Motor auf dem Plotter-Kopf die Platinen zu gravieren?
Habe schon mehrmals kleine Platinen mit einer CNC-Tischfräse von nem Kumpel hergestellt. Habe Alpuna Stichel mit einem Spitzen-Winkel von 15 und 30° gewerkelt.
Aufwand war mir aber zu groß, habe noch keine Lösung gefunden ein Platinen-Layout in ein Dateiformat umzuwandeln, welches das Fräsprogramm unterstützt. (Ich glaube mein Kumpel benutzt QCad) Deswegen musste ich mir die Platine mühsam (mit viel hilfe, bin noch unerfahrung was CAD angeht) zusammenbasteln.

Wenn meine CNC-Portalfräse (eigenbau, werde berichten) fertig ist, starte ich damit mal paar versuche :) Halte aber trotzdem Ausschau nach nem Plotter, hab bei Eba* schon was gefunden, allerdings ist das Teil 12 Jahre alt (was nicht unbedingt schlecht sein muss) und nur Selbstabholung (Zu weit weg).

MFG, Robdeflop®

ChrisS

#10
Jul 21, 2011, 09:06 am Last Edit: Jul 21, 2011, 09:16 am by ChrisS Reason: 1
Na, also mit dem fräsen halte ich erstmal (bevor mir jemand anderes beweist) für schlecht umsetzbar.

Zwar ist ein Tischplotter nichts anderes als eine Riemengetriebene xy-Achse mit Tastkopf (z)... aber die Kraft die dort angewandt wird....
um nen Filzstift hochzuheben bzw. zu senken oder durch die gegend zu fahren ist doch eher gering.

2tes Problem ist, daß Du zumindest mit Bordmitteln die Verfahrgeschwindigkeit nicht regulieren kannst. Die Geschwindigkeit ist zu mindest
bei Standardplottern erheblich zu hoch.

Ich weiß aber, daß es Leute auch schon gemacht haben, den Takt analog zu regulieren über einen externen regelbaren Taktgeber, also quasi das interne Quarz umschifft  haben.

Ganz ehrlich, wenn ich ne Platine Gravieren will, und kosten von ca. 100€ in betracht ziehe, dann hole ich mir nen Proxxon Kreuztisch, der kostet auch irgendwas um 100,- und
dann ist man erheblich amtlicher unterwegs als mit einem Plotter und gebasteltem Microfräser....

http://www.google.de/products/catalog?q=Proxxon+Kreuztisch&hl=de&safe=off&cid=16493170013587527366&os=sellers#p

Man achte auf die Versandkosten bei xxxxxxxxx ;).... nur 1184,- Euro ;) ....

Da hat man dann eine "semiprofessionelle" Grundlage... Schrittmotoren anflanschen sofern man kann. Und die Z-Asche im Eigenbau...

Was den Export angeht.... ich bin mit Target ganz zufrieden.... Stichwort ist bei fast allen Programmen "Isolationsfäsen".

Die Plotter arbeiten häufig über die Sprache HPGL... Fräsen sofern ich richtig liege häufig über g-code.

Mach3 bzw. Lazycam kann eine ganze Menge konvertieren... auch von hpgl nach g-code z.B.


Lieber Gruß
ChrisS
Sturmfabrik - mediale Dienstleistungen
www.sturmfabrik.de

Robdeflop

Hi

Jo stimmt, da kannst du recht haben^^
Wenn meine CNC fertig is werde ich dann wohl auch nen Laser dranklatschen. Könnte nur etwas langsam werden, jenachdem wie viel mein Geldbeutel für die Schrittmotoren her gibt.

Danke, werde mir Mach3 und Lazycam mal anschauen :)

MFG, Robdeflop®

DrFlopp

Hallo Leute,
ein interessantes Projekt. Ich habe mir einen 3D-Drucker gebaut (RepRap) mit so einem Gerät haben auch schon viele Leute versucht eigene Platinen zu fertigen. (Die Steuerung beruht auch auf einem Arduino.) Den Ansatz mit dem Silberleitlack finde ich super spannend, es gibt diese Drucker nämlich auch auf Basis von flüssigen Kunststoffen, die müssten den Silberleitlack diereckt verarbeitem können. dann könnte man eigentlich jedes beliebige Trägermaterial damit bemalen können, und schon fast in Richtung MID-Technik kommen.
Viele Grüße
DrFlopp


ChrisS


Hihi, und da es den Conductive Pen auch als Flexvariante gibt, ist der Arduino bald auf Folie zu finden ;) ....*träum*..... ^^
Sturmfabrik - mediale Dienstleistungen
www.sturmfabrik.de

squaremeter

Währe noch durchaus Hilfreich wenn man zumindest erwähnen würde wie stark denn das Lasermodul jetzt ist!
Drüber zu reden das es Gefährlich ist(das sind eigendlich alle) und ein Geheimnis daraus machen woher es kommt, ok.
Aber für einen Nachbau bräuchte man wenigstens einen Schätzwert  :).

LG M²

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