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Topic: Durchflussmesser-Erfahrungen... (Read 1 time) previous topic - next topic

Joghurt

Für den Fall dass jemand mal über das gleiche Problem stolpert:

Heute habe ich den ersten Praxistest mit dem Durchflussmesser "FCH-m-POM-LC 6mm" vom Großen C für mein BikeComp-Projekt durchgeführt, diesmal mit ins Motorrad eingebautem Durchflussmesser und im Stand laufendem Motor.
(Ich weiß nicht ob die Pumpe bei meinem Motorrad schubweise stark oder gleichbleibend leicht fördert, daher hab ich die Reduzierdüse aus dem Durchflussmesser gezogen um einen größeren Messbereich abdecken zu können.)

Zuerst hab ich den Arduino angeworfen (noch über ein USB-Netzteil an der 230V-Steckdose in der Garage), die entsprechende Diagnoseseite im Menü aufgerufen, das Motorrad gestartet, die Anzeige überwacht und in Ermangelung eines Speichermediums mit dem Fotohandy protokolliert.


Die ersten paar Sekunden sahen soweit ungefähr aus wie erwartet, zuerst kam ein kurzer Peak in dem die Benzinpumpe den Druck in den Schwimmerkammern aufgebaut hat und anschließend ein gleichbleibender schwacher Durchfluss, mit dem der Druck aufrechterhalten wurde, der zwar etwas über dem erwarteten Wert aber noch im akzeptablem Rahmen lag:



Dann gings plötzlich los, riesen Anstieg in der Förderleistung, WEIT über das erwartete Maß hinaus:



Das Ganze ging so weit rauf bis der Durchflussmesser krasse 54 Impulse pro Sekunde vermeldete, was einer theoretischen Förderleistung von ungefähr 77 Liter pro Stunde entspräche, entgegen der berechneten 4,4 Liter pro Stunde:



Außerdem fing das Bike an stärker in der Drehzahl nachzulassen und begann zu rauchen.

Reaktion: PANIK!!!


Daraufhin hab ich mich mit der Taschenlampe bewaffnet schleunigst unters Bike geworfen und nach Flüssigkeit gesucht, Lecks, vergessene Schläuche, irgendwas. Hab aber nix gefunden. :(

Also erstmal alles ausgemacht, abgebaut, in mein Arbeitszimmer verzogen und alles nochmal überprüft.

Hatte dann die Erleuchtung: Bei meiner letzten Fahrt war ich zum Schluß schon auf Reserve unterwegs (das ist beim Motorrad eine spezielle Stellung des Benzinhahns, die Zugang zu nochmal etwa vier zusätzlichen Litern erlaubt), beim Abbau des Tanks zum Einbau des Durchflussmessers hatte ich den Benzinhahn auf "Off" gestellt und nach dem Wiederzusammenbau auf das normale "On", wodurch kein Benzin mehr verfügbar war.

Dadurch konnte die Pumpe nichts wirklich fördern sondern statt dessen nur noch etwas Benzin im Durchflussmesser hin und her bewegen, was wohl den Messpropeller über dem Abnehmer nur hin und her bewegt hat, was dann zu der krassen Sensormeldung geführt hat.


Zusammenfassend muss also bei der Benutzung eines digitalen Durchflussmessers an einer Pumpe auf jeden Fall bedacht werden, dass ein leerer Tank nicht automatisch eine gemeldete Fördermenge von "0" bedingt, sondern dass auch völlig abwegige Ergebnisse in die andere Richtung möglich sind!

Das Rauchen kam übrigens von etwas Öl auf dem Krümmer.

uwefed

Eine blöde Frage:
Hat die Benzinpumpe nicht die Eigenheit zuviel Kraftstoff zu fördern und der Vergaser die Eigenheit den überschüssigen Kraftstoff in den Tank zurückzuführen?
Grüße Uwe

Joghurt


Hat die Benzinpumpe nicht die Eigenheit zuviel Kraftstoff zu fördern und der Vergaser die Eigenheit den überschüssigen Kraftstoff in den Tank zurückzuführen?

Das Nachfolgemodell ZZR 1100 hat sowas, meine ZX-10 allerdings noch nicht. ;)

uwefed

Wie wird denn dann gewährleistet, daß immer genügend Kraftstoff im Vergaser ist?
Grüße Uwe

Joghurt

#4
Aug 04, 2011, 11:00 pm Last Edit: Aug 04, 2011, 11:03 pm by Joghurt Reason: 1
Über den Druck im Bereich zwischen der Pumpe und den Schwimmerkammern.

Die Benzinpumpe hat einen eingebauten Druckschalter der sie ausschaltet wenn im Auslaßbereich ein Druck zwischen 11 und 16 kPa erreicht ist, und vorher nicht.

uwefed

Danke für die Infos.
Viele Grüße Uwe

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