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Topic: Frage: Resonator/Quarz (Read 5164 times) previous topic - next topic

sschultewolter

Jun 25, 2014, 07:05 pm Last Edit: Jun 25, 2014, 07:11 pm by sschultewolter Reason: 1
Hallo,

ich experimentiere gerade ein bisschen mit den Attiny84. Nun stellen sich 2 Fragen.

Zum einen ist es soweit ich das richtig sehe bekannt, dass ein Resonator eine höhere Abweichung vom Sollwert hat. Dieser soll bei den Murata Keramik Resonatoren bei 0,5% liegen. Quarze hingegen sind da 5mal genauer (100ppm). Laut einem Artikel von Mikrokontroller reicht gegenüber dem internen Quarz des Attiny84 bereits ein Resonator aus, um sauber mit der UART Schnittstelle zu arbeiten. Eingesetzt soll der Attiny hauptsächlich mit Led Strips (WS2812B). Sind diese ICs dann bereits empfindlicher als die UART Schnittstelle?

Die 2 Frage befasst sich um den Aufbau. Ich möchte den Attiny möglichst minimal bestücken. Derzeit steht mein Layout soweit noch, dass ich den ISP herausführe. Jedoch kann es sein, dass ich diesen komplett rauslasse und den Attiny auf einem Adapter programmiere. Spart Platz. Als externe Beschaltung ist somit nur noch ein 0,1µF Keramik Kondensator zwischen VCC und GND geplant. Ist dieser hier sinnvoll, oder kann er auch problemlos rausgelassen werden? Der Kondensator wird auf der Rückseite einfach direkt zwischen VCC und GND angelötet. Zu guter letzt stellt sich hier dann die Frage, Resonator (3Pin, XTAL1, GND, XTAL2) oder einen Quarz (2Pin, XTAL1, XTAL2) einzustezen. Das "Problem" ist, dass dieser dann noch 2 Keramikkondensatoren (22pF) braucht. Gibt es solche Quarze als DIP auch bereits mit integrierten Kondensatoren?

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Klaus_ww

Den 100nF für die Versorgungsspannung bau in jedem Fall ein.
Beim Oszillator würde ich Quarz + 2 Kondensatoren nehmen, läßt sich ja auch prima auf der Platinenunterseite verlöten. Braucht also keinen richtigen Platz.
Es gibt auch fertige Quarz-Oszillatoren, welche die kleinste Gehäusegröße ist weiß ich nicht (findest Du aber sicher raus), aber kleiner als ein Quarz + die 2 pF-Cs sind die vermutlich auch nicht.
Freizeit-Programmierer mit moderatem Ehrgeiz besseren Code zu schreiben.

uwefed


Hallo,

ich experimentiere gerade ein bisschen mit den Attiny84. Nun stellen sich 2 Fragen.

Zum einen ist es soweit ich das richtig sehe bekannt, dass ein Resonator eine höhere Abweichung vom Sollwert hat. Dieser soll bei den Murata Keramik Resonatoren bei 0,5% liegen. Quarze hingegen sind da 5mal genauer (100ppm).

Das ist 50 mal genauer. 0,5% sind 5000ppm.

Quote

Laut einem Artikel von Mikrokontroller reicht gegenüber dem internen Quarz des Attiny84 bereits ein Resonator aus, um sauber mit der UART Schnittstelle zu arbeiten. Eingesetzt soll der Attiny hauptsächlich mit Led Strips (WS2812B). Sind diese ICs dann bereits empfindlicher als die UART Schnittstelle?

Die Microcontroller haben KEINEN internen Quarz sondern einen RC Oszillator. Der ist wegen der Streuung von R noch ungenauer als ein Resonator. Das Datenblatt gibt 10% Fehler bei 3V und 25°C. Mit der Temperatur und Versorgungsspannung wird er noch ungenauer. Durch Kalibrierung mittels eines Registers kann er auf 1% im ganzen zulässigen Temperatur und Spannungsbereich verbessert werden. Siehe Seite 176 von http://www.atmel.com/Images/doc8006.pdf

Quote

Die 2 Frage befasst sich um den Aufbau. Ich möchte den Attiny möglichst minimal bestücken. Derzeit steht mein Layout soweit noch, dass ich den ISP herausführe. Jedoch kann es sein, dass ich diesen komplett rauslasse und den Attiny auf einem Adapter programmiere. Spart Platz. Als externe Beschaltung ist somit nur noch ein 0,1µF Keramik Kondensator zwischen VCC und GND geplant. Ist dieser hier sinnvoll, oder kann er auch problemlos rausgelassen werden? Der Kondensator wird auf der Rückseite einfach direkt zwischen VCC und GND angelötet. Zu guter letzt stellt sich hier dann die Frage, Resonator (3Pin, XTAL1, GND, XTAL2) oder einen Quarz (2Pin, XTAL1, XTAL2) einzustezen. Das "Problem" ist, dass dieser dann noch 2 Keramikkondensatoren (22pF) braucht. Gibt es solche Quarze als DIP auch bereits mit integrierten Kondensatoren?


Nein. Die Quarze gibt es nicht mit integrierten Kondensatoren.

Grüße Uwe

sschultewolter

Hallo Uwe,

stimmt, da habe ich mich mit den ^-Faktoren um eine Stelle vertan.

Das man den internen RC Ozcilator "kalibrieren" kann auf etwa 1% finde ich gut. Ich werde mal schaun, ob ich sowas hinbekomme. Das wäre ja dann nicht mal schlecht.

Ich habe mich mal an Klaus seinen Vorschlag orientiert und nach entsprechenden Oszilatoren gesucht. Gefunden habe ich nicht viel. Die ersten Exemplare lagen teilweise bei 3€/Stk, was im Vergleich zum Attiny doch sehr teuer ist.

Nun habe ich nicht weiter geschaut, erst nach deiner Antwort und ich bin vielleicht fündig geworden.

http://www.reichelt.de/Oszillatoren/OSZI-16-000000/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=13686&GROUPID=3174&artnr=OSZI+16%2C000000

Der Preis ist zwar nicht so günstig wie meine Resonatoren oder die Quarze, aber es wäre ein Bauteil, was vom Platz mehr braucht als der Resonator, aber max. so groß ist wie der vom Quarz + pf-Kondensatoren. Die Abweichung beträgt +-100ppm. Jedoch weiß ich nicht 100%, wie ich den richtig anschließen soll.

https://cdn-reichelt.de/documents/datenblatt/B400/OSZI.pdf

Ich würde jetzt sagen, Vcc kommt von der Versorgungsspannung genauso wie Gnd. Der Output geht auf Xlat, jedoch was geschieht mit NC/Enable. Kann dieser als No Connection oder für Xlat2 verwendet werden?

Die Bauweise ansonsten gefällt mir bei dem Dinge genauso wie vom Quarz selber ohne Zusatzkomponenten, weil diese schön flach auf dem PCB aufliegen.
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Serenifly


Das man den internen RC Ozcilator "kalibrieren" kann auf etwa 1% finde ich gut. Ich werde mal schaun, ob ich sowas hinbekomme. Das wäre ja dann nicht mal schlecht.

Das hatten wir letztens hier:
http://forum.arduino.cc/index.php?topic=246432.0

Jurs hat wie immer die Musterlösung geliefert. Reply #11 und 12

sschultewolter

Danke, das schau ich mir morgen mal an. Hab einige Attinys zum testen. Bei dem Artikel vom MController, den ich gerade nicht wieder finde (aber auch egal), wurde angegeben, dass der interene Takt nicht reicht. Ein Resonator jedoch ausreichend ist bei einer Abweichung von 0,5 - 1%. Wenn ich somit, dank jurs Lösung (wer auch sonst :) ) auf etwa 1% komme, kann ich doch den Attiny komplett ohne Zusatzkomponenten sicher betreiben (Kerko zwischen Vcc und GND ausgeschlossen).

Falsch? Ich hoffe nicht. Das wäre natürlich klasse. Zumal ein Attiny 85 läuft in Verbindung mit Ws2812B und 8Mhz bei 5Volt sehr gut, ohne das es zu Verfälschungen läuft, jedoch habe ich diesen nur im "Inselbetrieb" laufen lassen. Soll heißen, genauen Ablauf programmiert und ablaufen lassen halt.
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uwefed

Einen Oszilatoren zu nehmen finde ich nicht gut. Außer der Größe verbrauchen sie relativ viel Strom (laut Datenblatt bis zu 35mA). Da tendiere ich zu Quarz und SMD-Kondensatoren.
Grüße Uwe

Klaus_ww


Einen Oszilatoren zu nehmen finde ich nicht gut. Außer der Größe verbrauchen sie relativ viel Strom (laut Datenblatt bis zu 35mA). Da tendiere ich zu Quarz und SMD-Kondensatoren.
Grüße Uwe


Dem kann ich mich kommentarlos anschließen (huch, das war ja ein Kommentar  XD)
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udoklein

Die Lösung von Jurs ist nicht auf 1% genau. Man muß das Datenblatt richtig lesen. Der Eintrag ist wie folgt zu interpretieren.

Wenn man für EINE feste Frequenz und EINE feste Spannung und EINE feste Temperatur den RC Generator kalibriert, dann hält er für dieses Tripel eine Toleranz von 1% ein. Alles andere wäre auch mehr als überraschend. Man kann also kalibrieren solange man will, falls die Temperatur nicht fest ist wird der RC Oszillator bis zu 10% abweichen.

Den Kommentar zu Resonatoren spare ich mir.

Wer einen halbwegs brauchbaren Taktgeber will nimmt einen Quarz. Alles andere ist im Amateurbereich den Aufwand nicht wirklich wert.
Check out my experiments http://blog.blinkenlight.net

skorpi080

Und nicht diese Zylinder Quarze, auch wenn ich die trotzdem mal einbaue um zu testen obs so viel ausmacht wie du sagst.
playground.arduino.cc/PmWiki/433Mhz-Funkmodule
[Arduino IDE] Feinheiten und Tricks  forum.arduino.cc/index.php?topic=632403.0

sschultewolter

#10
Jun 26, 2014, 10:40 pm Last Edit: Jun 26, 2014, 10:50 pm by sschultewolter Reason: 1
@skorpi: Zylinderquarze? Du meinst die länglichen Röhrchen? Nein, die habe ich garnicht vor einzusetzen.

@Udo: Deine Meinung zur Genauigkeit habe ich mehrmals auch schon in anderen Threads mitbekommen. Natürlich kann man versuchen, möglichst nahe an einer stabilen Taktfrequenz zu gelangen. Das soweit richtig, nur fragt sich meist, ob der ganze Aufwand dafür notwendig ist. Es gibt sicherlich Einsatzgebiete, bei denen man mit einem Resonator nichts mehr anfangen kann und auf etwas genaueres und temperaturstabilieres zurückgreifen muss. Für die Serielle Schnittstelle (UART) scheint das aber eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Ich werde mir nachher mal die Datenblätter zum WS2812B anschauen, wie hoch dort die max. Toleranz liegt. Sollte diese doch innerhalb der Toleranzen des Resonators bleiben, so werde ich den nehmen mit 20MHz (läuft gerade), andernfalls werde ich dann doch die 16MHz Quarze + Kerkos verbauen, die auch auf dem Uno zu finden sind.
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udoklein

Wenn Du wirklich nur WS2812B ansteuern willst, dann reicht RC. Warum? Weil im Datenblatt Toleranzen von fast 30% ausgewiesen sind. Und warum? Naja, weil MCs mit RC Oszillator nur ~10% genau sind. Also 10% für den Master Controller und 10% für den Controller an der LED. Dort will man ja auch sparen, denn die Teile sind echte Massenware und da kommt es wirklich auf 1/100 Cent an. Und dann noch 10% Puffer weil die Dinger ja mächtig warm werden.
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sschultewolter

Hallo Uwe,

ich hab jetzt zwei Attinys auf eine kleine Platine untergebracht, denn einen betreibe ich mit 16MHz Quarz + 2x 22pF Kerkos, den anderen mit 16MHz Resonator. Ich werde morgen einmal testen, ob ich da zeitlich irgendwann Probleme bekomme. Werde beide versuchen, über einen Input gleichzeitig zu starten und dann abwarten, ob es überhaupt auf längere Sicht einen Unterschied macht. Denke hierbei sollten beide komplett ausreichen. Danach werde ich testen, wie es sich mit einer Schnittstelle verhält. Da die Attinys keine Serielle Schnittstelle haben, werde ich zuerst I2C testen, danach AltSoftSerial. Hier sollten spätestens mit dem internen OC Probleme auftreten. Der Resonator sollte ausreichen, aber mal schaun.  Ich melde mich ;)
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udoklein

Wenn Du Platzprobleme hast, warum wechselst Du nicht auf SMD? Sobald man den Bogen raus hat (und das geht schnell), ist das viel bequemer als TTH. Kein Bohren und kein Einfädeln mehr. Einfach die Teile mit der Pinzette plazieren und drüberlöten. Klappt mit einer 2mm Lötspitze problemlos. Einfach mal die Tutorials im Netz durchlesen und probieren.
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skorpi080

Quote
Du meinst die länglichen Röhrchen?

Die meine ich.

Dass mit den Tutorials sieht immer so einfach aus, in real.exe siehts anders aus.
Mit Flussmittel gehts aber, werde bei den nächsten Platinen (wenn die denn fertig sind) mal ohne probieren und zum schluss nur mit entlötlitze drüber gehen.
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