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Topic: Datenlogger für Versuchsbienenstand (Read 27531 times) previous topic - next topic

skorpi080

Hallo Clemens,
Hast du denn selber was geloggt oder an der Bienensauna gearbeitet?
Ich komm einfach nicht dazu >:(
Hab aber ein Volk was noch garnicht behandelt wurde, hab ich für die Sauna gelassen. Nächsten Monat muss ich da bei gehen.
playground.arduino.cc/PmWiki/433Mhz-Funkmodule

Clemens

Die Sauna interessiert mich nur theoretisch, bauen tue ich da nichts. Für ein Monitoring-System mit Gewicht, Temperatur, Feuchte ggf. Sound und Licht habe ich einen Prototypen aus Node und Gateway oder einzelne Fragmente hier. Die Platine für den bee counter ist fertig, das gate und der code fehlt aber noch. Im Feld ist es aber auch noch nicht getestet. Muss aber jetzt was machen, habe mich nämlich für die MakerFaire Anfang Oktober in Berlin angemeldet. ;-)

Scherheinz

Da hast du ja schon einiges geschafft bzw noch einiges vor. Was genau meinst du mit Licht und Sound?

Gruß
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Clemens

#93
Aug 30, 2015, 10:23 pm Last Edit: Aug 30, 2015, 10:24 pm by Clemens
Also Licht ausserhalb des Stocks, einfach nur ein LDR um zu wissen, ob und wie stark die Sonne gerade scheint, die Schwarmwahrscheinlichkeit ist höher bei gutem Wetter.

Der sound ist etwas mehr tricky. Es gibt ein paar alte Vorarbeiten von Eddie Woods der herausgefunden hat, dass das Volk unterschiedlich "brummt" er nannte es warble vs. hiss je nachdem ob es bald schwärmt oder nicht, s. http://www.beesource.com/build-it-yourself/apidictor/ - dann gibt es noch das worker piping kurz vor dem schwärmen und das Tuten und Quaken der alten und neuen Königin. Daneben gibt es noch ein paar Firmen, die auch Krankeiten darüber diagnostizieren möchten oder ob ein Volk weisellos ist usw. Ein System habe ich dazu noch nicht gesehen, die Firmen, allen voran "arnia" behaupten aber, dass man so was könne. :-) s. auch http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=32478


Scherheinz

ganz schön abgefahren klingt aber interessant. Wird das im Bienenstock aufgenommen oder von außen am Eingang?
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Clemens

Der ApiDictor von Eddie Woods - hier gibt es sogar noch ein Foto http://apisuk.com/Bees/2011/05/research-%E2%80%93-a-new-apidictor/ - war portabel und man hat duch ein Loch in der Beute das Mikro nur zur "Messung" eingesteckt.

Bei unserem Prototypen hatten wir ein Mikro direkt im Volk, eingepackt in einem Nicot Schlupfkäfig, damit es nicht gleich verbaut wird.

Andreas_R

Hallo,

endlich geht es weiter.
Nachdem der Prototyp 2014 sehr gut funktioniert hat, haben wir jetzt etwas Geld aufgetrieben und können das Projekt fortsetzen.

Zunächst einmal wäre wichtig, dass das Ganze vorzeigbar aussieht.
Momentan ist das eine Aufputz-Verteilerdose, aus der 12 Netzwerkkabel mit je 10 Meter heraus kommen, am Ende jedes Kabels ist der Sensor und die 5 übrigen Drähte sowie die Schirmung stehen drumrum ab.
Wenn da Leute kommen und das anschauen wollen muss das seriös wirken.
Auch für den Transport und die Installation ist das nicht von Vorteil.

Wir haben uns das so vorgestellt, dass der Arduino in ein Pelicase kommt und die Sensorkabel an diesem außen einzeln mit Steckverbindern angeschlossen werden. Statt der Netzwerkkabel verwenden wir ein dünnes, 3-adriges, schwarzes Kabel mit UV-beständiger Isolierung.

Deshalb bin ich jetzt auf der Suche nach spritzwassergeschützten Steckern und Buchsen, je mit 3 Polen. Die sollten sich auch irgendwie verriegeln lassen, damit sich nicht versehentlich ein Kabel löst.
Preisvorstellung wäre so 1-2€.
Gibt es da was?

Viele Grüße,
Andy

Scherheinz

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Clemens

#98
Nov 16, 2015, 04:46 pm Last Edit: Nov 16, 2015, 05:01 pm by Clemens
Hi Andreas, schön, dass du auch wieder hier online bist, vielleicht könntest du bei Gelegenheit etwas zu den Ergebnissen vom letzten Jahr schreiben.
Wie sind denn eure Untersuchungen ausgegangen? Wie unterschiedlich ist denn die Luftfeuchtigkeit in den Völkern? Konntet ihr Temperatur-Messungen während einer AS-Behandlung machen? Gab es 2015 auch Messungen?
In diesem Artikel ist ein Foto von einem (kleinen) wasserdichgen Gehäuse abgebildet: http://makezine.com/2015/10/05/first-maker-faire-berlin-doesnt-miss-beat/ (etwa in der Mitte bei "Open Hive")

Ich habe da mit einem 12er Stufenbohrer Löcher gebohrt und dann eine wasserdichte Kabelverschraubung verwendet. Die Kabel selbst sind über Schraubklemmen direkt an der Platine befestigt. Sieht man hier besser: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10204755930037822&set=a.10204755929557810.1073741829.1224510416&type=3&l=0dd2f9ab84&theater Für mich war das die kostengünstigste aber stabile Lösung. Die Kabelverschraubung sind auch eine Art Zugentlastung nur das Verschrauben auf der Platine braucht manchmal etwas Geduld. Falls du aber Stecker hast, müssen die ja auch irgendwie befestigt werden.

Für den DHTxx habe ich mir ein kleine Platine, ebenfalls mit Schraubklemmen - gebastelt, die gerade so breit ist, dass sie in einen Lockenwickler passt.
http://i1.wp.com/makezine.com/wp-content/uploads/2015/10/DSC05780.jpg rechts unter dem Lockenwickler sieht man sie etwas.

Damit ist der etwas vor Wachs und Propolis geschütz und kann bei Bedarf leicht getauscht werden. Die Nicot-Schliüfkäfige gehen auch, sind aber noch breiter als die kleinen Lockenwickler.

Verwendet ihr noch die DHT22? Wie viele habt ihr pro Volk? Ich würde die DHT33 an eurer Stelle verwenden.

Schau' doch mal hier vorbei, das soll einmal ein Monitoring-Projekt mit Waage, Temperatur, Feuchte und ggf. anderen Sensoren werden: http://open-hive.org/

Wenn ihr nur den DHTxx als Sensor habt, könnte das auch eine Lösung (ggf. aber zu teuer?) sein: Den Sensor mit einem kleinen Arduin + RFM69-Funkmodul (z.B. einen Moteino) und einer Batterie direkt in die Beute zu legen und die Sensoren dann drahtlos über ein zentrales Gateway auszulesen.



Andreas_R

Quote
Wenn du keine Abschirmung verwenden willst kannst du sowas nehmen:
http://www.ebay.de/itm/AMP-Superseal-1-6-polig-Stecker-Steckverbindung-Kabel-KFZ-LKW-Boot-wasserdicht-/351486640298?var=&hash=item51d63c80aa:m:mJP1yVXN0fZKIIQgEep4R6g
Eine Abschirmung braucht es wahrscheinlich nicht, bei digitalen Sensoren und maximal 10m Kabellänge.
Aber ich bräuchte halt eine Buchse, die ich gut ins Pelicase einbauen kann, also rund, mit einer Gegenmutter und auch einem schönen langen Gewinde.

Quote
Wie sind denn eure Untersuchungen ausgegangen? Wie unterschiedlich ist denn die Luftfeuchtigkeit in den Völkern? Konntet ihr Temperatur-Messungen während einer AS-Behandlung machen? Gab es 2015 auch Messungen?
Die ersten Messungen dienten einfach nur dazu, herauszufinden ob die Messapparate zuverlässig funktionieren und wir verlässliche Aufzeichnungen bekommen, ohne jeden Tag Messwerte manuell abzulesen. Dazu haben wir die Sensoren in Versuchsvölker gehängt, die aus einer anderen Untersuchung übrig waren. Diese wurden nicht AS behandelt.
2015 gab es keine Messungen, aber jetzt haben wir eben Mittel aufgetrieben um das ab 2016 tatsächlich für eine komplette Versuchsreihe realisieren zu können.

Quote
Ich habe da mit einem 12er Stufenbohrer Löcher gebohrt und dann eine wasserdichte Kabelverschraubung verwendet. Die Kabel selbst sind über Schraubklemmen direkt an der Platine befestigt. Sieht man hier besser: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10204755930037822&set=a.10204755929557810.1073741829.1224510416&type=3&l=0dd2f9ab84&theater Für mich war das die kostengünstigste aber stabile Lösung. Die Kabelverschraubung sind auch eine Art Zugentlastung nur das Verschrauben auf der Platine braucht manchmal etwas Geduld. Falls du aber Stecker hast, müssen die ja auch irgendwie befestigt werden.
Kabelverschraubungen haben wir ja am Prototyp verwendet. Das ist bei kurzen Kabeln ok, aber bei 12 Kabeln mit je 10 Meter Länge ist es furchtbar unpraktisch beim Transport und Aufbau, wenn man die nicht vom Gehäuse trennen kann.

Ich dachte an sowas in der Art:
https://www.conrad.de/de/aktor-sensor-anschlussleitung-m8-kupplung-gerade-pole-4-rkm-4-075-m-lumberg-automation-inhalt-1-st-730669.html?sc.ref=Product%20Details
Nur halt deutlich günstiger und ohne Kabel dran.

Zur Not nehme ich Klinkenstecker und -buchsen, die sind zwar nicht spritzwassergeschützt, aber das hat auch schonmal bei einer Kamerafalle funktioniert, die ein halbes Jahr lang draußen stand.

Quote
Verwendet ihr noch die DHT22? Wie viele habt ihr pro Volk? Ich würde die DHT33 an eurer Stelle verwenden.
Momentan ist uns die Luftfeuchte nicht so wichtig, wir werden höchstens einen DHT22 pro Volk verwenden. Dafür aber mehrere DS18B20. Vielleicht auch so, dass die meisten Völker nur einen oder zwei Sensoren bekommen und einige wenige Völker mit vielen Sensoren ausgestattet werden, die dann auch in den Ecken und so messen.

Clemens

#100
Nov 23, 2015, 11:54 am Last Edit: Nov 23, 2015, 12:22 pm by Clemens
Danke für die Infos, Andreas. Noch eine Idee zu den Temperatursensoren und der Verkabelung. Die DS18B20 sind ja OneWire und recht robust, was die Netzwerk-Topologie angeht. Du könntest auch den Arduino in die Mitte packen und dann mit nur zwei zentralen Kabeln mit je Abzweigungen zu den Völkern arbeiten:
Code: [Select]
                                   +-------+
       +----------+----------+-----+Arduino+-----+----------+----------+
       |          |          |     +-------+     |          |          |         
   +-+-+-+-+  +-+-+-+-+  +-+-+-+-+           +-+-+-+-+  +-+-+-+-+  +-+-+-+-+
   | | | | |  | | | | |  | | | | |           | | | | |  | | | | |  | | | | |
   o o o o o  o o o o o  o o o o o           o o o o o  o o o o o  o o o o o
    Volk 01    Volk 02    Volk 03             Volk 04    Volk 05    Volk 06

Für die Sensoren im Volk kann man gut ein Flachbandkabel nehmen (linke Seite), die andere Version mit einem PCB ist recht starr, alleine vom Material und ich fürchte nach ein paar Wochen und Volltracht bekommt man das auch schlecht raus, das Flachbandkabel gefällt mir bisher besser und ist deutlich günstiger und flexibler, ich habe es aber beides erst die letzten Wochen zusammengebastelt und noch nciht im Stock getestet:



Leider sind die DHTxx nicht OneWire, auch wenn es häufig geschrieben wird, s. https://forum.arduino.cc/index.php?topic=260832.0 - wenn es euch dieses mal aber eh um die Temperatur geht sind die ggf. auch verzichtbar. Falls ihr doch Temperatur und Feuchte mit einem DHT messt (z.B. Aussentemperatur) und gleichzeitig DS18B20 zur Messung von mehreren Temperaturpunkten in de Beute verwendet, dann nehmt dem DHT33, der hat interen auch einen DS18B20 verbaut und somit sind die Werte vergleichbar, was mit dem 22er nicht so ist. Eine sehr gute Seite dazu ist: http://playground.boxtec.ch/doku.php/sensors/temp-hum_sensors_compared

Andreas_R

Das mit dem OneWire verstehe ich noch nicht so ganz.
Mir ist klar, dass man von einem gemeinsamen Kabel die Sensoren abzweigen lässt.
Aber geht das wirklich auch so wie in der Zeichnung, mit mehreren Verweigungen hintereinander?
Und woher weiß ich dann welcher Messwert von welchem Sensor kommt?

Das wäre einerseits von Vorteil, weil ich dann nur ein Kabel aus dem Gehäuse herausführen muss,
andererseits ist das Ganze dann weniger flexibel anpassbar, wenn wir z.B. die Anzahl der Sensoren pro Volk verändern wollen oder an einem anderen Bienenstand messen wollen.

Flache Kabel im Stock wären sicher gut, das haben wir uns auch schon gedacht. Ich habe hier noch so Kabel für Servomotoren rumliegen. Außerhalb des Stocks dann aber runde, robuste Kabel.

Den DHT33 habe ich noch nirgends zu Kaufen gefunden, während der DHT22 günstig aus China bestellt werden kann.

Serenifly

Die OneWire Sensoren haben alle eine eigene, feste Adresse. Wenn man seine Sensoren hat liest man die einmal aus und notiert sich die. Man kann die Sensoren aber auch über die Reihenfolge am Bus ansprechen. Dann ändert sich die Zuordnung aber wenn man da was ändert.

Zur Bus Topologie gibt es eine AppNote von Maxim:
http://pdfserv.maximintegrated.com/en/an/AN148.pdf
Was man vermeiden sollte ist ein Stern. Aber Abzweigungen von einer Hauptleitung sind möglich

Clemens

Andreas, kennst du den Artikel oder sind das vielleicht sogar eure Daten ;-)

Peter Schweizer: Klimatische Faktoren beeinflussen die Reproduktion der Varroa. In: Schweizerische Bienen-Zeitung 11/2015, http://www.hobos.de/fileadmin/Presse/Klima_und_Varroa.pdf

Ehrlich gesagt habe ich der Feuchte in Beuten bisher keine so große Bedeutung zugemessen, falls die Reproduktion der Varroa aber tatsächlich damit zu tun hat und die Bienen tatsächlich nicht so gegenregeln können wie bei der Temperatur könnte das superspannend werden wenn es um (Klein-)Klimafaktoren, Standort und Varroadruck geht!

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