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Topic: Adafruit Motor/Stepper/Servo Shield gelötet? (Read 5753 times) previous topic - next topic

intercat

Hallo,

ich habe mir das Adafruit Motor/Stepper/Servo Shield bestellt und beim Auspacken "entsetzt" festgestellt, dass es sich dabei um einen Bausatz handelt. Ich komme mehr aus der Programmiererecke und schlage mich lieber mit Algorithmen als mit Lötkolben rum.

Weiß jemand von Euch vielleicht, ob und ggf. wo man das o.g. Shield schon fertig zusammengelötet kaufen kann? Wäre prima, wenn jemand einen Tipp hätte :)

Vielen Dank,
intercat

madworm

Das kann jeder zusammenbauen.

Langfristig wirst du ohne gewisse Loetfaehigkeiten in dieser Sparte ohnehin nicht gluecklich werden.

Ich kann dir den ERSA TIP 260BD empfehlen. Kostet unter 30?. Damit kannst du alles bis zu kleinen SMD teilen loeten. Dazu noch 60/40 Zinn/Blei Lot mit Flussmittelkern und es kann losgehen.

intercat

Danke für die schnelle Antwort, madworm!

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Langfristig wirst du ohne gewisse Loetfaehigkeiten in dieser Sparte ohnehin nicht gluecklich werden.


Das hatte ich schon befürchtet, wird aber wahrscheinlich unumgänglich seit  :-/ Ein Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Zusammenlöten der Platine hab ich zum Glück schon gefunden.

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Ich kann dir den ERSA TIP 260BD empfehlen. Kostet unter 30?. Damit kannst du alles bis zu kleinen SMD teilen loeten. Dazu noch 60/40 Zinn/Blei Lot mit Flussmittelkern und es kann losgehen.


Danke für den Tipp! Macht es auch Sinn, sich direkt ne Halterung für die Platinen zu besorgen? Wie gesagt, ich in Sachen Löten totaler Newbie und für jeden Rat offen.

thx,
intercat

madworm

#3
Aug 17, 2009, 01:09 pm Last Edit: Aug 17, 2009, 01:10 pm by madworm Reason: 1
Also ich habe eines von diesen "3te-hand" teilen mit krokodil klemmen, aber ich benutze das so gut wie nie. Es ist ganz hilfreich um z.b. kabel an LEDs anzubringen, aber fuer das fixieren von platinen recht ungeeignet, da die krokos immer abrutschen.

So ein teil hier ist dafuer wesentlich besser. Hilfreich ist es, zwingend noetig aber nicht. Ich komme ohne gut klar.

Ein guter Loetkolben und Lot sind viel wichtiger !

Wo ich schon davon rede, falls du mit dem Gedanken spielen solltest, aus Umweltschutzgruenden bleifreies Loetzinn verwenden zu wollen, lass es sein. Das Zeug benoetigt viel hoehere Temperaturen und oxidiert viel schneller. Das verkompliziert das ganze erheblich. Als Privatanwender nicht zu empfehlen.

intercat

@madworm: Danke für Dein kleines "Löt-Tutorial". Prima, dass ich die Anfängerfehler nicht alle selber durchleben muß :)

Die Haltevorrichtung werde ich mir besorgen.

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Wo ich schon davon rede, falls du mit dem Gedanken spielen solltest, aus Umweltschutzgruenden bleifreies Loetzinn verwenden zu wollen, lass es sein.


... hmmm. Mir kommen da eher Gesundheitsschutzgründe in den Sinn. Bleihaltige Dämpfe einzuatmen stelle ich mir jetzt nicht sonderlich gesund vor. Aber naja, ich löte dann halt auf unserem Balkon  ;) Bleifreies Lot ist wahrscheinlich genau so sinnvoll wie Silokon auf Wasserbasis.

Mit wievielen Brandblasen muß man bei seinem ersten Lötversuch pro Minute so ungefähr rechnen  ;)

madworm

#5
Aug 17, 2009, 02:39 pm Last Edit: Aug 17, 2009, 02:40 pm by madworm Reason: 1
naja, bleidaempfe....

blei hat einen siedepunkt von 1750°C. Bei 350°C hat es einen dampfudruck von 4.7x10^-9 mbar, das ist vergleichbar mit ultrahochvakuum bedingungen. im vergleich dazu hat wasser z.b. einen dampfdruck von ca. 20mbar bei 25°C. das ist glatt mal ein faktor von 1000.000.000 dazwischen. da kannst du lange daran schnueffeln bis etwas passiert ;-)

vorher bringen dich allerdings die flussmitteldaempfe um.

zu den brandblasen:

wenn du den loetkoblen als einen sehr sehr heissen spiess vom grill betrachtest, dann keine. sollte es dich dennoch an den fingern erwischen, dann merkst du es allerdings auch recht bald ;-) wenn du etwas hornhaut an den finger kuppen hast, dann kommst du vielleicht auch nur mit einer "etwas vertrockneten stelle" weg.

viel unangenehmer ist da schon das versehentliche ziehen am kabel per ellenbogen. v.a. wenn einem das ding dann auf den schoss faellt mit kurzer hose ;-)

intercat

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naja, bleidaempfe....

blei hat einen siedepunkt von 1750°C. Bei 350°C hat es einen dampfudruck von 4.7x10^-9 mbar, das ist vergleichbar mit ultrahochvakuum bedingungen. im vergleich dazu hat wasser z.b. einen dampfdruck von ca. 20mbar bei 25°C. das ist glatt mal ein faktor von 1000.000.000 dazwischen. da kannst du lange daran schnueffeln bis etwas passiert

vorher bringen dich allerdings die flussmitteldaempfe um.


ok, dann werd ich mir mal nicht in die Hose machen  ::) Wenn ich in Zukunft irgendwas ganz genau wissen will, frag ich Dich. Da kann Wikipedia nicht mithalten  ;)

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viel unangenehmer ist da schon das versehentliche ziehen am kabel per ellenbogen. v.a. wenn einem das ding dann auf den schoss faellt mit kurzer hose


*autsch* kann ich mir gut vorstellen  :o


bohne

@madworm das war mit Abstand die beste Ausführung zum Thema Bleidämpfe, die ich im gesamten Internet jemals gelesen habe.

@intercat:
Und es ist wahr: wenn Du Dir das Lötzinn nicht gerade in offene Wunden tropfst wirst Du kaum an dem Bleizinn sterben... und kauf Dir kein bleifreies Zinn solange Du nicht mit dem bleihaltigen gut Freund geworden bist, egal wie toll die angeblich geworden sind.

Ich kann Dir auch die billigste Lötstation empfehlen (die Du sagen wir mal bei Pollin oder Reichelt beziehen kannst). Die Dinger sind teilweise günstiger als ein ersa Handlötkolben und haben immer eine Halterung dabei. Konkret empfehle ich die Lötstation ZD-98 (Pollin 500 217) für 15 Euro... Die holen sich viele als mobile Station für unterwegs.

Von wo kommst Du? Im Raum Aachen kannst Du den Bausatz sonst auch unter Anleitung zusammen löten oder löten lassen...


http://www.dorkbot.de
http://www.arduino.cc/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1236434254
http://www.luminet.cc

intercat

@bohne
danke für den Tipp mit der Lötstation (und sogar der Artikelnummer  :) ). Ich fahr heute mal in die Stadt und schau mal, was ich kriegen kann.

Ich komme aus Köln. Für die eine Platine nach Aachen zu düsen ist mir dann doch etwas weit. Ich habe gelesen, dass es auch Arduino-Treffen in Köln beim ccc gibt. Wußte gar nicht, dass der ccc auch einen Ableger in good old Kölle hat... :)

bohne

das ABC-Treffen in Koeln hast Du leider verpasst, das war am 8.8.

Wir wechseln alle paar Monate den Ort. Von Koeln nach Aachen ist nicht gerade weit, andere kommen aus Karlsruhe und aus Darmstadt.

Es sind auf jeden Fall auch einige Koelner dabei, vielleicht kann Dich ja jemand mitnehmen.
http://www.dorkbot.de
http://www.arduino.cc/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1236434254
http://www.luminet.cc

intercat

... ich werde bestimmt mal bei einem Treffen aufschlagen

intercat

#11
Aug 21, 2009, 10:19 am Last Edit: Aug 21, 2009, 10:20 am by intercat Reason: 1
Projektbericht :)

Ich habe die Platine jetzt zusammengelötet und es scheint zu funktionieren. Die ersten Lötstellen haben mich an Bleigießen erinnert, aber die letzteren wurden dann besser  :D

Vielen Dank nochmal für Eure Tipps  :)

Da habe ich noch ne Frage: Ich hatte mir auch Lötfett gekauft. Wenn ich das richtig beobachtet habe, macht es das flüssige Lot "flüssiger", also die Oberflächenspannung nimmt ab. Sehe ich das richtig? Macht man das Lötfett besser an den Lotdraht oder an den Lötkolben?

madworm

direkt am loetkolben verbrennt/verdampft das viel zu schnell.

flussmittel kommt in der regel immer dort hin, wo es wirken soll. also auf den draht, auf die loetpunkte, an die beine von chips usw.

die einzige ausnahme mag sein, wenn du die loetspitze putzen musst um hartnaeckige oxidation von dieser zu entfernen.

intercat

Danke für die Info. Womit bringst Du das Fett denn auf den Lötpunkt auf? Mit einem Pinsel?

madworm

#14
Aug 21, 2009, 03:27 pm Last Edit: Aug 21, 2009, 03:29 pm by madworm Reason: 1
also ich persoenlich benutze flussmittel stifte und paste flux aus der spritze (beides "no-clean"). reinigung dann mit isopropanol und wattestaebchen/pinsel. ist zwar nicht billig, aber preiswert.

fuer das loetfett koennte ein zahnstocher helfen ^.^
im vergleich zu den anderen moeglichkeiten ist das aber vermutlich eine rechte fummelarbeit.


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