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Topic: [Buchtipp] The Art of Electronics, 3rd (Read 1 time) previous topic - next topic

gregorss

Jul 19, 2016, 07:38 pm Last Edit: Jul 20, 2016, 02:21 am by gregorss
Hallo zusammen!

Als ich vor etwa vier Jahren mein Elektronik-Hobby wiederbelebt habe, musste ich nicht nur erkennen, dass es zwischenzeitlich neue Bauteile gab (z. B. Varistoren), sondern dass ich ziemlich viel vergessen hatte. Und als in de.sci.elektronics (Newsgruppe im Usenet) die dritte Auflage eines Klassikers angekündigt wurde und dort IIRC nur Gutes über die beiden vorangegangenen Auflagen zu lesen war, habe ich es nach einem Blick in das Inhaltsverzeichnis (vor-) bestellt (die englischsprachige Originalausgabe).
Mittlerweile habe ich mich zwar erst bis zu Seite 70 vorgefressen, aber schon auf diesen ersten Seiten (von ca. 1200) hatte ich Aha-Erlebnisse. Zum Beispiel, dass man einen Kondensator als frequenzabhängigen Widerstand verstehen kann.

Die Homepage des Buches, das es mittlerweile auch in einer deutschen Übersetzung geben müsste, befindet sich hier: http://artofelectronics.net/

Gruß

Gregor

BTW: Wie China schraubt finde ich nicht so erfrischend: http://test.szaktilla.de/nmz/
Können kommt von kunst.

ReneL

Eine deutsche Übersetzung? Bisher habe ich noch keine gefunden, würde sie aber sofort kaufen. Das Buch ist sehr gut und ich verwende es immer, wenn ich etwas genauer wissen will. Eine deutsche Version wäre aber an einigen Stellen einfacher zu verstehen.

Es gibt noch ein Begleitbuch (Learning The Art of Electronics), das den Stoff noch von der praktischen Seite her beleuchtet. Aber Achtung: es ist kein Bastelbuch für Anfänger!

Gruss
René
Der Hobbyelektroniker wagt sich an die Arduinoprogrammierung: https://youtu.be/4PZ-lTPu-Tc

DrDiettrich

Bei deutscher Literatur würde ich den guten alten Tietze-Schenk bevorzugen, da sollte man vor Übersetzungsfehlern ziemlich sicher sein. Ansonsten wird heutzutage AoE empfohlen und (technisches) Englisch vorausgesetzt.

ReneL

Tietze-Schenk ist eine gute Idee. Damals hatte ich es oft verwendet. Es ist noch die 5. Auflage von 1980, also nicht mehr auf dem neusten Stand. Es gibt aber inzwischen die 15. Auflage von 2016.
Der Hobbyelektroniker wagt sich an die Arduinoprogrammierung: https://youtu.be/4PZ-lTPu-Tc

agmue

Das Buch befindet sich auch in gut sortierten Bibliotheken, da kann man sich einen Eindruck verschaffen, bevor man 73 € ausgibt:

The art of electronics / Paul Horowitz, Winfield Hill
Third Edition, 4th printing with corrections.
Cambridge University Press, 2015
ISBN:978-0-521-80926-9

Inhaltsverzeichnis
Die Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

uxomm

Das Buch befindet sich auch in gut sortierten Bibliotheken, da kann man sich einen Eindruck verschaffen, bevor man 73 € ausgibt
Zu spät - es sollte demnächst geliefert werden :)

Aber nachdem mein Nührmann (Dieter Nührmann: Das große Werkbuch Elektronik, 1994) schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, war sowieso mal was aktuelleres fällig. :)
Always decouple electronic circuitry.

Doc_Arduino

http://www.mikrocontroller.net/topic/362851

so richtig verstehe ich den Hype um das Buch noch nicht. Es werden Grundlagen vermittelt.
Ob das für einen Nicht-Elektroniker in englischer Ausgabe von Vorteil ist, ich weis nicht recht.
Wer damit klar kommt, okay, empfehlen würde ich es einen Nicht-Elektroniker nicht.

Tschau
Doc Arduino '\0'

Messschieber auslesen: http://forum.arduino.cc/index.php?topic=273445
EA-DOGM Display - Demos: http://forum.arduino.cc/index.php?topic=378279

gregorss

so richtig verstehe ich den Hype um das Buch noch nicht. Es werden Grundlagen vermittelt.
Ob das für einen Nicht-Elektroniker in englischer Ausgabe von Vorteil ist, ich weis nicht recht.
Wer damit klar kommt, okay, empfehlen würde ich es einen Nicht-Elektroniker nicht.
Was das Buch so besonders macht, ist die Tatsache, dass es die Dinge von einer anderen Seite beleuchtet, als das üblicherweise der Fall ist. Es geht darin zum Beispiel nicht darum, was ein Coulomb ist, sondern wie sich ein Kondensator in der Praxis verhält.

Auf die Idee, einen Kondensator als einen frequenzabhängigen Widerstand zu interpretieren, wäre ich nie von allein gekommen.

Gruß

Gregor
Können kommt von kunst.

Serenifly

Auf die Idee, einen Kondensator als einen frequenzabhängigen Widerstand zu interpretieren, wäre ich nie von allein gekommen.
Wenn du mal was im Audio-Bereich mit Frequenzfiltern gemacht hättest, wäre dir das schon über den Weg gelaufen.

Aber auch Dinge wie Filter für Spannungsstörungen oder Oszillatoren haben damit was tun.

gregorss

Wenn du mal was im Audio-Bereich mit Frequenzfiltern gemacht hättest, wäre dir das schon über den Weg gelaufen.
Das stimmt. Ich bin eben kein Elektroniker, sondern „Quereinsteiger". Und für solche Leute wurde das Buch geschrieben.

Gruß

Gregor
Können kommt von kunst.

DrDiettrich

Der Unterschied zwischen Theorie (Mathematik, Physik...) und Praxis (Anwendung) ist allgegenwärtig. Was nützt theoretisches Wissen, wenn man nicht weiß, wie man es in der Praxis einsetzen kann? Dazu braucht jeder seine Brücken, die er zwischen Theorie und Praxis beschreiten kann.

Mir hat lange Zeit gereicht, daß ein Koppelkondensator oder Siebelko einfach ausreichend groß sein muß, um seine Aufgabe zu erfüllen. Zur Berechnung von Filtern und Frequenzgängen hat das zwar nicht gereicht, wohl aber zum Aufbau von Netzteilen und NF-Verstärkern mit Röhren und Transistoren. Damit hat mir auch sofort eingeleuchtet, daß Stützkondensatoren an einem IC eine Parallelschaltung von Elko und Kerko erfordern, weil der Elko bei HF kein idealer Kondensator mehr ist, womit mancher Theoretiker schon etwas überfordert sein kann. Auch die Dimensionierung eines LED-Vorwiderstands läßt sich ohne Berücksichtigung mathematisch komplizierter Kennlinien und Vierpol-Theorie und -Rechnung vornehmen, wenn man weiß, wo und wie man Vereinfachungen (Daumenregeln...) einsetzen darf.

Die alten "Kochbücher", wie das TTL-Kochbuch oder auch die Elektor Halbleiterhefte, haben viele Beispiele vermittelt, wie sich eine Schaltung für einen bestimmten Zweck grundsätzlich aufbauen läßt. Diese Beispiele lassen sich kaum durch theoretische Betrachtungen finden, selbst wenn man hinterher damit begründen kann, daß sie ihren Zweck tatsächlich erfüllen.

Mein Fazit: man muß nicht alles bis ins theoretische Detail verstehen, um Schaltungen nachzubauen oder selbst zu entwickeln. Dazu reicht meist ein Blick ins Kochbuch (gewußt wo), und praktische Erfahrung (gewußt wie). Wenn man dann auf unerklärliche Probleme stößt, kann man Wissenslücken anhand der Erfahrung anderer in Foren wie diesem schließen :-)

gregorss

... Mein Fazit: ...
Klasse!

Du bringst das, was ich ausdrücken wollte, auf den Punkt.

Gruß

Gregor
Können kommt von kunst.

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