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Topic: Teensy 3.2 Griffbrett Scanner (Gitarre) (Read 963 times) previous topic - next topic

DrDiettrich

Im Video erkenne ich nur die üblichen Tonabnehmer, vermutlich wird dort eine Frequenzanalyse für jede Saite nachgeschaltet. Das wäre ein ganz anderes Prinzip als die Feststellung des "aktiven" Bundes.

MicroBahner

#31
Oct 18, 2019, 10:19 pm Last Edit: Oct 18, 2019, 10:20 pm by MicroBahner
Wenn man etwas mehr in die Richtung googelt, findet man auch in den Hals eingebaute Elektronik. Bei diesen professionellen Instrumenten dürfte es eine Kombination aus beiden Techniken sein: Analysieren der Aktivitäten der Greifhand und Frequenzanalyse.
Gruß, Franz-Peter

DrDiettrich

Mit geteilten Stegen ist die Erkennung der gedrückten Saiten möglich, doch dann muß man die Anschlüsse auch noch irgendwie aus dem Hals herausbekommen. Vorschlag: grober Bohrer zum Zerteilen der Stege, durch diese Löcher die Anschlußdrähte zu den Steg-Stücken führen und verlöten, hinten Kabelschächte einfräsen und nachher vergießen, damit sich der Spieler nicht die Hand daran aufreißt. Die Widerstände können auch gleich in die Kabelkanäle gelegt werden, dann hält sich der Kabelsalat in Grenzen.

Die normalen Aufnehmer braucht man immer noch, um die tatsächlich gespielte(n) Saiten(n) und die Lautstärke zu erhalten.

stingray05

#33
Oct 18, 2019, 11:31 pm Last Edit: Oct 18, 2019, 11:35 pm by stingray05
Wenn man etwas mehr in die Richtung googelt, findet man auch in den Hals eingebaute Elektronik. Bei diesen professionellen Instrumenten dürfte es eine Kombination aus beiden Techniken sein: Analysieren der Aktivitäten der Greifhand und Frequenzanalyse.
Hi zusammen,


Im Video sieht man zwar nur die normalen Pickups, häufig werden aber noch Piezos in den Sätteln verwendet
mit denen zB die Anschlagstärke ausgewertet wird.
Zur Frequenzanalyse wird man die dort aber eher nicht verwenden, denn die damit verbundenen Latenzen will man ja gerade vermeiden.
Genau damit werben auch die wenigen Anbietern die diese Systeme herstellen.

Bei allen anderen Systemen, wie denen von Axon, Roland, Yamaha, Fender oder Software PlugIns wird immer ein zusätzlicher Piezo-oder magnetischer HexPickup (zB GK 3 B,einzelne Pickups pro Saite) benötigt.

Der dient dort aber zunächst nur dazu Saitenweise getrennte Rohdaten zur Verfügung zu stellen.
Eine Frequenzanalyse und die Wandlung in Mididaten erfolgt dann erst im angeschlossenen Gerät / Interface.

Ich verwende ein solches System selber auf 2 Instrumenten.



Das funktioniert vergleichsweise gut solange man sich im Bereich einer normalen Gitarrenstimmung bewegt.

Beim Bass (der noch eine Oktave unter der Gitarre liegt) wird das vor allem in den unteren Registern zum richtigen Problem.
Diese Systeme brauchen leider alle mindestens eine Halbwelle für die Analyse, - je tiefer die Frequenz umso länger dauert das ganze dann (oder erzeugt unschöne Fehltrigger...)...


Der Ansatz mit einer Griffbrettmatrix (wie scheinbar auch im Video) hat dieses Systembedingte Problem natürlich erst gar nicht.
Ich Frage mich daher nur wie man das Schaltungsseitig ohne unterteilte Bundstäbchen hinbekommt ?


BTW:
einen passenden Hexpickup hätte ich hier noch liegen...
Müssten mit der Reihenschaltung von Widerständen pro Bund + obigem Pickup nicht schon alle benötigten "Koordinaten" für eine Griffbrettmatrix vorhanden sein ?

Grüsse



stingray05

Mit geteilten Stegen ist die Erkennung der gedrückten Saiten möglich, doch dann muß man die Anschlüsse auch noch irgendwie aus dem Hals herausbekommen. Vorschlag: grober Bohrer zum Zerteilen der Stege, durch diese Löcher die Anschlußdrähte zu den Steg-Stücken führen und verlöten, hinten Kabelschächte einfräsen und nachher vergießen, damit sich der Spieler nicht die Hand daran aufreißt. Die Widerstände können auch gleich in die Kabelkanäle gelegt werden, dann hält sich der Kabelsalat in Grenzen.

Die normalen Aufnehmer braucht man immer noch, um die tatsächlich gespielte(n) Saiten(n) und die Lautstärke zu erhalten.
Das sehe ich bezüglich der mechanisch nötigen Bearbeitung ganz genauso ! Wäre aber dann eher der dritte Schritt vorm ersten...


Das ein System ohne geteilte Bundstäbchen dennoch jeden einzelnen Bund auswerten kann ist im Video ja zusehen.
Die Frage ist "nur" wie dazu die Schaltungstechnische Lösung aussieht, die das ermöglicht.

Zur Verfügung stehen dafür:
Teensy 3.2 und 3.5
Hexpickup für die getrennte Ausgabe jeder einzelnen Saite
Widerstands Reihenschaltung von einem Bund zum nächsten


Grüsse


agmue



Ausgehend von der von Dir gezeigten Grafik sollen nur bei A und B die Saiten die Stege berühren, markiert durch die grünen Linien. Dann ist es der Software überlassen, was sie damit macht, aber die Saite und die Berührungspunkte können eindeutig erkannt werden.

Berührt die dritte Saite an den Punkten C und D, sind diese elektrisch mit A und B verbunden, wodurch eine Unterscheidung von A, B und E nicht mehr gelingt.

Mein Gehirn spuckt leider keine Lösung aus, weder digital noch analog, weshalb ich bis zum Beweis des Gegenteils behaupte, das geht nicht.

Aber ich bin kein Genie, ich lasse mich überraschen :)
Die Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

MicroBahner

Das sehe ich genauso. Die 3 Bundstäbchen bei A,B und E und die beide gedrückten Saiten sind alle elektrisch kurzgeschlossen und haben dasselbe Potential. Da ist mit den angesprochenen Mitteln keine Unterscheidung möglich. Wenn z.B. zwischen B-E und F-C gedrückt wird, ergibt sich elektrisch exakt das gleiche Ergebnis, obwohl da ganz andere Töne erzeugt werden.
Ich habe bei einem Hersteller gelesen, dass dort Elektronik in den Hals verbaut wird. Ich vermute daher, dass da noch andere Sensortechnik zum Einsatz kommt, um das Spiel der Greifhand zu erkennen.
Gruß, Franz-Peter

DrDiettrich

Deshalb behaupte ich, daß in diesem Video die Stege überhaupt nicht benutzt werden. Mir ist sowieso nicht klar, was da überhaupt "demonstriert" wird.

MicroBahner

#38
Oct 19, 2019, 03:33 pm Last Edit: Oct 19, 2019, 03:35 pm by MicroBahner
Mir ist sowieso nicht klar, was da überhaupt "demonstriert" wird.
Naja, dazu muss man sich vielleicht ein wenig mit MIDI, Synthesizern und Gitarre spielen beschäftigt haben. Demonstriert werden soll, dass man mit diesem Bass einen Synthesizer steuern kann. Normalerweise macht man das mit einem Keyboard. Wer aber nur Gitarre/Bass spielen kann, tut sich schwer, die Möglichkeiten eines Synthesizers zu nutzen. Mit einem Bass oder einer Gitarre Midi-Kommandos zu erzeugen ist technisch eben recht aufwändig. Umso mehr, wenn man auch die Feinheiten des Spiels ( z.B. das 'Ziehen' der Saiten ) erfassen will. Dass das mit diesem Bass alles geht soll gezeigt werden.
Gruß, Franz-Peter

uxomm

Als alter Gitarrenspieler (und E-Bass-Spieler) möchte ich noch folgendes anmerken:
Wenn man einen Ton "greift", dann legt man im Allgemeinen den Finger nicht ganz _direkt_ auf den jeweiligen Bundsteg, sondern leicht dahinter.
Das heißt man drückt die Saite eigentlich _zwischen_ zwei Bundstegen hinunter. Das führt dazu, dass praktisch immer (mindestens) 2 Bundstege gleichzeitig mit der jeweiligen Saite Kontakt haben, nämlich der _vor_ dem Finger und jener _hinter_ dem Finger.
:)

Das betrifft "einfache" Griffe.
Bei einem "Barrégriff" (wenn also mehrere Satien mit nur einem Finger gleichzeitig "betätigt" werden) ist die Sache dann nochmal komplexer.
Beim E-Bass sind aber Barrégriffe eher unüblich.

(Eine ganz andere Sache ist natürlich ein Fretless Bass, dieser besitzt keine Bundstege - aber davon ist hier ja nicht die Rede).
Always decouple electronic circuitry.

MicroBahner

#40
Oct 19, 2019, 04:47 pm Last Edit: Oct 19, 2019, 04:48 pm by MicroBahner
Das heißt man drückt die Saite eigentlich _zwischen_ zwei Bundstegen hinunter. Das führt dazu, dass praktisch immer (mindestens) 2 Bundstege gleichzeitig mit der jeweiligen Saite Kontakt haben, nämlich der _vor_ dem Finger und jener _hinter_ dem Finger.
Ich denke, das ist genau das, was agmue mit seinem Bildchen zeigen wollte.
Gruß, Franz-Peter

agmue

Ich denke, das ist genau das, was agmue mit seinem Bildchen zeigen wollte.
Das ist absolut richtig.
Die Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

ElEspanol

Vielleicht wäre es dem Erfolg des Threads förderlich, wenn der TE den Threadtitel anpasst. Weil das Problem hat ja nun wirklich nichts mit der Überschrift zu tun.

ElEspanol

Schon besser, allerdings werden die wenigsten wissen, was ein Griffbrett ist. Ich würde auf jeden Fall das Wort Gitarre da irgendwo mit reinbringen.

stingray05

Hi zusammen,

erstmal vielen Dank für die rege Beteiligung !

ich habe jetzt meinen ersten Thread im Betreff mal geändert in "Teensy 3.2  Griffbrett Scanner (Gitarre)" .
Wird aber leider nicht für die bereits darauf erhaltenen Antworten übernommen.

Gibts ne Möglickeit das in einem Rutsch für den ganzen Thread zu ändern ?

Quote
@agmue:
Ich wollte nur nochmal darauf hinweisen das die Grafik nicht aus meiner Feder stammt.
Da hatte sich vorher schon jemand anderes Gedanken zu dem Thema gemacht.

Quote
DrDriettrich:
Deshalb behaupte ich, daß in diesem Video die Stege überhaupt nicht benutzt werden. Mir ist sowieso nicht klar, was da überhaupt "demonstriert" wird.
Klar ist das ein Werbevideo, bei dem man sich leider mit genaueren Details (wie auch in der Produktbeschreibung) sehr zurück hält..
Aber die werben alle damit das diese Systeme im Gegensatz zur Frequenzanalyse so gut wie Latenzfrei
und meistens sogar ohne die gefürchteten Trackingprobleme arbeiten.

Das wäre ohne die`Stege (Bünde)`zu verwenden, so nicht machbar.  


Es gibt einen `Marktführer` in Australien => KLICK der dazu vor seiner letzten HP Änderung auch mal einige Schematische Details mit Bild, erwähnt hatte...

Dieses Bild gibt`s da leider nicht mehr, - aber hier unter Beitrag #22 im Anhang (FretCutaway2.jpg).
Zu sehen sind darauf keine weiteren Sensoren oder Elektronik (zumindest nicht im Gitarrenhals), aber man erkennt auf der Anbieter HP in in der Gallery (auf dem 2. Bild ) wieder die unterteilten Bünde....


Es gab dort mal eine Info bei der ansatzweise von zumindest einem weiteren Sensoren die Rede war:
Einen oder mehrere Piezo unter dem Steg (möglicherweise um Bendings zu erkennen), und Piezos im Sattel für jede Saite (mit der man wohl die Anschlagsstärke ausgewertet hat).

Beide wären meiner "unmaßgeblichen Meinung nach" aber für das reine Auslesen der gegriffenen Bundposition pro Saite erstmal gar nicht erforderlich.


Für alle (mitlesenden Musiker) die das vielleicht interessiert:
Der Inhaber des obigen Link, Industrial Radio, ist übrigens der ehemalige Chefentwickler von Peavy. Der hatte dort schon den damaligen legendären Peavy Cyberbass (Midibass) entwickelt...

Insgesamt gab es bisher nach meiner Kenntnis im Bassbereich Weltweit nur 4 bzw 5 Anbieter dieser Systeme (Wal, Peavy Cyberbass, Industrial Radio Midibass, RORGuitars, FretTrax). Die beiden ersten werden nicht mehr produziert...

Quote
MicroBahner:
...Aber nicht mit so einer 'primitiven' Technik. ...Das geht nicht so einfach. Hat ja wohl auch 8 Jahre Entwicklungszeit gebraucht (Ok, Werbung... aber ein 'Bastelprojekt' war es sicher nicht ). Das kannst Du also nicht als 'Vorbild' hernehmen...
Ja - schon klar. Als Vorbild ging es mir daher zentral erstmal auch "nur" um das sichere Erkennen der gegriffenen Bünde - was ja schon schwierig genug ist.
Die ganzen anderen Schmankerls wie Saiten ziehen (Bendings) etc, hatte ich dabei absichtlich außer Acht gelassen...


Grüsse

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