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Topic: ADS1115 Genauigkeit (16bit) (Read 1 time) previous topic - next topic

Doc_Arduino

#45
Jul 03, 2020, 10:36 pm Last Edit: Jul 04, 2020, 03:08 pm by Doc_Arduino Reason: Korrekturen
Hallo,

den verlinkten Artikel kenne ich. Ich konnte damals schon nur mit Kopf schütteln. Auch sagt mir dein Text das du dich in der Halbleiterproduktion nicht wirklich auskennst. Du zitierst paar Zahlen und Texte und reimst dir daraus wieder neue Dinge zusammen. Solche Sätze "Da wird keine Fertigung für 30 Tage angeworfen." sind völlig haltlos. Ich mache dir da überhaupt keinen Vorwurf. Die meisten Leute haben eine völlig falsche Vorstellung von Halbleiterproduktion. Mit Pizza backen nur kleiner hat das auch nichts zu tun. Woher soll man das auch wissen, sieht man nicht im Fernsehen. Ist auch nicht weiter schlimm. Ich sage nur soviel. Nicht jeder Wafer muss weggeschmissen werden. Mit fähigen Personal sind die Anlagen zügig wieder Betriebsbereit. Die einen Anlagen dauern länger, die anderen kürzer. Dann werden sie qualifiziert und nach paar Stunden laufen die Ersten wieder bis sich das alles normalisiert hat für die gesamte Linie. Bei einem kurzen Stromausfall merkst du nach spätestens 24h nichts mehr das mal was war.

Und wegen der ASML NXE 3400, dass ist noch lange nicht dort wo heiß gekocht wird. Dafür ist die immer noch zu langsam um in der Massenproduktion die altbewährte Lithografie abzulösen. Diese wurde auch immer weiter ausgereizt. Das ist zudem die erste Weiterentwicklung die überhaupt jemand in nennenswerten Stückzahlen kauft. Vielleicht kaufen die Kunden auch nicht alle sondern testen für ASML die Tauglichkeit für die anspruchsvollere Produktion in Sachen Stabilität. Der Weg für ASML ist noch lang bis alle großen Halbleiterhersteller das Ding haben wollen. Also haben wollen die die schon, aber nicht zu dem Preis und mageren Durchsatz. Eine Halbleiterproduktion besteht auch nicht nur aus Lithografie. Da hängt noch viel mehr dran.

Und wegen Asien vs. Europa muss sich sowie niemand einen Kopf machen. In der EU wird wohl nie eine neue Fab für 10nm und darunter gebaut. Die Kosten sind einfach zu hoch. Die Hoffnung lag noch auf Globalfoundries, davon steht ein Werk in Dresden, aber die sind auch "ausgestiegen" aus dem Wettkampf. Die letzte Fertigungstechnologie wurde von Samsung eingekauft, laut meines Wissens 12nm. Aber der Witz ist, du wirst es vermutlich nicht glauben, nicht jedes Produkt benötigt die ultimativ kleinste Struktur. Damit sind wir wieder bei ASML. EUV wird in der EU nicht benötigt. Außer Frauenhofer zu Forschungszwecken vielleicht. Wofür benötigt man diese EUV und die ultimativ kleinsten Strukturen. Für Produkte die wir in EU sowieso nicht fertigen können, selbst wenn wir das wollen. Den Speicherhersteller Qimonda gibts nicht mehr, dessen Patente sind ausgeschlachtet. Den Speicher Preiskampf hat Asien sowieso gewonnen. x86 CPUs können wir in der EU auch nicht fertigen, auch wegen mangels Patenten. Blieben noch SoCs auf ARM Basis. Wurde mal für Telefone gefertigt. Problem dabei ist, Teile vom SoC müssen ständig erneuert und integriert werden. Spätestens beim Funkbasemodul scheiden sich die Geister. Ist extrem aufwändig und kostet viel Geld. Da kann selbst Intel die Geld wie Heu und die Patente von Infineon haben mit Qualcomm nicht mithalten. Das muss einem aber alles nicht sorgen. Es gibt genügend Produkte die man in EU lohnend fertigen kann und auch fertigt ohne dem 7, 5 und 3nm Hype. Was man in der EU fertigen könnte wären RISC-V Produkte, wegen den "freien" Patente. Wegen der nötigen Fab mit dafür notwendigen Strukturen aber unwahrscheinlich. Wenn dann wird hier vielleicht nur designed und in die Foundry gegeben. Den Rückstand holt man auch mit viel Geld nicht auf. Sieht man an Intel sehr deutlich, wobei die es noch aufholen können und werden. Aber wie gesagt, ist nicht weiter schlimm für die EU, es gibt genügend Produkte die auch in gröberen Strukturen lukrativ sind.

Nur was hat das alles mit den Chinamodulpreisen zu tun ... absolut nichts. Dafür wurde weiter abgeschweift.
Tschau
Doc Arduino '\0'

Messschieber auslesen: http://forum.arduino.cc/index.php?topic=273445
EA-DOGM Display - Demos: http://forum.arduino.cc/index.php?topic=378279

patrick_bit4bit

Zuguterletzt würde mich noch die Referenz von "combie" interessieren, ob dieser wirklich die 15/16bit Auflösung hat?! 0-32k

my_xy_projekt

Nur was hat das alles mit den Chinamodulpreisen zu tun ... absolut nichts. Dafür wurde weiter abgeschweift.
Abgeschweift ja. Vielleicht auch ausgeufert. Aber Du hast es doch selbst gesagt: Die Kosten in D sind einfach nicht so, das es Sinn macht hier zu produzieren.

Du willst wissen, warum der Chinese das für 'nen Appel und nen Ei kann?
Das gleiche Produkt in Deutschland gefertigt, hat einen Arbeitskostenanteil von (sehr sehr tief gerechneten) 80% und kostet 10€.
Das Lohnniveau zu China liegt bei ca. 1:5. Ein direkter Arbeitskostenvergleich würde vermutlich noch höher ausfallen. Vielleicht kann ein aktueller BWL'er hier helfen.
10*80%/5=1,6 + (10-10*80%) = 3,6
Die Abgabe erfolgt netto=brutto. Export. Zoll/EUSt im Bezugsland.

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Quote
Woher soll man das auch wissen, sieht man nicht im Fernsehen.
Daher tangiert mich das nicht.

Quote
Bei einem kurzen Stromausfall merkst du nach spätestens 24h nichts mehr das mal was war.
Da Du Dich offensichtlich mit der Materie noch mehr beschäftigst (Ja, ich hab damit abgeschlossen) weisst Du, das bei Ausfall von mehreren FAB nicht nur 20 Wafer runterfallen. Die Produktion muss auch aufgeholt werden; was bei 7/24, 5 ausgefallene FAB praktisch unmöglich ist.

Quote
Und wegen der ASML NXE 3400, dass ist noch lange nicht dort wo heiß gekocht wird.

Und wegen Asien vs. Europa muss sich sowie niemand einen Kopf machen. In der EU wird wohl nie eine neue Fab für 10nm und darunter gebaut. Die Kosten sind einfach zu hoch.

Die Hoffnung lag noch auf Globalfoundries, davon steht ein Werk in Dresden, aber die sind auch "ausgestiegen" aus dem Wettkampf. Die letzte Fertigungstechnologie wurde von Samsung eingekauft, laut meines Wissens 12nm.
Samsung ist genau das beste Beispiel!
Die schieben schon seit längerer Zeit in 1000er 7nm produktiven Auswurf über die NXE:3400 und bauen (noch?) /bzw. lassen dort gerade anlaufen / in Korea 5nm und haben 3nm in der Pipeline!

Quote
Aber der Witz ist, du wirst es vermutlich nicht glauben, nicht jedes Produkt benötigt die ultimativ kleinste Struktur. Damit sind wir wieder bei ASML. EUV wird in der EU nicht benötigt.
Ersteres ja, letzteres lasse ich so nicht gelten. Oben schrubst Du, das der Kostenfaktor ein ausschlaggebendes Kriterium ist.

Quote
Da kann selbst Intel die Geld wie Heu und die Patente von Infineon haben mit Qualcomm nicht mithalten. Das muss einem aber alles nicht sorgen. Es gibt genügend Produkte die man in EU lohnend fertigen kann und auch fertigt ohne dem 7, 5 und 3nm Hype.
Alles was Du schreibst ist - aus meiner Sicht - richtig und ja, da gab es den ein oder anderen Anstoß.

An der Stelle triffst Du aber einen wunden Punkt.
Wer den Ostbrandenburger Aufstieg, Abstieg, Wiederaufstieg und Fall der Halbleiterproduktion und dann das Pendant dazu in der Photovoltaik erlebt hat, wird vermutlich anders reagieren als jemand der das nicht live verfolgt hat.
Intel war doch derjenige, der erst mit Geld kam, dann die Patente im Zuge eines - ich meine es war der Begriff "Technologietransfer" - zu sich holte und dann auch noch die Kohle zurücktransferierte.
Und alle Gewarnten haben weggeschaut. Das Eisen ist sehr heiss und ich beende es dann hier auch.

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