Arduino-IDE auf Banana Pi

Hallo Kollegen,

ich habe mir gerade einen Banana Pi bestellt. Ich möchte darauf hauptsächlich die Arduino-IDE laufen lassen, aber möglichst auch Fritzing und Processing. Jetzt habe ich gesehen, dass es auf der Download-Seite dazu eine ganze Reihe von Linux-Distributionen gibt. Hat jemand dieses Gerät bereits mit meinen Zwecken im Einsatz und kann die eine oder andere Distribution besonders empfehlen? Oder andersrum, weiß jemand ob die von mir erwähnten Programme auf dieser oder jener Distribution gar nicht laufen?

Für ein paar Tipps wäre ich dankbar, dann könnte ich mir einiges Rumprobieren sparen, wenn das Gerätchen hier ist.

Gruß,
Ralf

Hi Ralf,

Arduino IDE sollte auf dem Banana Pi kein Problem sein. Jedoch solltest du dabei schreiben, welches Betriebsystem du mit Banana Pi nutzen willst. Soweit ich das richtig verstanden habe, gehen auch dort auch Distributionen, die für den Rasp sind.

Unter Debian Wheezy habe ich damals Arduino problemlos einsetzen können. Processing habe ich nicht getestet. Könnte aber ähnlich einfach wie die Arduino IDE über die Repos gehen.

Bei Fritzing bin ich mir nicht 100% sicher, weiß nicht, ob ich das auch drauf hatte. Jedoch wirst du mit Fritzing kein Vergnügen haben. Die Leistung ist sehr gering für Fritzing. Denn die Software wird merkbar langsamer, je mehr Verbindungen genutzt werden.

Arduino IDE ist selber beim kompilieren nicht die schnellste. Aber es sollte gehen.

sschultewolter:
Jedoch solltest du dabei schreiben, welches Betriebsystem du mit Banana Pi nutzen willst. Soweit ich das richtig verstanden habe, gehen auch dort auch Distributionen, die für den Rasp sind.

Hi,

ja, das war ja gerade meine Frage, ob eines besser oder schlechter geeignet ist. Ich würde eigentlich ganz gerne Fedora oder Lubuntu verwenden, evtl. auch Raspbian. Dass Fritzing nicht der "Renner" sein wird, ist schon klar. Aber ich habe ja immer auch noch meinen PC. Nur wenn ich mit dem Banana "spiele" wäre es halt schön, mal gerade was zu probieren, ohne extra den anderen Computer anmachen zu müssen. Wenn das so läuft, langt mir das schon.

Danke für die Antwort,
Gruß,
Ralf

Fedora sollte damals, soweit ich weiß, das Hauptbetriebsystem für den Rasp werden. Gab dort aber große Perfomanceprobleme, so dass sich das Hauptbetriebssystem sehr schnell zu Debian gewechselt hat.

Bevorzugen würde ich Debian. Zu Fedora kann ich nichts sagen. Ein Ubuntu sollte aber gehen. Hatte bereits eine Ubuntu mit MATE Oberfläche im Einsatz auf dem Rasp. War nicht so flüssig wie Debian Wheezy. Jedoch hat der Pi ein bisschen mehr Power.

Das Betriebssystem befindet sich beim Banana auch wieder nur auf der SD Karte. Somit wäre ein Test der verschiedenen Betriebssysteme Distribution kein Problem. Habe für meine 2 Rasp mehrere SD Karten. Für Debian hab ich dort eine Sandisk Extreme 16GB Class 10 im Einsatz. Für die anderen habe ich alte SD Karten Class4 im Einsatz.

Ich möchte darauf hauptsächlich die Arduino-IDE laufen lassen, aber möglichst auch Fritzing und Processing.

Die Arduino-IDE gibt's auch im Source Code, Processing auch, aber Fritzing habe ich bis jetzt noch nicht in einer Version für Rechner mit ARM-Architektur gesehen. Auch dürfte das Arduino-Erlebnis mit der von Debian mitgelieferten Version beschränkt erfreulich ausfallen und von Arduino selbst gibt's nur Binaries für die X86er Plattformen (32 und 64 bit).
Wenn Du mit aktuellen Versionen arbeiten willst, würde ich einen Rechner mit X86-Architektur nehmen und nicht einen ARM-Rechner, ausser Du bist erfahren mit Linux und weisst, worauf Du Dich einlässt (Dein Post tönt nicht danach).

Hier wollte einer auf seinem Raspberry die Processing IDE laufen lassen, da meinte Jomelo oder Eisebaer dass der Pi dafür eine schlechte Wahl wäre, läuft wohl nicht/sehr langsam.
Arduino IDE haben wohl einige im Einsatz, ich selbst habs aber nie testen wollen, wird mir doch zu nervig.

Was das Betriebssystem angeht, Raspbian wäre keine schlechte Wahl, wenns auch für die Banane gibt.

Hallo,

vorab mal Danke für alle Antworten.

pylon:
Auch dürfte das Arduino-Erlebnis mit der von Debian mitgelieferten Version beschränkt erfreulich ausfallen
...
ausser Du bist erfahren mit Linux und weisst, worauf Du Dich einlässt (Dein Post tönt nicht danach).

Das mit dem beschränkt erfreulich verstehe ich nicht. Befürchtest Du Performance-Probleme oder hast Du andere Bedenken?

Zum ersten Mal auf Unix programmiert habe ich 1984 oder 85 auf einem Wang-Rechner, System V. Später dann System VII, noch später mit X-Windows. Auf 386er und 486 SCO-Unix, auf der Indigo den Ableger von Silicon Graphics. Auf allen möglichen PCs alle möglichen Ableger von Linux. Da ich Sun Certified Java Programmer bin hatte ich in der Ausbildung viel mit Solaris zu tun. Ein bißchen Erfahrung habe ich also schon. Allerdings wird die Banane mein erster Linux-Rechner mit ARM-Prozessor. ARM kenne ich bisher nur von der App-Programmierung für Android.

skorpi08:
Hier wollte einer auf seinem Raspberry die Processing IDE laufen lassen, da meinte Jomelo oder Eisebaer dass der Pi dafür eine schlechte Wahl wäre, läuft wohl nicht/sehr langsam.

Naja, der Banana ist ca. 3 bis 4 mal schneller als der Raspberry, deshalb habe ich die Hoffnung, dass Processing ordentlich läuft, um die Arduino-IDE mache ich mir eigentlich die wenigsten Sorgen.

Ich werde meine Tests mit Lubuntu anfangen, das ist sicherlich als Debian-Ableger keine schlechte Wahl. Wenns läuft berichte ich mal, ob es brauchbar ist oder nicht.

Gruß,
Ralf

Das mit dem beschränkt erfreulich verstehe ich nicht. Befürchtest Du Performance-Probleme oder hast Du andere Bedenken?

An der Performance dürfte es nicht liegen, aber an der Kompatibilität. Debian Wheezy (Raspbian baut darauf auf) liefert Version 1.0.1 mit, die zum einen reichlich Fehler enthält und zum anderen viele aktuelle Modelle nicht unterstützt. Wenn Du gar für einen Due oder einen Yun programmieren willst, brauchst Du eine 1.5.x Version, welche es noch nicht einmal in jessie geben wird.

Ein bißchen Erfahrung habe ich also schon.

Ich wollte Dich nicht schlecht hinstellen oder Deine Programmiererfahrung zerreden, aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Portierungen von einer Linux-Plattform auf die andere manchmal recht aufwendig sein können. Sobald dabei noch grössere Frameworks betroffen sind (ein Beispiel: Java), die für die Zielplattform nicht in der gewünschten Version paketiert bereit stehen, ist häufig sehr viel tiefgreifendes Linux-Wissen erforderlich, will man nicht extrem frustriert nach kurzer Zeit aufgeben.

Naja, der Banana ist ca. 3 bis 4 mal schneller als der Raspberry, deshalb habe ich die Hoffnung, dass Processing ordentlich läuft, um die Arduino-IDE mache ich mir eigentlich die wenigsten Sorgen.

Unterstütze ich voll, die Geschwindigkeit dürfte die kleinste Sorge sein. Die kleinen Rechner haben ganz ordentlich Leistung intus, brauchen manchmal aber auch eine beträchtliche Portion guten Zuredens bis sie zur Mitarbeit bereit sind.

pylon:
Ich wollte Dich nicht schlecht hinstellen oder Deine Programmiererfahrung zerreden, ...

Hallo,

nein, sag ich ja auch gar nicht. Ich wollte nur mitteilen, dass ich schon einen gewissen Unix-Hintergrund habe und nicht völlig ahnungslos da vor stehe.

pylon:
aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Portierungen von einer Linux-Plattform auf die andere manchmal recht aufwendig sein können. Sobald dabei noch grössere Frameworks betroffen sind (ein Beispiel: Java), die für die Zielplattform nicht in der gewünschten Version paketiert bereit stehen, ist häufig sehr viel tiefgreifendes Linux-Wissen erforderlich, ...

Und eben weil ich Dir da zustimme und mittlerweile schon 8 Distributionen für den Banana gezählt habe, wäre halt eine Mitteilung im Stil von: "Ich habe den Banana und mit XXXX läuft das alles toll, mit YYYY gibt es hier und da Probleme" wertvoll für mich gewesen.

Aber, DHL sagt morgen kommt meine Bestellung an, dann probiere ich mal ein bißchen rum und berichte dann ggfls. hier wie es klappt.

Gruß,
Ralf

Hallo,

ich wollte ja nochmal ein Update liefern, wenn der Banana Pi läuft: Also, er ist wie geschrieben am nächsten Tag angekommen, ich hatte aber nicht direkt Zeit, damit zu "spielen".

Mittlerweile habe ich Bananian, Raspbian, Fedora und Lubuntu ausprobiert. Wie schon vermutet, bin ich jetzt erst mal bei Lubuntu geblieben. Folgendermaßen bin ich vorgegangen: 1. Lubuntu auf der SD-Karte nach Anleitung aufgespielt, 2. komplettes Update gemacht, 3. deutsche Sprachpakete nachinstalliert (sudo apt-get install language-pack-de), 4. auf Deutsch umgestellt, 5. in Fcitx ein deutsches Tastaturlayout eingefügt, 6. Arduino-IDE installiert (sudo apt-get install arduino)

Beim Installieren von Arduino werden alle Abhängigkeiten korrekt aufgelöst, also Java, GCC, AVR-Dude werden mitinstalliert. IDE gestartet, Arduino Uno ausgewählt, Comport /dev/ttyACM0 ausgewählt, Blink-Sketch kompiliert und hochgeladen - hat auf Anhieb geklappt.

Allerdings ist der Banana beim kompilieren schon merklich langsamer als mein Windows-PC. Beim Hochladen auf den Arduino sehe ich keinen Zeitunterschied. Von Hand gestoppt benötigt er ca. 20s zum kompilieren und hochladen des Blink-Sketches. Ich kann damit Leben. Ich nehme an, er ist immer noch deutlich schneller als ein Rasbpi, kann es aber nicht testen, weil ich keinen Rasbpi habe. Auf Youtube habe ich zwar ein Video gefunden, indem jemand den Blink-Sketch mit dem Rasbpi kompiliert, aber scheinbar hat es ihm zu lange gedauert, so dass er geschnitten hat und das Video an der Stelle weiter geht, wo der Sketch bereits hochgeladen ist.

Internet klappt prima, diesen Text schreibe ich gerade mit Firefox auf dem Banana Pi, während im Hintergrund die Arduino-IDE läuft.

Falls jetzt jemand auf Grund dieses Textes denkt, den Banana hole ich mir auch, will ich einige Probleme nicht verschweigen. Youtube ist völlig unbrauchbar, viel zu ruckelig. Libre-Office habe ich bis jetzt noch nicht zum Laufen gebracht. Bei Bildwiedergabe auf einem HDMI-Fernseher fehlen rundum ca. 10 Pixel, die im Rand des Fernsehers verschwinden. Deshalb will ich mir jetzt, ehe ich weiter teste, erstmal einen HDMI-zu-VGA-Adapter besorgen.

Gruß,
Ralf

Update: Libre-Office läuft, Python (Ninja-IDE) auch

Das esbeim kompilieren länger dauert, ist natürlich selbstverständlich. Das merke ich selber bei anderen Entwicklungsstudios, wenn ich diese auf mein Netbook aufspiele und Sachen kompiliere. Auf dem schnellen Notebook ist das innerhalb von 10s fertig, bei dem Netbook kann das aber schon mal knapp 1Minute dauern.

Fürs kompilieren wird ordentlich Rechenleistung benötigt.

Wenn Youtube über den Flashplayer betrieben wird, ist das auf dem RaspPi ebenfalls nicht schnell. Abhilfe könnte es schaffen, YT nur über HTML5 sofern unterstützt zu nutzen.

Dein Problem mit dem Overscan ist eine reine Einstellungssache des Pis. Da müsstest du mal googlen nach den entsprechenden config Files, die du anpassen musst. Raspbian hatte eine raspi-config dabei, in der du innerhalb der Konsole diesen Punkt auswählen konntest oder halt entsprechnend mit einem Texteditor editieren konnte.

sschultewolter:
Dein Problem mit dem Overscan ist eine reine Einstellungssache des Pis. Da müsstest du mal googlen nach den entsprechenden config Files, die du anpassen musst. Raspbian hatte eine raspi-config dabei, in der du innerhalb der Konsole diesen Punkt auswählen konntest oder halt entsprechnend mit einem Texteditor editieren konnte.

Hallo,

stimmt, das könnte ich einstellen. Da ich aber den Banana sowieso am VGA-Monitor betreiben will und nicht am Fernseher, spare ich mir das. Adapter ist bestellt und soll am Dienstag kommen, solange kann ich noch damit leben :slight_smile: Mittlerweile habe ich übrigens die Partitionsgrößen der SD-Karte an die tatsächlichen Gegebenheiten meiner Karte angepasst und dadurch läuft jetzt auch Youtube besser (wenn auch noch nicht absolut ruckelfrei). SATA-SSD ist auch bestellt und sollte nochmals einen Leistungsschub bringen.

Hast Du einen Rasbpi im Einsatz? Mich würde mal interessieren, wie lange Kompilierung und Hochladen des Blink-Sketches darauf dauert.

Gruß,
Ralf

Ist aber ein richtiger HDMI-VGA Wandler? Weil ansonsten geht das schlecht. Man wird es sehen.
Sehe gerade, dass er SATA-Devices supportet. Wenn du die im Einsatz hast, könntest du mal testen, was der so dann an Schreib und Lesegeschwindigkeiten dann unterstützt?

Suche noch eine Lösung, meine NAS Systeme umzustellen. Habe derzeit 2x2TB im Netzwerk. Brauche aber noch was kleineres (60GB).

RaspPi habe ich 2. 1 ist nur im gebrauch. Werde mal in dem anderen die SD Karte mit Raspbian oder Linux Mate einstecken und die IDE wieder installieren.

Edit:
Kompilieren dauert für den Blinkskecht ca 17-18Sekunden, der Upload ist nach 1 Sekunde abgeschlossen.

Und kann die Banane da mithalten?

sschultewolter:
Sehe gerade, dass er SATA-Devices supportet. Wenn du die im Einsatz hast, könntest du mal testen, was der so dann an Schreib und Lesegeschwindigkeiten dann unterstützt?

Ja, kann ich gerne machen, sobald ich die SSD angeschlossen habe. Schwebt Dir ein spezielles Benchmark-Programm vor?

sschultewolter:
Kompilieren dauert für den Blinkskecht ca 17-18Sekunden, der Upload ist nach 1 Sekunde abgeschlossen.

Scheint ungefähr gleich schnell zu sein.

Gruß,
Ralf

skorpi08:
Und kann die Banane da mithalten?

Ja, s.o.

Gruß,
Ralf

Ein bestimmtest Benchmark Programm braucht es nicht zu sein. Ich möchte nur gerne wissen, ob der Sata Controller onboard ggf. die Solid State ausbremst.

sschultewolter:
Ich möchte nur gerne wissen, ob der Sata Controller onboard ggf. die Solid State ausbremst.

Also ob die SSD die nominelle Schreib-/Lesegeschwindigkeit mit dem SATA-Controller halbwegs erreicht? Richtig verstanden?

Gruß,
Ralf

:wink: Richtig.

Hallo,

bei der SSD handelt es sich um eine Intel SSD 320. Durchschn. Lesegeschwindigkeit am Banana Pi 165 MB/s, Schreibgeschw. 40,5 MB/s.

Der HDMI-VGA-Adapter läuft wie eine Eins, ich sehe den kompletten Desktop.

Falls noch fragen sind, einfach Fragen :slight_smile:

Gruß,
Ralf