Arduino mit Knopfzelle Betreiben?

Hallo zusammen

Ich möchte meine Wohnung etwas "Modernisieren" und das Licht per Arduino Steuerbar machen. Da es sich wie gesagt um eine Wohnung handelt und nicht um mein Eigenheim und somit keine Lehrrohre etc. vorhanden sind, muss ich mich wohl oder übel mit dem bestehenden anfreunden.

Da ich hohen wert auf möglichst kleinen Stromverbrauch lege, wäre meine Idee ein Arduino direkt ab Batterie zu speisen und zwar auf der Schalter Seite. Die idee wäre es den Arduino in Tiefschlaf zu versetzten und mittels einem 433Mhz Funksender den "Hauptarduino" zu Informieren wenn jemand den Taster drückt. Ggf. falls realisierbar könnte man ja sogar die Schaltung so aufbauen, dass der Taster die Stromversorgung vom Arduino kurzfristig herstellt, der Arduino Bootet und das Funksignal abwirft. Dazu musst man aber wohl ein Kondensator relativ schnell aufladen können, da es wohl doch einiges Länger dauert das Signal zu versenden als nur kurz auf den Taster zu drücken.

Gibt es hier ev. bereits Ansätze die man verwenden könnte? Solche Funksteckdosen haben ja meist auch nur eine Knopfbatterie und halten doch einige Zeit durch. Mein Ziel wäre es natürlich schon, dass so eine Batterie ca. 1 Jahr hält.

Ein Netzteil würde wohl einfach zu viel Strom verbrauchen für "nichts"

Stell dir eine Autobatterie neben dem Arduino, dann klappt es auch mit einem Jahr. Einen Arduino kannst du aufgrund der vorhandenen Komponenten nicht komplett in den Sleep setzen. Ein großes Einsparpotential wäre es, die MCU ohne Quarz bei 1 oder 8MHz laufen zu lassen bei gleichzeitig 3V3.

Welche Batterie bei Funksteckdosen meist du? Die in der Fernbedienung oder im Empfänger. Letztes wird über das Stromnetz gespeist. Die Batterie in der Fernbedienung sind meist keine typischen Knopfzellen. Da findet man auch gut und gerne mal diese komischen 12V Knopfzellen. Batterien sind die teuersten Stromquellen. Schau nach, was ein Netzteil an Standbyverlusten hat. Rechne das hoch auf 1 Jahr.

http://www.reichelt.de/Festspannungsnetzteile/SNT-1000-5V/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=111180&GROUPID=4946&artnr=SNT+1000+5V stand by Strom nur 0,2 W

Macht aufs Jahr gesehen ~1,7kWh => 50ct

Hallo,

meine Canon Timelapse Steuerung arbeitet auch so.

Wird durch einen Reset geweckt, macht was und geht dann wieder schlafen.
Arbeitet mit einem ATTiny84 und wird von einer CR2430 Knopfzelle gespeist.
Den größten Strom wird der Sender verbrauchen, aber der sendet ja immer nur sehr kurz.
Ich habe gute Erfahrungen mit RFM12B gemacht.

Gruß
Reinhard

Also ich sehe da eigentlich kein Problem, du darfst eben kein komplettes Arduino-Board nehmen, da diese leider nicht auf minimalen Stromverbrauch ausgelegt sind. Ich kenne mich jetzt nicht mit dem Arduino Micro/Nano aus, aber bei denen sieht es vielleicht schon wieder anders aus.

Ich habe mir selbst Boards mit einem Atmega328 gebaut. Wenn der "schlafen" gelegt wird, verbraucht der nur wenige µA an Strom und kann somit eine halbe Ewigkeit an der Batterie hängen.

Habe als Basisstation einen RaspberryPi, der natürlich dauerhaft am Netz hängt und dann z.B. Sensordaten von den einzelnen Sendern empfängt. Für nur gelegentliches senden reicht sicher auch eine Knopfzelle, besser wäre vielleicht 2xAAA Battterien oder ein LiPo-Akku.

Ich hatte mit den bekannten RFM12B-Modulen angefangen, zwischenzeitlich nutze ich die RFM69. Habe mir den "Moteino" gemäß dieser Seite hier nachgebaut, ist einiges erklärt: http://lowpowerlab.com/moteino/

Gruß

Ist das Sendeprotokoll der handelsüblichen FernsteuerungsSchalter bekannt? Wenn ja dann nimm doch einfach die und werte sie mit Arduino / Rasberry /ecc aus. Weißt Du schon wie Du die Verbraucher Normgerecht und rechtskonform schalten willst? Ohne Neuverkabelung der Wohnung wirst Du das nicht hinbekommen.

Grüße Uwe

Danke euch für die zahlreichen Antworten, die mir alle weiterhelfen.
Natürlich möchte ich kein komplettes Board wie ein uno in die Taster verbauen sondern am liebsten ein möglichst kleiner Atmel uC, der muss ja wirklich auch nicht viel mehr können als ein Signal absetzen, was in der Regel vielleicht 2-4x im Tag vorkommt.
Ein Netzteil wäre sicher eine Lösung, braucht aber auch wieder platz und in so einer UP Dose ist meist nicht extrem viel Platz übrig… Zudem müsste ich ja jeden Schalter damit verdrahten, da kommen dann doch einige Netzgeräte hinzu was auch einiges Kostet. Ggf. könnte man auch ein Kabel mit den 5V zusätzlich einziehen, aber in wie fern das noch Konform ist…

Bezüglich dem schalten der Verbraucher weis ich auch noch nicht so genau was ich da mache. Wenn es wirklich nur um die Lampen geht werde ich wohl ein zusätzlichen Schaltdraht direkt in den Verteiler einziehen und da eine Relaiskarte Montieren. Ansonsten wird es wohl etwas schwieriger…

So, ich hab mir jetzt zum test mal 5 ATTiny85 bestellt, so wie ein paar einfachste 433Mhz Sender. Ebenso habe ich mir mal etwas Gedanken zur Umsetzung gemacht. Idealerweise soll das ding gleich noch ein DS18B20 auslesen und ebenso via Funk versenden. Habe dabei mal an 1min Interval gedacht, ob ich da jedoch weit komme mit der Batterie weis ich nicht.. Habe aber im Internet ähnliche Projekte gesehen und da wurde ca. 220Tage mit so einem mini DS18B20 Sender erreicht. GGf. verbau ich dann einfach gleich zwei Knopfzellen mit je 500mAh und dann wird das sicherlich ein Jahr halten. Idealerweise lese ich ca. 1x im Tag den Batteriestand aus und übermittel auch den an die Basis womit man dann relativ gut einschätzen kann wann die Batterie getauscht werden muss. Ein Problem gibt es aber noch. Da ich mir wirklich nur die günstigsten 433Mhz Sender verwenden möchte und diese kein Feedback erhalten, könnte es zu Problemen kommen wenn ein anderer Sensor gerade sendet. Denke aber da werde ich ohne extremen Aufwand nicht herum kommen...

Jetzt wird es aber sicher mal 2-3Wochen dauern bis alles hier ist und ich mal einen Versuch aufbauen kann

Schau dir mal die Projekte von Nathan Chantrell an http://nathan.chantrell.net/tinytx-wireless-sensor/ Basiert auf einem ATTiny84, der nach dem Senden immer wieder schlafen geht.