Arduino störsicher machen?

Hallo,

ich habe den Arduino Mega für eine Modelleisenbahnsteuerung, läuft Softwaremässig alles bestens, aber immer wieder gibt es Reboots. Jetzt habe ich nur ein reines Uno und Megaboard ohne Verdrahtung und eine Piko-Modell-Lok mit Batterie und 12V daneben an die Räder gehalten das es funkt und sofort resetet der Arduino, bzw. die L-LED flackert.

Ich habe schon Alufolie probiert, alle Ausgänge definiert per Software definiert und einen großen Kondensator zwischen Reset und Masse. Alles bringt keine Besserung. Kann es noch an RESET-EN liegen, diese Platinenbrücke habe ich noch nicht getrennt.

Ich habe erstmal keine Idee mehr und bin über weitere Vorschläge gespannt.

Gruß Reiko

Das hat scheinbar nichts mit störsicher zu tun. Ich glaube, du ziehst die Spannung mit der Lok herunter. Evtl. schonmal gemessen?

Alufolie nützt garnix.

Deine Störungen kommen (wenn nicht wirklich ein Spannungseinbruch ist) über die Leitungen und nicht über die Luft.

Was helfen könnte:
a) alle Versorgungsspannung möglichst nahe am jeweiligen Verbraucher mit Kondensatoren blocken: 1nF, 100nF parallel, ein 100µF kann nicht schaden. (ganz kurze Leitungen, jeder mm stört!)
b) alle Motoren mit Entstörkondensatoren
c) alle Eingangssignale mit ca. 22nF möglichst am Eingang ins Arduino-Gehäuse auf Masse blocken (ganz kurze Leitungen, jeder mm stört!)
d) Leistungsteil möglichst vom Signalteil und Arduino trennen.
c) Signale zum Leistungsteil ebenfalls mit Kerkos blocken, wenn möglich.

die Stromversorgungen sind zwei völlig getrennte Netzteile. Die anderen Vorschläge werde ich testen.

Gnd beider Netzteile zusammengelegt?

hier nochmal als Video, Sketch Blink. Bei Reset geht LED L (Pin13) an.

Hallo,

ich habe mich gerade mal über Löschfunksender schlau gemacht. Er wurde im Jahr 1904 durch Max Wien erfunden und wird in der Funktechnik zum Aussenden von ungedämpften Schwingungen, die durch Funkenentladung erzeugt werden, benutzt.

Scherz beiseite: Wenn Deine Lok nicht korrekt funkentstört ist können in der Nachbarschaft die Sat-Receiver schon mal "Kein Signal" anzeigen. Deshalb solltest Du mal schauen, ob der Entstörkondensator am Motor da ist, wo er hingehört. Muss evtl. eine Drosselspule vorhanden sein? Oxidierte Räder und abgefahrene Kohlen können eine Modell-Lok auch in einen Löschfunksender verwandeln.

Deshalb empfehle ich: Funkentstörung der Lok kontrollieren, Räder sauber machen, neue Kohlen einsetzen, die Lok nur über eine Batterie betreiben - meinetwegen so mit den Kabeln wie in Deinem Video. Und einen Arduino der nur an den USB-Port angeschlossen ist (also ohne all die Kabel, die in Deinem Video zu sehen sind und auch ohne weiteres Netzteil). Dann solltest Du Dein Experiment wiederholen und die Ergebnisse nochmal posten. Ich gehe davon aus, das der Arduino dann nicht resettet.

Gruß,
Ralf

erste Erfolge, “Entstörkondensator 22nF” an Lok gelötet. Bis jetzt kein Reboot :slight_smile:
Ich werde mit den Entstörkondensatoren weiter testen. Danke.

Na, siehst du, das ist schon ein erster Erfolg.

Gleichstrommotoren werden am besten mit einer Dreiecksschaltung entstört:
47nF zwischen den Pins und
22nF je vom Pin zum Gehäuse.

Bei Google findest du viele Beispiele

Am besten nimmst du Keramische Kondensatoren, keine Folienkondensatoren so wie auf dem Bild.
Zum einen sind Keramische Kondensatoren (KerKos) viel kleiner, zum anderen auch besser geeignet, weil sie eine kleinere Induktivität haben.

Entstören lernt man hier:

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.25.2
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.23

Was im KFZ Boardnetz funktioniert wird garantiert mit einer Modelleisenbahn fertig :wink:

Man muß ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schiessen! :wink:
Das KFZ-Bordnetz ist eine ziemlich brutale Umgebung und die Anforderungen an die Entstörung sind echt heftig.
So umfangreich muß es für die Modeleisenbahn nicht sein.

Aber ein Grundsatz der EMV gilt immer:
Störungen bekämpft man am besten da wo sie entstehen!
(in dem Falle also am Motor der Loks, den Weichenantrieben etc.)