Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem Spielzeug?
Reicht das Teil für erste kleine CNC Arbeiten oder doch besser gleich eine größere Maschine jenseits der 1000€ kaufen.
Ich will jetzt mal langsam mit CNC anfangen, um kleine Kunststoff-Gehäuse für den ganzen IoT-Schnickschnack zu bearbeiten.
Ich brauche immer wieder Ausbrüche für Displays, Bohrungen für LEDs, Taster und Kabeldurchführungen.
Vom Hand mit Bohrmaschine und Feile, sehen die Gehäuse einfach immer nur "Scheiße" aus.
Um was geht es?
Haste mal einen Link dazu?
freddy64:
Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem Spielzeug?
Ja, ich habe seit einiger Zeit so ein Ding. Preis war ca. € 200.
Es ist ziemlich genau dieses hier (meines hatte aber von Anfang an eine (Standard-) Spannzange.): https://www.youtube.com/watch?v=hB4Cvbtu-lA
Ich hatte damals noch kaum Erfahrung mit CNC und wollte die ersten Schritte machen, ohne viel Geld auszugeben. Ich habe mir auch "Markengeräte" angesehen z.B. von Stepcraft u.s.w., allerdings überschreiten da die Anschaffungskosten schnell die Tausen-Euro-Grenze. Das war mir einfach zu viel, auch weil ich nicht wusste, ob ich mich damit intensiver beschäftigen will oder nicht.
Zwar gibt es im lokalen Fablab (wo ich Mitglied bin) eine größere Portalfräse (X = 1910 mm, Y = 750 mm) mit 1 kW Spindel, aber mit meiner geringen Vorerfahrung, war mir "Herumprobieren" auf diesem Ding einfach "zu heiß". ![]()
Ein paar Gedanken zur "Minifräse"
Du musst diese Fräse selbst zusammenbauen und dabei recht genau Arbeiten, etwa gut auf 90° Winkel achten, dass die Lager so eingebaut werden, dass sie leichtgängig sind und so weiter.
Je nach Vorerfahrungen und Lust am "Basteln", kann das ein "leichter Spaziergang" oder eine große Herausforderung sein. Die Bauanleitung die ich hatte war nicht allzu detailliert, aber es hat trotzdem funktioniert.
Das ist bei einer Fräse die ein Vielfaches kostet natürlich (und hoffentlich) anders. ![]()
Durch den Zusammenbau, gibt es Einblicke in die grundsätzliche Arbeitsweise so eines Gerätes (Stepper steuern etc.). Das finde ich interessant.
Übrigens: Die Steuerelektronik basiert auf einem "Arduino" UNO/Nano, darauf läuft grbl
Manche Teile sind aus Kunststoff (3D-Druck), das macht vielleicht einen nicht so robusten Eindruck, aber bisher hält alles.
Das mitgelieferte Zubehör ist rudimentär. Was ich auf jeden Fall noch zusätzlich besorgen musste waren:
- Nutensteine und Spannwerkzeug
- zusätzliche Spannzangen
- Fräser sowieso
Auch Enschalter (siehe Video bei ca. 21:34) habe ich nachgerüstet - allerdings wäre das nicht unbedingt nötig gewesen.
Zur Steuerung verwende ich grblControl auf einem alten Laptop (mit Win XP), der dadurch noch eine Aufgabe gefunden hat.
Was habe ich bisher damit gemacht:
- Fräsen von Platinen, das funktioniert mittlerweile recht gut.
- Ausschnitte bei (dünnen) Alu-Gehäuse-Frontplatten - funktioniert (Kühlung schwierig).
- Holzbearbeitung - funktioniert tadellos.
Zu bedenken ist immer, dass die Arbeitsfläche relativ klein ist: 18 x 25 cm.
Zum Fräsen von Platinen ist das aber völlig ausreichend. Was ich dabei besonders komfortabel finde: die Bohrungen werden gleich mit erledigt.
Beispiel Isolationsfräsen (vor 2 Wochen hergestellt):


Kann ich zu so einem Gerät raten?
Das hängt ganz vom geplanten Einsatz und den Erwartungen ab.
Das Ding hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber natürlich sind Geräte, die ein Vielfaches kosten etwas besser (Robustheit, Genauigkeit, Schnelligkeit, Langlebigkeit).
Falls du dich für so ein Gerät entscheidest, solltest Du aber auf jeden Fall ein Modell mit (Standard-) Spannzange nehmen, oder so etwas nachrüsten.
Ich verwende die Fräse durchschnittlich einmal alle 4 bis 6 Wochen.
Würde ich sie einmal pro Woche oder öfter verwenden, dann würde ich wohl zu einem teureren Modell raten. Wie überhaupt: Es zahlt sich aus in gutes Werkzeug zu investieren, wann es oft benutzt wird.
Würde ich es nochmal kaufen?
Wahrscheinlich nicht - die Erfahrungen, die ich machen wollte konnte ich machen, und die Erwartungen stiegen dadurch. (Aber auch mein erstes Auto würde ich nicht noch einmal kaufen - auch weil sich die Sicherheits-Standards deutlich weiterentwickelt haben.)
Ich wollte ein Gefühl für Material, Werkzeug und Arbeitsschritte bekommen und diese Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt. Der Kauf hat sich dadurch für mich ausgezahlt.
Zu bedenken ist auch. Der Preissprung in die nächste "Klasse" ist recht groß - zumindest haben das meine Recherchen damals ergeben.
Auf der CNC-Fräse im lokalen Fablab habe ich übrigens noch immer nichts gemacht (das hat aber auch ein wenig mit Corona zu tun), allerdings würde ich es mir jetzt viel eher zutrauen als damals.
freddy64:
Ich will jetzt mal langsam mit CNC anfangen, um kleine Kunststoff-Gehäuse für den ganzen IoT-Schnickschnack zu bearbeiten.
Bei Kunststoffbearbeitung würde ich nochmal genau recherchieren ob das wirklich gut funktioniert.
Beim Fräsen entsteht viel Hitze, das ist für die Kunststoffbearbeitung nicht sehr günstig.
Ich bearbeite Kunststoffgehäuse am Lasercutter des lokalen Fablabs. Das funktioniert wunderbar.
Schau doch mal, vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch so was.


Hallo,
ich habe einen Link für dich, Thema additive Fertigungsverfahren.
Für < 200.- sind die Teile schon zu empfehlen. Der Lerneffekt ist gigantisch. GRBL ist halt .. na ja, Spielzeug. Und für "Profi"-Fräse ... wie immer liegt der Faktor Verkaufspreis zu Entstehungskosten bei mindestens 3 --> Stepcraft um 1000 hat Entstehungskosten von < 300 incl. Arbeitszeit, kannst dir ausrechen was da an "Qualität" übrig bleibt.
Erst mal Dank für die Rückmeldungen.
Mein ausgesuchtes "Ding" ist dieses.
In dem oben verlinken Video werden im Grundrahmen nur 6-Kant-Muttern statt Nutensteinen verwendet.
Ich besorge mir auf alle Fälle noch entsprechende Nutensteine und schraube alles mit DIN912 Schrauben statt mit diesen mickrigen Kreuzschlitz-Schrauben zusammen. Bei Vibrationen werden die Verbindungen sicherlich schnell locker.
Der Zusammenbau sollte kein Problem sein (Schlosser gelernt und später in der Konstruktion für Sondermaschinen gearbeitet). Profile, Nutensteine Winkel sowie Stellfüße besorge ich mir noch bei Bosch oder Item.
Vll lässt sich nach entsprechender Einarbeitung und stundenlangem Luft fräsen hier und da ein € verdienen, um den Anschaffungspreis wieder einzuarbeiten.
Lass die Finger vom Laser, wenn dir deine Glupschis was wert sind. Und vergiss die ganzen netten Extras, spar dir das Geld für wichtigere Dinger: Endschalter (jup, so was hat das Ding nicht), vollständiges Set ER11 Spannbacken, Fräser (ganz wichtig!). Wenn du das Ding dann mal laufen hast kannst du's verbessern - aber erst wenn du weißt was du brauchst.
Lass die Finger vom Laser weil der so stark ist daß nicht nur Augen verbrennen sondern auch Haut.
Ein Laser ohne Schachtel rundherum und Schalter die den Laser ausschalten wenn Du den Deckel aufmachst. ist einfach zu gefährlich.
Grüße Uwe
OK, dann lieber ohne Laser. Eine Einhausung mit allen Schutzvorschriften (Abschaltung, Spezialverglasung) ist unbezahlbar. Dazu kommen dann noch Brille für 250€ und Arbeitsschutzkleidung.
Das wäre dann diese Version.
Moin,
Wie ist denn da die Spindel gelagert? Durch die Lager des Motors? Sind das Sinterlager oder Kugellager?
Das sieht schon sehr klapperig aus.
Ich staune, dass du damit relativ sauber eine Platine fräsen konntest. Da hätte ich deutlich mehr Rattermarken und Ausfransungen erwartet.
Lieben Gruß,
Chris
Nop, das ist Acryl-Version, die fliegt dir bald um die Ohren. Das Teil gibt's zum selben Preis auch in Alu. Auf aliexpress ab $133, geliefert aus der Tschechei, aber mit Plastik Z-Achse oder ein bischen teurer aucs China mit Alu Z-Achse https://www.aliexpress.com/item/4000302673809.html
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