[erledigt] Neue Fädelfrage

Hallo zusammen!

Kürzlich habe ich mir einen „Fädelstift“ zugelegt, um das Fädeln zu testen. Ich meine die Verdrahtungstechnik, bei der man einen dünnen Kupferdraht benutzt, dessen Isolierung sich beim Löten verdünnisiert.

Dachte ich zumindest. Als ich das vor ein paar Minuten probieren wollte, wollte der Fädeldraht sich nicht löten lassen. Auch die Isolierung blieb, wo sie war.

Habe ich „schlechten“ Draht erwischt oder was könnte da schieflaufen?

Ratlose Grüße

Gregor

hi,

sicher den "richtigen" draht erwischt? es gibt ja sozusagen zwei arten von fädeln (eigentlich fädeln und wickeln, aber wer weiß)...

gruß stefan

Ich vermute du nimmst normalen Kupferlackdraht und keinen Fädeldraht.

Eisebaer: sicher den "richtigen" draht erwischt? es gibt ja sozusagen zwei arten von fädeln...

Ja, so sicher, wie man sich beim Lesen des Artikeltextes (s. hier) sein kann. Der Artikeltext zum „Nachschub-Artikel“ (nur Fädeldraht auf Röllchen) erwähnt das mit der PU-Isolierung und dem Löten explizit.

Gruß

Gregor

hi,

das seh' ich wie Du, gregor. aber warum's nicht geht, kann ich Dir leider auch nicht sagen...

viel glück trotzdem, stefan

Meine Erfahrungen mit Fädeln sind: 1. Den Draht zuerst verzinnen (Isolation abbrennen), dann wickeln und anlöten. 2. Mit meinen alten Vorräten an Fädel- und CuL Draht funktioniert das Abbrennen nicht mehr (Alterung?)

Das Abbrennen des Lacks erfodert recht hohe Temperaturen, die den zu verbindenen Bauteilen schaden können, wenn man sie überhaupt erreicht - deshalb den Draht an der gewünschten Stelle vorher verzinnen. Etwas schaben mit dem Lötkolben kann hilfreich sein, um die Lackschicht erst mal zu verletzen; beim dünnen Fädeldraht ist das aber schwierig, ich habe zuvor 0,2-0,3mm Draht verwendet, der sich ohne Fädelkämme verlegen läßt, und nicht um jeden Pin herumgewickelt werden muß.

Es ist auch eine Gratwanderung zwischen der Temperatur, bei der der Lack abbrennt, und bei der das Lötzinn verbrennt. Vielleicht muß ich mir erst noch höher schmelzendes (bleifreies) Lötzinn anschaffen, damit es wieder funktioniert.

Bei mir reicht es, die Temperatur um ca. 100° hochzudrehen. Allerdings schmilzt dann die Isolierung recht plötzlich und u.U. zu weit. Deswegen fange ich ein paar mm weiter vorne an und wenn es anfängt zu schmelzen, schmelze ich sie bis dahin ab, wie ich es brauche. Das hat den Vorteil, dass nach dem Abschneiden schon der Anfang für das nächste Löten verzinnt ist. Beim Abschmelzen sollte etwas frisches Zinn an der Lötspitze sein, damit die Wärme besser übertragen und direkt verzinnt wird. Dann Lötspitze abwischen und mit neuem Zinn anlöten. Wickeln ist nicht unbedingt erforderlich.

Beim Umwickeln der Anschlüsse mit nicht abgebranntem Isolierlack und dann Löten/Abbrennen habe ich keine guten Erfahrungen.

Bei Testaufbauten auf Lochpunkraster oä. nutze ich diesen Kuperlackdraht.

Wie schon angesprochen, die Temperatur muss schon etwas höher sein, damit der Lack schmilzt. Also nicht am Bauteil rumbraten, bis der Lack schmilzt. Mit diesem Draht funktioniert es jedenfalls recht gut.

Vertraut ihr darauf, dass der Lack wirklich isoliert (wenn er nicht abgebrannt/verzinnt ist) ? Spulen selber wickeln und Lochraster-Verbindungen sind verschiedene Anforderungen, denke ich ?

Wenn ich ein paar cm dünnen Draht brauche bei Lochraster-Platinen, zerlege ich irgendeinen Kabel-Rest.

Mein Fädeldraht ist auch schon 30 Jahre alt und funktioniert prima. Ich dreh auch nicht die Temperatur am Kolben hoch, aber es braucht schon etwas Lötzinn damit sich was tut.

Also ein Kügelchen Lötzinn auf der Spitze produzieren und da den Draht reinhalten und bissel warten. Da brennt auch nix weiter als gewünscht vom Lack ab.

Aber vielleicht war der Fädeldraht von anno dazumal einfach besser als heute .... :grinning:

Hallo nochmal!

Danke für Eure Antworten! Da ich das Gefühl hatte, dass mein Lötkolben einen Tick zu heiß ist, habe ich vor ein paar Wochen eine Spitze gekauft, die weniger heiß wird (ist ein Weller-Lötkolben mit Magnetdingens).

Ich werde einfach nochmal die Spitzen wechseln und weiterbraten :-)

Gruß

Gregor