[erledigt] Wie Impulse vom Radcomputer-Dings zählen?

Moin allerseits!

Da ich meinen alten Fahrradcomputer nicht mehr finde, sich das restliche Geraffel aber noch am Rad befindet, überlege ich, mit den Impulsen, die sonst der Fahrradcomputer auswertet, selbst etwas anzufangen. Traditionsgemäß natürlich mit einem Arduino, gell.

Ich nehme an, dass das Ding an der Speiche ein Permanentmagnet ist und das Teil, das an der Gabel hängt ein Hall-Sensor (?), der einen Impuls liefert. Das per Pin-Change-Interrupt auszuwerten dürfte kein Problem sein, oder doch?

Zu solcher Bastelei habe ich natürlich auch schon ein bisschen im Netz gesucht, aber wie das Signal zustandekommt und wie das auf einem Oszi aussieht (oder ähnlich), scheint eine unbeantwortete Frage zu sein.

Weiß jemand die Antwort?

Danke vorweg!

Gregor

Moin,
es gibt auch solche mit Reedkontakt, arbeiten also als Schließer beim Vorbeikommen des Magneten. Das kannste einfach mit nem Multimeter testen.
Und wenn's ein Hallsensor ist dann gibt der ne kleine Spannung ab. Also auch erstmal ein Fall für's MM.

Klaus_ww:
es gibt auch solche mit Reedkontakt, ...

Dann muss ich wohl mal etwas genauer nachsehen, was Reed-Relais sind. Ich dachte für so kurze „Vorbeiflüge“ eines Magneten seien die viel zu träge.

Gruß

Gregor

Nachtrag: Die Artikel in der Wikipedia waren hinsichtlich der Schaltfrequenz nicht hilfreich. Irgendwo habe ich zwar etwas von „bis hinauf zu 6 GHz“ gelesen, aber das kann ja wohl kaum die Frequenz sein, in der die Kontakte öffnen und schließen, oder?

Es wäre auch denkbar, dass eine Spule als Sensor benutzt wird, in die der Magnet im Vorbeiflug eine Spannung induziert.

Ein Hallsensor haben meist drei Anschluss-Pins und einen für Batteriegeräte sehr hohen Stromverbrauch, so dass eine Verwendung eher unwahrscheinlich ist.

gregorss:
Ich dachte für so kurze „Vorbeiflüge“ eines Magneten seien die viel zu träge.

Rechne mal aus, wie "schnell" so ein Magnet tatsächlich ist - nämlich langsamer als man gefühlt erwartet.

Da ist auch kein Reed-Relais drin, sondern ein Reed-Kontakt. Der wird durch den Magneten geschlossen.
Theseus' Hinweis ist bei näherer Betrachtung auch sehr wahrscheinlich, aber das kann man natürlich auch prima ausmessen wenn's einfach ne Spule ist.
Und nen Reedkontakt halt auch :slight_smile:

Reedkontakt hört man oft sogar durch ein leises Klick, wenn man den Magnet annähert.

Hallo nochmal!

Das Ding ist tatsächlich ein Reed-Relais, denn man hört es sowohl klicken als auch piepen (beim „Durchklingeln“).

Dass die Dinger dermaßen schnell schalten können, hätte ich nicht gedacht. Mit diesen Dingern hatte ich allerdings auch noch nie wirklich zu tun.

Gruß

Gregor

… von „bis hinauf zu 6 GHz" gelesen …

Hallo Gregor,
dein Beitrag hat mich insgesamt neugierig gemacht, und so als alter Funker wollte ich dieser Aussage dann auf den Grund gehen…

Bei Wikipedia steht:

Reedrelais können zum Schalten von Frequenzen über 6 GHz gefertigt werden, indem sie als Bestandteil einer angepassten Koaxialleitung…

Damit sind die Wechseltrom-Signale gemeint, die über die geschlossenen Kontakte fließen können. Nicht der Schalt-Vorgang des Relais selbst. Das hätte mich auch extrem verwundert, denn ich kenne nix mechanisches was mit 6 GHz schalten könnte.

Dennoch sehr aufschlußreich die ganze Sache. Wie schnell die Dinger tatsächlich sein können habe ich auf die Schnelle auch nicht herausbekommen. Das hängt mit Sicherheit auch von der Baugröße etc. ab. Extrem schnell sind sie auf jeden Fall, man müsste mal 'nen Puls mit steigender Frequenz auf ein Reed schicken um zu sehen, wann es schlapp macht…

Gruß, Rudi

Der auf und abbau der Magnetfelder dürfte das Zeit bestimmende Glied sein.
Bewegte Permanentmagnete sind da eher günstig für hohe Schaltfrequenzen.
Elektromagnete mit Eisen eher lahm.

RudiDL5:
Dennoch sehr aufschlußreich die ganze Sache. ...

Ja, auch für mich :slight_smile:

Dass das mit den 6 GHz Schaltfrequenz eine fehlerhafte Interpretation ist, war mir gleich klar. Aber dass die Dinger so schnell sind, wundert mich doch ein bisschen. Vielleicht rechne ich mal aus, wie lang bzw. kurz der Impuls sein müsste, wenn man mit 20 km/h durch die Pampa radelt.

Andererseits ... eigentlich sollte ich spazieren gehen. Bei dem Wetter habe ich alles für mich ganz allein ...

Gruß

Gregor

In meinem ist ein Reedkontakt.
Plus ne kleine Spule und so bissel Gedöns- die Spule soll wohl ne Art Antenne sein (ich hab nen kabellosen).
Die Raddrehzahl ist gar nicht mal so hoch: du hast über 2m Radumfang.
Bei einer Umdrehung/s biste also schon mit rund 7.2 km/h unterwegs, und selbst bei Tempo 80 haste grad mal zehn U/s.

Rabenauge:
Die Raddrehzahl ist gar nicht mal so hoch: du hast über 2m Radumfang.
Bei einer Umdrehung/s biste also schon mit rund 7.2 km/h unterwegs, und selbst bei Tempo 80 haste grad mal zehn U/s.

So gesehen ist das nicht so flink. Aber schalten tut das Relais ja nur für einen Moment, während der Magnet dran vorbeisaust. So gesehen ist das schon flinker.

Gruß

Gregor

Die bewegten Teile (eigentlich nur eins) liegt im hundertstel Gramm Bereich.
Viel Trägheit ist da nicht zu erwarten.