Ich hatte vor ein paar Wochen auch ein ähliches Problem - es geht um die Versorgung meiner im Bau befindlichen Wetterstation.
Das Ding soll autark alleine draussen vor sich hinwerkeln und auch "Strippenfrei" arbeiten.
Also (auch) mit Solarzelle, Akku und zur Kommunikation ein kleiner NRF-Transceiver. Das Management macht ein UNO.
Ich hab lange hin und her überlegt, welche Akku-Kombi und Solar-Panel mit welcher Spannung/Leistung ich nehmen soll.
4x NiMh erreichen mal so eben 5V, wenn sie voll sind - für direkten Anschluss. Was ist, wenn die Nachladung wegen Schlechtwetter nicht passt und der Akku auf 4V gesamt geht ? Läuft der Dino dann noch ?
5x ist zu viel für Direktanschluss und zu wenig für den internen Regler. Also 6x oder mehr.
Ein 2S-Lipo hat auch nur 7,4V im geladenen Zustand und kommt dann auch mal bei 6V an. Passt also auch nicht.
Also min ein 3S-Lipo mit 11,1V - da geht wieder zu viel im Regler flöten ...
Und wie die Ladung regeln ? Man müsste den Strom und die Spannung des Panels messen und im Dino so was wie einen MPPT-Regler intergieren, der neben den Mess-Daten auch noch die Stromversorgung sicherstellt.
Dazu müsste dann ja auch noch kontrolliert werden, wie es um den Akku steht, wenn er mangels "Bestrahlung" seinem Kapazitätsende entgegen geht.
Alles sehr aufwendig ....
Ich mache das nun wie folgt:
Energiespeicher ist ein 1S-Lipo mit 3,7V (Ladeschlussspannung). 1300 mAh.
Das Solar-Panel ist ein 1,5W-Typ mit 5/6V Spannung und max. 300mA.
Als Laderegler kommt ein USB-LiPo-Lader zum Einsatz. Hab ich von Wetterott, PRT-10161. 10,60€
Das Teil lädt einen 1-Zellen-LiPo automatisch mit max 500mA.
Um auf die Betriebsspannung zu kommen, werkelt dann ein StepUp-Regler 1,5-5 nach 5V fest. Auch Wetterott, 2115. 3,08 €
Hängt dann direkt am Lipo und soll 1A schaffen (das Ding ist so winzig).
Hier muss ich mich dann eigentlich um nix kümmern.
Sobald das Panel genug Dampf entwickelt, wird die LiPo-Zelle mit dem verbleibendem Strom geladen. Maximalstrom 500 oder 100 mA einstellbar, Überladung ausgeschlossen. Bei Unterspannung wird das Panel im Lader abgeschaltet - ich brauche nicht mal ne Schottky-Diode als Entladeschutz.
Der Dino bekommt immer artig seine stabilen 5V, egal ob grade bis an 3,7V geladen wird oder der Lipo vor der Entladegrenze bei 3V steht.
Die 3,3V für den Sender kommen vom Dino.
Einziges Problem ist noch:
Was tun, wenn das Solar-Panel dann doch zu klein dimensioniert ist und / oder es dauerhaft düsteres Wetter gibt ?
Ich kann zwar mit dem Dino die LiPo-Spannung direkt messen (sind ja nur max. 3,7V) und mittels eines Relais o. ä. den Dino vom Akku trennen - aber wie schalte ich den wieder ein ?
So ein Relais - dauerhaft angezogen - braucht auch wieder einen Saft und ein Resetknopf an der Seite ist auch kabbes.
Fragt sich jetzt vielleicht jemand: Warum ist er da so scharf drauf, eine Abschaltung zu haben ?
Ganz einfach: LiPo's sind sehr empfindlich gegen Unterladung. Andere Typen sind da nicht so sensibel, mögen das aber auch nicht.
.... ich hab übgrigends anfang des Jahres einen 55Ah-Gel-Akku zu Tode entladen ! Irreparabel in Dutt.
Ich werde mir da wohl was kleines Basteln müssen: Ein Fenster-Komparator misst die LiPo-Spannung. Fällt diese unter 3V, wird der StepUp-Regler mittels MosFET o.ä. vom Lipo getrennt und erst bei ca. 3,5V wieder zugeschaltet.
Dann ermittelt meine Wtterstation vielleicht eine Weile keine Daten, aber der Akku bleibt am Leben.