LD1117-3.3 : Ausgangsspannung steigt bis auf 4V

Hallo miteinander,

ich mache gerade meine ersten Gehversuche mit PCBs bzw. ich habe auch schon das eine oder andere Board bei JLCPCB bestellt. Würde mich aber noch als Anfänger bezeichnen.

Ich habe mir nun zwei unterschiedliche PCBs herstellen lassen mit jeweils einem LD1117-3.3 an Board. Nennen wir diese PCB_A und PCB_B. Von beiden habe ich 2 bestückte Platinen.

Die LD1117 haben einen 10uF (Ceramic, 25V) Kondensator auf der Eingangsseite und den selben auf der Ausganggseite, sehr dicht am LD1117 positioniert. Identisch auf beiden PCBs.

Ich speise nun eine variable Eingangsspannung von 0V-14V auf die beide PCBs gleichzeitig ein.

PCB_A tut was ich erwarte.
Ab einer Eingangsspannung von ca. 4V erwacht der LD1117 zum Leben und liefert ab da eine praktisch konstant Ausgangsspannung von 3.3V

PCB_B erwacht ebenfalls bei ca. 4V zum Leben.
Jedoch verhält sich der LD1117 hier ganz anders.
Von ca. 4-5.5V ist die Ausgansspannung konstant 3.3V.
Ab ca. 5.5V erhöht sich die Ausgangsspannung mit höher werdender Eingangsspannung.
5.5V - ca. 7V Eingang --> Ausgang ca. 3.6V
Ab ca. 8V Eingang --> Ausgang fast 4V

Wie oben schon beschrieben, habe ich von beiden PCBs jeweils 2 Stücke. Das Verhalten ist bei beiden Stücken das selbe. Daher denke ich, dass man einen zufälligen Bauteildefekt ausschließen kann.

Jetzt ist eine Ferndiagnose natürlich nicht möglich, aber könnte ich ein paar Hinweise von erfahrenen User bekommen, wo ich genau hinschauen sollte. Ist euch so etwas schon mal untergekommen und was war da die Ursache. Einfach ein paar Denkanstöße in die richtige Richtung.

Ich bedanke mich im Vorraus und Grüße!

Ich vermute diese Ursachen:

  1. Der Regler selber ist kaputt
  2. Schwingneigung, auf Grund falscher Beschaltung

Hey, fixe Antwort, danke :slight_smile:

Dass der Regler kaputt ist, denke ich, kann man ausschließen bzw. es wäre ein unfassbarer Zufall, dass der LD1117 auf beiden PCB_A funtioniert, und auf beiden PCB_B defekt ist.

Schwingneigung auf Grund falscher Beschaltung:
Könntest du das bitte näher erleutern?
Wie kann ich diese Vermutung überprüfen?
Ein Oszi habe ich da, habe aber keine Schwingunen in der Ausgangsspannung sehen können...

Das ist mir aufgefallen und für ungewöhnlich empfunden.
Das Datenblatt sagt:
image

Also 100nF (ganz dicht) am Eingang.

Deine 10µF dürften nicht schaden, aber wirken nicht gegen hohe Frequenzen.

Du mißt mit einem Digitalmultimeter in AC Bereich.
Wenns schwingt dann hast Du da einen Spannung verschieden von 0,0-irgendwas (einige Zehn mV wirst Du auch bei nicht schwingen messen).
Mach eine Vergelichsmessung zwischen den 4 Platinen.

Zum Verhindern der Schwingneigung schaltet man 0,1µF Kondensatoren paralell zu den 10µF. (ja das macht Sinn).

Grüße Uwe

Hey Uwe, danke für dein Feedback.

Ich habe mir das jetzt noch einmal genauer angesehen mit dem Oszi.

Tatsächlich fängt die Ausgangsspannung an unruhig zu werden, wenn die Eingangsspannung in den Bereich 5.5-7V kommt. Genauer gesagt sehe ich kurze Flanken / Spannungseinbrücke um ca. 0.3V für ca. 0.02ms, wiederkehrend ca. jede Sekunde.

Ich sehe aber auch, dass sich das Grundspannungslevel auf die oben genannten Werte anhebt. D.h. das Spannungsniveau ist schon erhöht - die kurzen Einbrüche gehen dann von dieser Erhöhung ab.

0,1µF Kondensatoren habe ich leider gerade nicht da zum testen. Ich habe aber deine Beschreibung so verstanden, dass das hilft hohe Frequenzen zu filtern, ich sehe jedoch keine bzw. ich sehe, dass sich das gesamte Grundspannungslevel anhebt.

Vergleichsmessung auf PCB_A (wo alles top funktioniert):
Ausgangsspannung ist wie angenagelt auf 3.3V (Eingangsspannung 5-14V).
Kondensatoren identisch wie PCB_A
:thinking:

Auf PCB_B (mit den Problemen):
Hier sind die Kondensatoren auf der Unterseite der PCB, quasi direkt unter dem LD1117.
Könnte das dieses Verhalten erklären?

Wenn dir das nicht als Beweis reicht.....

Du könntest auch einen AMS1117 einsetzen.
Der braucht den 100nF nicht.

Auch schon mal das Oszi an den Eingangspin gehalten?

Welchen meinst Du?

http://www.ams-semitech.com/attachments/File/AMS1117_20120314.pdf
http://www.advanced-monolithic.com/pdf/ds1117.pdf

Hey combie,
ja...

Eingangsspannung ist relativ störungsfrei.

Gibt es noch etwas, was ich prüfen könnte, um der Ursache auf die Schliche zu kommen?

Einfach einen anderen Wandler ausprobieren, kann ja keine Maßnahme sein. Irgendwas ist ja faul, sonst würden ja nicht 2x LD1117 auf 2 PCBs identisch "versagen".

Bin für weiteren Input offen, danke!

Was genau heißt "relativ" ?

Warum nicht auf beiden Seiten des Reglers einen 0,1yF keramischen Kondensator ?
Die stören nicht, kosten wenig, können aber durchaus helfen.

Hey, danke für den Input.

Habe welche bestellt und warte, dass sie da sind. Dann werde ich testen.

Gibt es sonst noch etwas, was ich bis dahin prüfen könnte?

Das nenne ich Resistenz.


Frage dich doch mal bitte, was du uns bisher mitgeteilt hast.
Und dann sage mir, was ich dir vorschlagen könnte.....

Mein (virtueller) Rat:
Prüfe mal R42, dessen Wert könnte von dem Wert im Schaltplan abweichen.

Der kann zu "hart" für den Ausgang sein.

Mein Rat (wie so oft):
Datenblatt lesen, und sich an die dortigen Empfehlungen halten.

Wenn die eigene fachliche Kompetenz Größer oder Gleich der des Datenblatt Erstellers ist, kann man ja davon abweichen.

Meine Annahme:
Niemand kennt den Chip besser, als die Datenblatt Ersteller.

Und ein 22yF ist das nicht ?

Nein.
Oder nicht unbedingt.

Tendenziell ist steigt die Induktivität und auch der ESR Wert, eines Kondensators, mit der Kapazität.

Der 10µF (oder größer) wirkt als Stützkonensator
Der 100nF als Abblockkonensator

Danke, war mir auch vorher schon klar.

Dann verstehe ich deine Frage nicht.

Oh, das wusste ich nicht.
Ich setze den 0,1yF als Abblockkondensator ein und damit ist doch alles gut.

Ich kann nicht sagen, ob der 100nF am Ausgang gefährlich ist.
Weiß nur, dass er im Datenblatt nicht gefordert ist.
Zumindest nicht am Ausgang, am Eingang allerdings schon.

Grundsätzlich:
Wir haben rund um den Regler Leitungsinduktivitäten und Kondensatoren.
Im Regler stecken Verstärker mit Rückkopplungen.
Damit hat man alle Elemente, um einen (unerwünschten) Oszillator zu bauen, an einem Ort versammelt.

Hallo,

wenn ich das von Weiten einschätzen soll, kommt für mich entweder eine Verpolung in Frage, je nach Gehäuse, oder Kurschluss beim Löten oder falschen Typ bestückt.
Unbeeindruckt der Tatsache das die 2. Platine funktioniert, deutet der Fehler eigentlich auf eine Verpolung hin, wenn die Ausgangsspannung hoch geht. Das am Rande.
Ist die Platine selbst bestückt?
Lötungen kontrolliert?
Verbindungen kontrolliert?
Ist die Beschriftung bei beiden LDOs gleich?
Woher kommt die Eingangsspannung?
Ansonsten bitte Schaltplan und Layout zeigen.
Wenn Target oder KiCad kannste auch das Projekt zippen.