ich bin noch ein ziemlicher Neuling auf dem Gebiet Arduino,
Habe das Starter paket gebaut und meine Kaffeemaschine ans Netz angeschlossen. Jetzt habe ich aber eine etwas größere Frage.
Und zwar versuchen wir gerade in der Firma einen Abhörsicheren Konferenzraum zu bauen. Alle Angebote fangen hier bei 20K an und gehen bis zu 500K. Jetzt ist meine Frage.
Es müsste doch möglich sein mithilfe von Arduino einen Funkwellenstörsender zu bauen.
Ich stelle mir das so vor: ArduinoBoard mithilfe eine Wireless-Sields und eines GSMShields, dann reverse engineeren so dass es funkwellen störsignale aussendet, anstatt sie zu empfangen. Ist dies technisch überhaupt möglich mit den Shields?
Wie kann man dann die Störsignale so abfangen, dass sie nicht auch die Computer-Infrastruktur im gesamten Gebäude lahmlegen, sondern nur in dem Raum bleiben. Bauliche Maßnahmen?
Solange es bei der gesamten Investition deutlich unterhalb der 20K handelt ist meine Chefin bereit dazu, mich machen zu lassen.
Ein abhörsicherer Raum ist von der Baulichkeit her erstmal ein fensterloser, unterirdischer Raum mit dicken Wänden und erstklassigem Schallschutz, der eine solide Stahltür hat und innen lückenlos mit Stahlblech ausgekleidet ist.
Was hat das mit einem Arduino zu tun?
BTW: Rechte zur Nutzung von Funkfrequenzen werden in Deutschland von der Bundesnetzagentur zugeteilt. Wenn Du eine Frequenz zu anderen Zwecken nutzt als es die Lizenzerteilung und der Frequenznutzungsplan der Bundesnetzagentur hergibt, handelst Du illegal und bist mit Bußgeld oder Einknastung bedroht. Störsender sind technisch leicht zu realisieren, aber wehe Dir, Du nutzt Funkfreqzenzen nicht gemäß der Nutzungslizenz. Erstens mal dürfte ein Störsender genehmigungspflichtig sein, und zweitens mußt Du (siehe oben wg. Stahltür und Stahlblechauskleidung) dafür sorgen, dass die Störsignale sich nicht außerhalb des beabsichtigten Bereichs verbreiten.
Ja, das mit dem Raum im Keller und Stahltüre ist klar, Fensterlos soll er auch sein.
Das Arduino soll im Grunde genommen nur als zusätzliche Maßnahme für einen Funkwellenstörer genutzt werden.
Um mögliche Industriespionage selbst innerhalb des Raumes zu vermiesen.
Das mit den Frequenzen ist natürlich gut, dass du das ansprichst, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.
Also nochmal die Frage, ist es möglich mit dem Arduino einen Funkwellenstörsender zu bauen der mithilfe der angebotenen Shields eine wirksame Abwehrmethode durch Industriespionage mitgibt?
felix-lava:
Also nochmal die Frage, ist es möglich mit dem Arduino einen Funkwellenstörsender zu bauen der mithilfe der angebotenen Shields eine wirksame Abwehrmethode durch Industriespionage mitgibt?
Ein Arduino ist ein Mikrocontroller und hat als solches mit der Erzeugung von Funkwellen direkt überhaupt nichts zu tun.
Du kannst an einen Mikrocontroller allerdings Funkmodule anschließen und diese darüber steuern: Die Funkmodule ein- und ausschalten, oder die Daten beeinflussen, die vom Funkmodul gesendet werden.
Aber wenn jemand als Teilnehmer an einer Konferenz innerhalb eines abgeschirmten Raumes spionieren möchte und die Möglichkeit zum Mitbringen von elektronischem Kleinspielzeug hat (Spionageprinzip "Maulwurf"), ist er übrigens nicht auf Funk angewiesen: Er kann ja auch einfach eine Audio-Tonaufzeichnung machen, mitnehmen, und die aufgezeichnete Datei später irgendwohin übermitteln. Oder die Putzfrau oder jemand anderes mit Zugang zum Raum platziert eine tongesteuerte Wanze im Raum, die beim Vorhandensein von Geräuschen mit einem Mikrofon aufzeichnet, und die später wieder eingesammelt und ausgewertet wird. Funktioniert komplett ohne Funk.
leute, es ist doch klar, daß hier eine alibi-lösung gesucht wird.
die chefin will sagen können: "wir haben einen abhörsicheren raum!"
damit kann man die heutigen idioten in den führungs-etagen beeindrucken, und mehr braucht es nicht...
eine bessere möglichkeit wäre natürlich, wenn alle ihr handy draußen liegen lassen, weil:
will ein externer mithören, kann er ein handy "gekidnappt" haben und mithören. dagegen würde auch ein störsender helfen. jedoch gibr es auch software für's handy, die aufnimmt und erst sendet, wenn es wieder am netz ist. also ist ein störsender sinnlos, handy draußenlassen hilft da.
allerdings macht es bei den bereits erwähnten heutigen idioten in den führungs-etagen kaum eindruck, wenn man sagt: "bei besprechungen lassen alle ihr handy draußen." viel besser wirkt es, wenn man "abhörsichere räume mit störsender" hat.
also helft ihm doch, den störsender zu bauen, seinen wirklichen zweck wird er erfüllen (nur halt nix gegen's abhören helfen).
daß es bessere (und einfachere) möglichkeiten zur industriespionage gibt, wurde ja erwähnt. die putzfrauen sind da ein wirklich gutes beispiel. alle von externen firmen, wechseln ständig und haben ÜBERALL zugang.
aber da sind wir wieden bei den heutigen idioten in den führungs-etagen.
Ganz so einfach isses eben dann doch nicht-selbst wenn wir mal von ausgehen, dass wir nur das Handynetz komplett lahmlegen wollten. Darüber, dass da schlicht und ergreifend VERBOTEN ist, diskutieren wir hier nicht- es würde ne Straftat.
Aber nehmen wir an, wir dürften das, dann müsste man entweder nen richtigen Jammer basteln (und nein, dafür gibts, aus naheliegenden Gründen, keine Shields), der die Handyfrequenzen komplett und breitbandig mit Störungen überlagert- nur dann funktionierts. Der Witz ist, das heutzutage viele Protokolle so enorm störungsunanfällig sind, dass es nur noch mit richtig Aufwand geht.
Und mit genug Leistung- wo wir dann schonmal das Thema Elektrosmog-Gesundheitsgefährung auch betrachten müssten.
Und: damit wäre dann erst der normale Handyempfang dicht- alle anderen Frequenzen sind da noch gar nicht bei....
Kurz gesagt: wenn man die ganzen nötigen Genehmigungen und den nötigen Aufwand berücksichtigt, halte ich die oben angegebenen Kosten durchaus für realistisch-na gut, bissel was will die Firma ja auch noch verdienen.
Sinnvoller (und möglicherweise sogar legal) wäre es, den Raum in einen fahradayschen Käfig zu verwandeln- die Wände mit Kupfer "tapezieren", und das Ganze zu erden.
Kann man sogar unter ner normalen Tapete machen-obs allerdings billiger wird...
Dazu kämen dann aber auch wieder zusätzliche Massnahmen: definitiv keinerlei Fenster, Rauschgeneratoren in den Wänden (mitm Handy was abhören kann jeder Depp, aber Profis haben da bissel mehr drauf).
Und: das alles schützt absolut nicht dagegen, dass einer der Anwesenden alles aufzeichnet!
Dazu wären richtig rüde Mittel nötig: entweder am Ausgang sehr starke Magnetfelder, die alles löschen (womit allerdings mal im Raum befindliche Handys dann hinüber wären) oder eben sehr grünliche Personenkontrollen.
Danke für die vielen Antworten. Ich gehe die mal der Reihe nach durch.
jurs:
felix-lava:
Also nochmal die Frage, ist es möglich mit dem Arduino einen Funkwellenstörsender zu bauen der mithilfe der angebotenen Shields eine wirksame Abwehrmethode durch Industriespionage mitgibt?
Ein Arduino ist ein Mikrocontroller und hat als solches mit der Erzeugung von Funkwellen direkt überhaupt nichts zu tun.
Und da wäre dann schon die Antwort auf meine Frage.
Also ich kann mithilfe eines Arduinos und Twitter meiner Kaffeemaschine verschiedene Befehle geben aber keinen Störsende bauen.
Eisebaer:
leute, es ist doch klar, daß hier eine alibi-lösung gesucht wird.
die chefin will sagen können: "wir haben einen abhörsicheren raum!"
damit kann man die heutigen idioten in den führungs-etagen beeindrucken, und mehr braucht es nicht...
eine bessere möglichkeit wäre natürlich, wenn alle ihr handy draußen liegen lassen, weil:
will ein externer mithören, kann er ein handy "gekidnappt" haben und mithören. dagegen würde auch ein störsender helfen. jedoch gibr es auch software für's handy, die aufnimmt und erst sendet, wenn es wieder am netz ist. also ist ein störsender sinnlos, handy draußenlassen hilft da.
Genau das ist der Fall! Nur wollte ich es so halt nicht direkt sagen.
Handy's werden sowieso bei uns in den Meetings verpönt aber das hat eher den Faktor der ständigen Erreichbarkeit mal einen Riegel vorzuschieben als wirkliches Sicherheitsdenken.
Aber das ist ein guter Punkt.
Abtasten der Fensterscheiben mittels Laser; die akustischen Ereignisse im Raum bringen die Fensterscheiben (minimal) zum Schwingen und die Bewegungen können abgetastet werden
Im kalten Krieg wurde dieses Prinzip als passive Wanze mit Mikrowellenanregung realisiert
Da hat wohl ein Botschafter dem anderen Botschafter der Gegenseite ein persönliches Geschenk gemacht. war wohl ein Aschenbecher, oder sowas. Das Ding hatte eine Metallmembrane als Mikro und wurde mit einem gebündelten Mikrowellenstrahl durchs Fenster abgetastet, der dann moduliert wurde. ]
Hallo,
"Abhörsicheren Konferenzraum zu bauen"
Das wird mit dem Arduino kein Problem sein- Du baust einen abhör-sicheren
Raum, und stellt einen Arduino auf den Tisch.
Aber mal Spaß "bei Seite"
Das erste was Du brauchst ist ein "Faradayscher Käfig" Die günstigste Methode
wäre ein "Raum" aus Maschendraht- Wenn es etwas kostspieliger werden darf-
es gibt auch "KupferTapeten" und KupferMatten die Du auf/in der Wand montieren
kannst.
Nur was machst Du, wenn die Wanze in der Steckdose montiert ist?
Leistung ohne Ende!
Es ist recht einfach mit SMD-Bauteilen einen kleinen UKW-Sender zu bauen, den
montiere ich ins Telefon, finden wirst Du den nicht- und Dein "GSM" kannst Du
in die Tonne klobben!
Das eigentliche Problem, dass Du hast- ist, Du kennst die "andere Seite" nicht.
Was willst Du, in welchem Bereich, denn überhaupt stören?
Du kannst heute Wanzen kaufen, die arbeiten in einem Bereich der höher 2GHz
liegt.
Also bekomme erst einmal raus, wer Dich denn abhören will, und was ihm dafür
zur Verfügung steht. Wie willst Du einen unsichtbaren Feind bekämpfen?
Viel Spaß dabei.
Andreas