gregorss:
Was einen wie mich wundert, weil ich dachte, dass (Modellbau-) Servos, die nicht gerade billig sind, wenigstens das können, was man als Hobby-Ingenieur erwarten darf.
Hallo Gregor,
wieso meinst Du, dass man das erwarten darf? Weil die Entwickler der Servo-Lib diesen Bereich von 0..180 eingeführt haben? Servos wurden nicht für den Arduino entwickelt.
Modellbauservos sind für die Ansteuerung von Rudern, Lenkungen, Drosselklappen oder ähnlichem entwickelt worden. Die werden über eine in den Servoarm eingehängte Stellstange betätigt. Durch den Hebelarm wird die Drehbewegung des Servo in Zug und Druckkräfte an der Stellstange umgesetzt. Dabei sind Drehbewegungen von +/- 90° um die Mittelstellung kontraproduktiv, denn in den Endbereichen würde die Stellstange nur seitlich bewegt, ohne dass nennenswert Zug- oder Druckkräfte umgewandelt werden können. Befinden sich noch weitere Umlenkhebel im Stellweg, so könnten die sogar verkanten.
Deshalb sind die Standard-Servos für einen Drehbereich von +/-60Grad spezifiziert, denn in dem Bereich funktioniert die Umsetzung Drehbewegung->Linearbewegung noch effektiv.
Natürlich ist der tatsächliche Bewegungsbereich etwas größer, denn man braucht ja noch etwas 'Luft' und ein Servo sollte auch nicht gegen seine Anschläge laufen, das tut der Mechanik nicht gut. +/-90Grad macht aber für einen Standard-Servo keinen Sinn, und die kann man deshalb auch nicht erwarten ( auch wenn es welche gibt, die da rankommen ).
Klar gibt es auch Spezialservos für alle möglichen Sonderfälle, die haben dann gegebenenfalls einen größeren Stellbereich, oder sogar gar keine Anschläge ( z.B. Ankerwindenservos ).