Hallo, es hat wenig mit Arduino zu tun, aber im Moment weiß ich nicht wo ich so eine Frage stellen könnte. Ich bastle gerade an einer Art Kettenfahrzeug. Funktioniert wie üblich mit zwei Motoren für linke / rechte Seite. Zum Lenken wird ja eine Seite schneller gedreht, als die andere. In meinem Fall kann ich aber nur den einen oder anderen Motor ansprechen, oder beide gleichzeitig, aber eben nicht graduell. Wenn also nur ein Motor dreht ist die Drehbewegung sehr abrupt, da die Gegenseite steht.
Da habe ich an eine mechanische Lösung gedacht, eine Art Mitnahmeachse, die jedoch untersetzt ist und entsprechend langsamer dreht. Diese Mitnahmefunktion muss natürlich für beide Seiten funktionieren. Im Moment kann ich das Problem nur so beschreiben, sollte das nicht verständlich sein würde ich gerne auf die Fragen hin präzisieren. Ich suche nach ähnlichen Fällen und Lösungen und freue mich auf Hinweise oder Brainstorming. Eine elektronische oder Softwarelösung ist für dieses Projekt nicht möglich. Das Fahrzeug ist Handflächengroß, es müssen auch nicht besonders starke Kräfte übertragen werden. Es könnte also mit Zahnrädern oder über Reibung übertragen werden.
Eine Untersetzung, die in beiden Richtungen als solche funktioniert, ist nicht so einfach, schon gar nicht bei der gegebenen Größe.
Wenn es sich um zwei Getriebelose Motoren handelt, würde ich einfach mal versuchen, die beiden Wellen der Motoren mit Scheiben aus Kunststoff und Filz zu koppeln.
@themanfrommoon@noiasca weil es sich um ein günstiges Spielzeug handelt, welches umgebaut wird, es gibt die Innereien mit zwei Motoren, Elektronik und Akku sowie eine Fernbedienung. Dieses Grundgerüst bleibt. Mechanik kann ich bis zu einem gewissen Grad mit dem 3D Drucker ergänzen.
@nano555e so etwas schwirrt mir auch im Kopf, jedoch ist dabei noch keine Untersetzung da, sich darauf zu verlassen, dass die Filzscheibe nur einen gewissen Grad der Drehung überträgt wäre mir zu unzuverlässig. Ich denke an zwei Wellen die bereits untersetzt sind, sie drehen sich immer mit, werden aber bei Antrieb der Motoren "übertönt"
zwei Achsen, weil ja sobald eine in eine Richtung untersetzt, ist sie in die andere eine Übersetzung. Evtl. ist da was mit einem Planetengetriebe zu machen?
....dachte ich mir.
Dein Lösungsansatz ist nicht der richtige.
Es ist viel einfacher die Motortreiber zu ersetzen und die Motoren per PWM anzusteuern. Das ist ein Kinderspiel und da bist du hier an der richtigen Adresse.
Ein Differentialgetriebe zu bauen ist 100x mehr Aufwand, in der Größe wahrscheinlich nicht machbar, schon gar nicht mit der "Präzision" eines 3D Druckers (ich habe selber zwei 2D Drucker und bin gelernter Industriemechaniker, Maschinenbauingenieur und Modellbauer) und da bist du hier auch an der falschen Adresse.
Oha, bei der Größe, die mir vorschwebt (Handtellergroß, also in etwa die Größe eines Matchbox-Autos) möchte ich mal jemanden sehen, der ohne Lupe und kleinstes Werkzeug andere Motortreiber an eine vermutlich fertige Platine dengelt und dann der Platine auch noch erklärt, wie er sie diese ansteuern soll.
Deshalb sagte ich ja, daß eine definierte Kopplung wohl nicht geben wird.
Dazu hätte ich zwei Ideen.
Einmal die mechanische: Jeder der Motoren wird durch eine zusätzliche Bremse etwas gebremst. Diese kann auch aus einem Stück Filz oder ähnlichem bestehen, das auf die Welle drückt.
Die elektrische: Parallel zu jedem Motor ein winziges Relais schalten und mit diesem den anderen Motor über einen Widerstand bestromen. Wobei ich mal vermute, selbst kleinste Relais dürften nur schwer in das Fahrzeug passen. (Die kleinsten Relais, welche ich kenne, haben etwa die Ausmaße eines etwas höheren DIL-Gehäuses, was aber nicht heißen muss, daß es nicht auch kleinere gibt)
Das mit dem Widerstand gefällt mir sehr, dazu müsste ich aber die Leitungen kappen und neu löten Da habe ich Angst davor, dass etwas danach nicht funktioniert. Die Kontakte der Motoren sind auch sehr tief versteckt. Es ist in der Tat fummelig. Die Platine hat 15x25 mm. Es ist jedenfalls eine sehr galante Lösung die ich im Hinterkopf behalte!
Zum Verständnis, warum ein Relais? Wenn ich richtig verstehe kann ich einfach die Pole der Motoren kurzschließen, an der Kurzschlussleitung jedoch einen Widerstand einbauen. Dann dreht immer der nicht direkt bestromte Motor langsamer.
@themanfrommoon ich gebe dir recht, dass selbst mit dem 3D Drucker es ein Abenteuer wird, ich möchte aber kein Feingetriebe, es würde wenn dann über Reibung funktionieren. Zahnräder kann ich für diesen Einsatzzweck auch drucken, ich achte darauf, dass der Zahn zwei Bahnen-breit ist. Damit kann ich Zahnräder 5.6 mm im Durchmesser mit 6 Zähnen drucken. Sie dürfen halt nicht zu sehr belastet werden. Ich suche das Prinzip oder Ideen dazu, wie das Umgesetzt wird können wir gerne im Anschluss auch diskutieren.
Zeig doch mal n Foto von dem Ding, damit man sich das überhaupt mal vorszellen kann.
Handtellergroß kann immernoch von Matchbox Auto über Carrera 1:32 bis Carrera 1:24 gehen.
Kommt auch auf die Hand drauf an
Mit Relais würde es ohne eine mechanische Kopplung funktionieren.
Wenn beide Motoren nur eine Richtung kennen und nicht rückwärts laufen, wäre es auch noch möglich, die geschalteten Pole des Motors mit einem Widerstand zu verbinden. Sind beide angesteuert, laufen sie mit hoher Drehzahl, ist nur einer angesteuert, bekommt der andere nur die Spannung über den Widerstand und läuft langsamer. Das funktioniert aber nicht, wenn die Motoren auch rückwärts laufen können.
In schwarz die (vermutete) Originalschaltung, bei nur einer Drehrichtung und in rot der zusätzlichen Widerstand.
Können die Motoren aber in beide Richtungen laufen, werden sie mit H-Brücken angesteuert, die sich auch in einem IC befinden können. Dann geht das nicht.
Danke für die Erläuterungen! Interessant, dass es elektronisch auch nur in eine Richtung geht. Ja, das Spielzeug fährt in beide Richtungen.
Mechanisch verfolge ich diese Lösung. Die Drehbewegung des Motors wird über ein Getriebe auf die andere Seite gebracht. Wenn dort der Motor auch läuft, läuft die Schnecke schneller als deren Zahnrad und die Schnecke schlupft durch. Rein konzeptionell würde jedoch beim Rückwärtsfahren einen Kurzschluss geben und dann verkeilt sich das Getriebe wohl. Es müsste wohl viel komplexer sein, zB. mit Zahnstangen, die wie Hebel die Zahnräder aus dem Getriebe herausnehmen. (Die Schnecken auf dem Bild sind spiegelbildlich, da fürs moderieren einfacher, man muss aber die Funktion selbst zu ende denken)
Mechanisch ist das im Grunde einfach.
Nehme das Bild mit der Filzscheibe, denke dir ein Verzahnung im 90Grad Winkel an den Seitenscheiben. Nun eine Welle mit einem kleinen Ritzel dazwischen.
Die bremst du mehr oder weniger ab und schaltest jeweils den passende Antriebsmotor ab.
Der andere übernimmt den Antrieb wobei dann die Richtung von dem Bremsgrad abhängig ist. Nur, wie kommt die Bremse zu einer Regelung? Auch hier bist du vermutlich wieder bei einer „Bremselektronik“
Ich denke auch, dass es anders einfacher geht. PWM an jedenMotor, gut ists.