Qalität von Bauteilen China vs. EU

Für eine Sache bräuchte ich div. Bauteile wie Elkos, Widerstände usw. in verschiedenen Mengen.

Es gibt ja sehr viele günstige Angebote aus den chinesischen Raum, die den etwas teureren Europäischen gegenüber stehen.

Aber wie groß ist der Unterschied tatsächlich?

Ich würde ja für Dauerbetrieb immer die besseren nehmen und bei Gelegenheitsdingen oder zum Testen die günstigeren.

Was sind eure Erfahrungen?

Welche Hersteller sind gut, welche eher weniger?

Kleinteile habe ich bisher nicht aus China bezogen, kann also dazu nichts sagen.

Eines ist aber wichtig. Die Preise sind auf den Webseiten normalerweise ohne Steuern!

Wenn der Gesamtwert(!!!) der Sendung 22 Euro übersteigt werden die 19% Einfuhrumsatzsteuer fällig.
Ab 150 Euro kommt zusätzlich Zoll dazu. Da gibt es für jede Warengruppe einen anderen Satz.

Gesamtwert der Sendung ist Warenwert + Versandkosten!!

Um die Steuern und Abgaben zu sparen wird oft ein zu geringer Betrag auf den Papieren angegeben.
Wenn der freundliche Chinese dann vorschlägt, bei 200 Euro Wert auf den Zollpapieren 10 Euro anzugeben und die beim Zoll zur Kontrolle öffnen hast Du ein Problem.

Da gibt es das Flyer des Zolls: Zoll und Post, Internethandel (Faltblatt)

Gruß, Jürgen

Das Problem ist: man weiß es vorher einfach nie. Negativ-Beispiel: in einem anderen Post haben wir heute schon über die Digispark Rev 3 gesprochen. Das ist ein kleines Board mit einem ATTiny85 drauf, das es häufig auf chinesischen Seiten angeboten wird ... für den Bruchteil eines "offiziellen" Digispark. Problem dabei: der Rev 3 hat einen Design-/Produktions-Fehler und wurde deshalb vom Hersteller Digistump nicht abgenommen und kam deshalb auch nie offiziell in den Verkauf. Jetzt saß der freundliche Chinese aber auf einem ganzen Berg dieser Dinger. Und was macht er? Klar ... er verkauft sie selbst für einen Spotpreis. Dass es minderwertige Qualität ist - wen juckt's? Dass er das eigentlich nicht darf - geschenkt.

So ähnlich kann es auch bei Bauteilen laufen, die in China gefertigt werden, aber aus Sicht des offiziellen Herstellers Ausschuß sind, weil sie die geforderten Qualitätsparameter nicht einhalten. Auch diese Bauteile landen über dunkle Kanäle im Netz. Was ich auch schon gesehen habe: MOSFET's mit abgeschnittenen Beinen. Die wurden offensichtlich schon mal verbaut und dann einfach von der Platine geschnitten ... also noch nicht mal ausgelötet. Trotzdem landen die Dinger als Neuware im Netz.

Natürlich kann es auch klappen und Du bekommst die erwartete, qualitativ hochwertige Neuware ... aber wie ich anfangs schon sagte: Du weißt es halt vorher nicht. Sachen wie Produkthaftung oder Gewährleistung interessiert in China kein Aas, da sich das von hier aus nicht durchsetzen läßt.

Das ist immer ein Glückspiel.
Sogar Arduino hat vor einigen Jahren von einem namhaften Großhändler gefälschte und nicht funktionierende ATmega bekommen.

Mal klar zu sagen. Der Großteil der Elektronikteile-Produktion ist in Asien beheimatet. Darum kommt ein Kondensator auch wenn er in Europa verkauft wird aus Asien.
Im spezifischen kann ich Dir nicht allgemenin sagen ob ein x Bauteil vom billig - Verkäufer y kein Qualitätsteil ist, sondern wiederverwertete Ausschußwahre.

Grüße Uwe

Ich denke auch, dass der Versuch die Qualität zu bewerten, daran scheitert, dass man nicht nachvollziehen kann, wo tatsächlich gefertigt wurde. Bei Klamotten ist es einfacher…

Ich habe schon einiges an Boards, wie Lademodule, DC-DC-Converter TFTs etc. aus Asien bestellt und bisher nur einmal Ausschuß bekommen- da gings um ca. 4,50 “Verlust”.

Einzelne Bauelemente kaufe ich in der Regel bei den üblichen Händlern in Dtl.- einfach weil ich die Teile typischerweise zeitnah möchte- aber auch da hatte ich mal eine schlechte Serie SMD Kondensatoren erwischt.

Ein Teil des Preise kommt zustande weil man Kosten für ein Qualitätsmanagement ( Fehlervermeidung ) oder Qualitätskontrolle ( Aussortieren von Fehlteilen ) hat. Man kann Kosten sparen, in dem man zumindest zweiteres den Kunden überläßt, wobei sich auch in Asien überwiegend ein Qualitätsmanagement etabliert hat. Der Vorteil bei den Lohnkosten schrumpft Jahr für Jahr. Bleiben noch Faktoren, großes Fertigungsvolumen, Bezuschussung von Staat oder geringere Steuern...

In Europa gibt es wahrscheinlich kaum noch Fertigung- insbesondere in Deutschland sind ja Wirtschaft und Politik der Meinung man müsse nicht in Bildung investieren, man können sich die Fachkräfte auf der ganzen Welt zum halben Preis kaufen, weil ja alle unbedingt nach Dtl. wollen.
In der Realität wandern aber nicht die Fachkräfte, sondern die Arbeitsplätze.

Es gibt auch in Deutschland noch Halbleiterfertigung. Siemens und Infineon müßte in Deutschland fertigen.

Grüße Uwe

Bis auf einen Beutel Nanos, wo ca. jeder dritte einen Hau weg hatte, kann ich nichts negatives berichten.
Alle weiteren Bauteile/Sensoren funktionieren für meine Anwendungsfälle tadellos!
Da gelte ich aber sicherlich nicht unbedingt als Referenz.

Einzig negativ ist, dass die ganzen Boards allesamt scharfkantig sind. Da spart sich der Chinese wohl noch einen Produktionsschritt. Ist mit einer kleinen Feile aber unmittelbar zu beheben. Bzw. ab und an sind die Pinleisten schief. Nix was für Testaufbauten stört!

Für die Komponenten für selbstbestückte Boards, oder den Dauereinsatz (Wetterstation) greife ich aber auch zur deutschen Apotheke.
Geht schneller, bei Wiederständen und Transistoren ist der Preisunterschied in Summe nicht so entscheidend und
selbst wenn vermutlich beides aus dem selben Werk kommt, bildet man sich ein "auf der sicheren Seite" zu sein.

Einzig negativ ist, dass die ganzen Boards allesamt scharfkantig sind.

Die Platinen werden nicht einzeln bestückt sondern zusammenhängend mehrere auf einer größeren Platine produziert und nur teilweise herausgefräst (glatte Kanten). Die restlichen Kanten sind nur angefräst und werden nach der vollständigen Bestückung und Lötvorgang/ eventuell waschen gebrochen. Dadurch ergeben sch scharfkantige Kanten. Dies ist aber kein merkmal der asiatiscehn produktion sondern einen gängige Praxis. Zum auseinanderbrechen gibt es sogar extra Werkzeug.

Unten Stephan Watterott mit einer Genuino Mega 2560 Platine vor dem auseinanderbrechen.
Grüße Uwe

Hallo Uwe,
dass dies vom Brechen stammt, war mir schon klar.
Nur habe ich z.B. bei einem original Arduino aus Italien noch nie eine scharfe Kante gehabt.
Auch bei Boards von z.B. Adafruit nicht.

Daher meine Vermutung, dass die nachbehandelt oder sauberer gebrochen werden. Bzw. Europäische und Amerikanische Unternehmen mehr darauf achten.

Bauelemente bestelle ich meistens bei Reichelt. Im Regelfall hat man die nach 1-2 Tagen. Ist auch im Gegensatz zu Conrad Preiswerter.
Wenn ich nur mal 1 Bauteil brauche, gehe ich nach Conrad .(Ist bei mir in der Stadt)

Besorge mir Bauteile fast ausschließlich bei Mouser in den USA. Ist flott da und ab einem bestimmten Warenwert kein Problem mit Nachversteuerung und Versand :wink:

Wer fertige Platinen für unter 1 € kauft muss sich über die Qualität meist nicht wundern. Gibt da natürlich auch ausnahmen. Die Qualität hängt mMn nach von Bestellland ab. Fertigung von Bauelementen findet vermutlich inzwischen fast ausschließlich in Asien statt. Bei größeren Händlern in EU/USA wird scheinbar aber zumindest eher eine Qualitätskontrolle gemacht.

sschultewolter:
Bei größeren Händlern in EU/USA wird scheinbar aber zumindest eher eine Qualitätskontrolle gemacht.

Da wird normalerweise von jeder größeren Serie eine Stichprobe genommen und getestet.

Es gibt noch ein weiteres Problem mit den China Händlern. Wenn man zweimal den gleichen Artikel beim gleichen Händler kauft, heißt noch lange nicht das man auch das Gleiche bekommt.
Ich hatte zum Beispiel mal 5 Nokia LCDs bestellt die optisch genau gleich waren aber 2 von ihnen hatten eine andere Pin Belegung, was richtig Freude macht wenn man sich gerade erst Platinen hat produzieren lassen. :confused:

URad.jpg