Suche: Greifarm als Unterstützung auf dem Elektrorollstuhl

Hallo!
Nachdem ich bisher ein wenig mit Umweltmessungen und einfachen Relaisschaltungen meine Elektronikkenntnisse erweitern durfte, möchte ich mich nun an ein sinnvolles Projekt begeben.
Die Idee ist, für einen Fünfjährigen im Elektrorollstuhl eine Möglichkeit zu schaffen, Gegenstände festzuhalten und in einem kleinen Radius zu bewegen, gesteuert mit einem leichtgängigen Joystick und vielleicht unterstützt durch einfache Programme (Gegenstand nach vorne holen und auf dem Rolli-Tisch ablegen, Gegenstand zur Seite bringen und abwerfen...).

Nun gibt es erst Mal unzählige Modelle, aber das ganze sollte noch einige Spezifikationen aufweisen: Mindestens 5 Freiheitsgrade, Radius von mind. 45 cm, idealerweise drei Greiffinger, Netz- und Akkubetrieb, Leichtbau.

Einfache Frage (wahrscheinlich schwere Antwort): Gibt es sowas?
Bei welchen Marken sollte ich mich umsehen, bei welchen nicht?
Ist es realistisch, ohne Erfahrung in Robotik ein alltagstaugliches Gerät zu programmieren?

Oh weh, da kriegst du nix von der Stange. Alle "Roboterarme", die du im Consuberbereich findest, gehen grad' so um Schachfiguren zu bewegen. 100g Objekte bewegen ist der Gipfel der Fröhlichkeit. Problem ist, dass diese Teile nur mit RC-Servos betrieben werden. Selbst bei nur 50 cm Reichweite werden aus 100g schon 5000g/cm nur für die Nutzlast (da kommt dann das Gewicht des Armes + Aktuators am Ende noch dazu, also rechne mal lieber mit 20kg/cm). Dazu noch weiches Material, und aus der Frust ist vorprogrammiert. Nur so als Anhaltspunkt, was ein gebrauchter "echter" kostet: ▷ Used Lightweight robot LBR IV with control Kuka (V)KR C2 u. KCP2 Control Panel for sale - Machineseeker.com

Du kannst natürlich einen einfachen Roboterarm aus Aluprofilen + Stepper + Seilzügen bauen, da bist du (realistisch) bei ~ 1000 ohne Arbeitszeit. GRBL oder LinuxCNC für die Steuerung. Wenn du das gute Teil aber in Auftrag geben musst, dann kommst du eher in den Bereich von 10000 (und das ist höflich geschätzt). Andererseits gibt's in D gute Fördermöglichkeiten für Hilfsmittel, IMO sollte das machbar sein.

Hayley_Hay:
Einfache Frage (wahrscheinlich schwere Antwort): Gibt es sowas?

Als ich mich vor ein paar Jahren mal für Roboterarme interessiert habe, gab es einen aus Metall gefertigten Roboterarm, der zumindest für nicht allzu schwere Lasten vollkommen ausreichend sein sollte. Allerdings war das Ding relativ teuer (>500 €) und auch noch nicht fertig (AFAIR waren da noch Motore einzubauen).

Hayley_Hay:
Ist es realistisch, ohne Erfahrung in Robotik ein alltagstaugliches Gerät zu programmieren?

Spontane Antwort: nein.

Gruß

Gregor

Also fertige Roboterarme für Rollstühle gibt es einige, wie man bei Google sieht.

Selber einen Leichtbauarm zu entwickeln ist nicht trivial. Für die tragenden Teile braucht man sicher was in Richtung kohlefaser verstärkter Kunststoff oder ähnliches.

In Sachen Antriebstechnik habe ich hier letztens schon mal die Firma Maxon Motor empfohlen, an deren Steuerungen kommt man eventuell auch mit einem Arduino dran. Billig wird das nicht.

Hayley_Hay:
Bei welchen Marken sollte ich mich umsehen, bei welchen nicht?

Derzeit sollte in Hannover die EMO sein, da könntest Du an Informationen kommen. In der Ausbildung bin ich regelmäßig Besucher technischer Messen gewesen, da kann man manchmal auf echt nette Menschen treffen. Ein Messetag ist auch bei bester Vorbereitung sehr anstrengend, ohne meist nutzlos.