Umbau Ladeanschluss eines Kinder-Elektroautos

Hallo Leute,

mein Neffe hat vor dem letzten Winter ein Elektroauto geschenkt bekommen (könnte das hier sein).

Seit ein paar Monaten ist es allerdings nicht mehr zu gebrauchen bzw. lädt nicht mehr richtig, wie ich festgestellt habe.

Es ist eine 12V 6-FM-4,5Ah Bleisäure Batterie verbaut. Die eigentlich mit 14,40 - 15V geladen werden sollte für den zyklischen Gebrauch. Das mitgelieferte "Ladegerät" ist eigentlich nur ein billiges 12V Netzteil, meiner fachfremden Meinung nach.

Wie komme ich darauf, dass der Akku nicht mehr richtig geladen wird?
Auf der Suche nach der Ursache habe ich die Batterie einfach mal ausgebaut und mit einem richtigen Ladegerät entsprechend geladen (BOSCH Batterieladegerät C3). Nach dem Einbau ist das Auto wieder gut gefahren, allerdings hat die Batterie wohl nur noch eine max. Kapazität von 1,5Ah. Das ist OK, die Batterie kann ich ja austauschen.

Das mitgelieferte Netzteil hat einen typischen Hohlstecker als Anschluss ans Auto.
Ich möchte diesen Anschluss gerne ersetzen, sodass ich die Batterie mit meinem "echten" Ladegerät laden und dabei die Batterie schonen kann. Dabei denke ich an einen SAE-Stecker (z.B. den hier). Für SAE gibt es auch einen Adapter der auf mein Bosch Ladegerät passt.

Mir sind da allerdings zwei Dinge aufgefallen die dem Vorhaben im Wege stehen könnten:

  1. Am Ladestecker (am Auto) ist am Pluspol eine (ich schätze mal) Diode verbaut. Das erklärt auch warum ich an der Stelle die Spannung der Batterie nicht messen konnte.
  • Ich weiß nicht welchen Zweck das hier hat und ob das wichtig ist.
  • Aber ich denke es ist nicht förderlich für mein "richtiges" Ladegerät weil ich davon ausgehe, dass das Ladegerät ja auch die Spannung messen muss, um die Batterie nicht zu beschädigen.
  1. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass 2 Minuspole abgehen. Einer geht an die Batterie und einer geht zur Motorsteuerungseinheit. Ist das Ladegerät am Auto eingesteckt, wird der Strom zur Motorsteuerungseinheit unterbrochen. Dafür könnte es meiner Meinung nach zwei Gründe geben:
    #1 - Während des Aufladens soll das Auto nicht fahren dürfen. Ergibt Sinn, es ist ja ein Kinderauto und Kinder kommen auf verrückte Ideen.
    #2 - Motorsteuerungseinheit soll geschützt werden. Könnte beschädigt werden wenn z.B. 14,40 - 15V anliegen.

Wie gesagt, ich bin hier fachfremd und das sind lediglich meine Annahmen und Untersuchungen.

Mich würden eure Meinungen dazu interessieren.
Danke und schönen ersten Advent.

Anbei Bilder:
Ladeanschluss am Auto:


Motorsteuerungseinheit:


Die Diode stellt auch einen Verpolungsschutz dar für Leute die versuchen eine fremdes Ladegerät anzustecken.

IMHO: Weil wenn ein Stecker eingesteckt, dann kann man davon ausgehen, dass da irgendwo ein ladegerät mit Stromkabel dran hängt und somit ein Wegfahren mit angestecktem Ladegerät zu lasten Ladegerät, Wandsteckdose, Kabel gehen könnte.

Mein Enkel hatte auch so ein Auto, das ist mich damals auch eingefallen dass das Netzteil kann nur den Akku kaputt machen, habe den Stecker abgeschnitten und an Ladegerät geklemmt, wir hatten 2x6V Akkus in der Reihe, Habe damals nachgedacht ob einen größeren Akku kaufen, aber für die 20 Min was der Akku hält reicht das, sonst müsste Opa länger aufpassen :wink:

Hallo,

Dein C3 Ladegerät liefert zu viel Strom für eine 4,5 Ah Blei Batterie, deshalb ist es auch für Batterien ab 14Ah spezifiziert.
Blei Batterien werden normalerweise mit 1/10 der Nennkapazität geladen, bei einer 4,5 Ah Batterie also mit 0,45 A.
Welchen Ladestrom eine Batterie wirklich verträgt kann Dir aber nur der Hersteller sagen...

Weshalb willst Du wegen dem Stecker eine Umbauaktion am Auto starten ?
Schneide das Kabel vom alten Nt. ab und verbinde es mit den Anschlüssen des neuen Nts, dann bleiben auch die Sicherheitseinrichtungen erhalten (Dein 2. , - da sind beide Deiner Annahmen richtig )

Das passt schon. Das C3 hat mehrere Modi. Der Motorradmodus ist für kleinere Batterien von 1,2 bis 14Ah ausgelegt.

Danke. Diese Variante würde ich sogar bevorzugen. Aber was ist mit dem Dioden-Problem? Sind meine Bedenken unbegründet?

Ich kenne weder das Auto noch Dein Ladegerät, daher nur ein paar Gedanken zu Deinen Fragen:

  • Die Diode kann nur einen maximalen Strom von geschätzt 1 bis 2 A vertragen. Leerer Akku und stromfreudiges Ladegerät könnten die Diode in Rauch verwandeln. Mode 2 | 12 V (14,4 V / 0,8 A) gefällt mir.
  • Dein Ladegeräte mißt die Spannung zur Auswahl von Impulsladung, da könnte die Diode mit 0,6 V Spannungsabfall Einfluß nehmen. Ich würde es ausprobieren, ob es einen merklichen Unterschied gibt. Vermutlich macht ein neuer Akku viel mehr aus.

Wäre es mein Neffe, würde ich einen ordentlichen Akku einbauen, Diode raus und mit Mode 3 oder 4 ruckzuck laden. Zeit ist Spaß :crazy_face:

Zur Sicherheit mal überprüfen, ob Kabel wegen zu geringem Durchmesser warm werden, in Fernost wird da gerne mal gespart.

Danke Leute. Habt mir sehr geholfen.

Habe nun eine Ersatzbatterie bestellt aber als GEL und werde die Diode ausbauen.

Original Akkus sin doch Gel, wenigstens bei uns.

Hi,

wenn auf der Diode SF26G zu lesen ist, dann ist es eine 2A Diode. So ein Ding gibt eigentlich eine ganz gute Sicherung ab. Erstens gegen Verpolung, zweitens bei einem Kurzschluss auf dem Weg zum Akku (dann mit magischem Rauch) ...

Gruß André

Danke. Wieder etwas gelernt.
Aber da dies dem Ladegerät in die Quere funken könnte (siehe Eintrag von agmue), werde ich sie ausbauen.

Hallo Leute,

ich möchte euch mitteilen, dass das Ladegerät erst gar nicht angefangen hat zu laden mit der Diode. Ich habe also am Plan festgehalten und die die Diode ausgebaut.

Nochmals danke für eure Unterstützung.