Warum Arduino???

Hallo

ich hätte mal paar wichtige Fragen bezüglich des Arduinos. Ich bin gerade dabei ein Projekt fürs Studium zugestalten und ich interessiere mich sehr für den Arduino.

Meine Frage lauten: - Was sind die technischen Vor- und Nachteile des Arduinos? - Wird der Arduino in der Industrie eingesetzt und wo, wofür (vielleicht ein paar Links) ?

Ich hab schon in diversen Seiten nachgeguckt aber nichts kam mir plausibel! :)

gruß Andreas

hi,

ich denke, Du verwechselst da was.

ATMEL (atTiny, atMega usw) prozessoren werden in der industrie eingesetzt. darüber gibt's genug im netz (wikipedia). http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrocontroller

arduino ist ein "fertig eingebauter" atmega mit peripherie. damit ist er auch für nichtelektroniker leicht einsetzbar. darüber hinaus wurde eine einfache programmieroberfläche mit vereinfachter syntax geschaffen. damit ist er auch für nichtprogrammierer leicht einsetzbar.

und dafür wurde er auch ersonnen. um leuten, die vom computer aus "in die reale welt" gehen wollen, eine einfache möglichkeit zu bieten, ohne daß sie besondere elektronik- oder programmierkenntnisse haben müssen. er wird aus diesen gründen viel in schulen, unis usw. verwendet.

daraus hat sich ergeben, daß er von elektronikern (die nicht so gut programmieren können), und programmierern (die nichts mit elektronik am hut haben) verwendet wird.

aber arduino in der industrie wirst Du kaum finden.

gruß stefan

aber arduino in der industrie wirst Du kaum finden.

Auch weil Arduino als PrototypenBoard verkauft wird. Die Orginale Arduinos haben zwar einen CE Bescheinigung, aber wenn etwas an elektronik dazukommt muß wieder Zertifiziert werden. Da ist für die Industrie einfacher eine Platine selbst zu entwickeln oder entwickeln lassen die einen Microcontroller und auch die restliche notwendige Elektronik samt Netzteil drauf hat.

Grüße Uwe

Hallo,

da ich noch Arduino Anfänger bin und vorher mit einem Renesas R8C13 experimentiert habe, kann ich vielleicht paar Worte dazu sagen.

Beim Renesas und bei den AVRs muß man sich wirklich mit den Datenblatt auseinandersetzen um die Port zu setzen oder zu lesen. Beim AVR muß man noch beim programmieren solche Fuse Bits richtig setzen, sonst wird das nichts. Und man kann und muß die µC in reinen C Slang, so sage ich mal, programmieren. Die IDE ist auch etwas umständlicher zu bedienen, bestimmt auch Gewöhnungssache. Für mal nebenbei ist das aber nichts. Zumindestens aus meiner einfachen Sicht. Wenn man das einmal gewohnt ist, kann man so gut wie jeden µC programmieren, solange man die Datenblätter lesen und richtig interpretieren kann. Ich weis jetzt nicht ob die Profis das immer so aus dem Ärmel schütteln. Manche allerdings schon, wenn man diverse Seiten im Netz liest. Hier gibts ja auch solche Spezialisten. :)

Die spezielle Arduino IDE vereinfacht vieles. Hier sind ja auch µC von AVR verbaut. Man muß sich aber nicht um die Fuse-Bits kümmern usw. Die Arduino-Macher haben schon etliche Funktionen geschrieben damit man nicht umständlich im klassischen C bestimmte Dinge tippen muß. DigitalRead/Write, pinMode usw. sind klar erkennbare/lesbare leicht zu merkende "Befehle" die bestimmte Dinge machen. Funktioniert jedoch nur in der Arduino IDE.

Der Vorteil der Arduino IDE, wenn mal in seltenen Fällen bestimmte vereinfachte Befehle zu langsam sind, kann man immer noch im klassischen C programmieren. Man kann 2 Welten vereinen. Aus meiner Sicht ist das ein großer Vorteil. Man muß nicht alles ausführlich in klassischen C schreiben.

Der Nachteil, hat man sich an die Arduino IDE komplett gewöhnt, könnte es schwer fallen davon wieder loszukommen. Kann sein - muß aber nicht. Darüber streiten sich "die Gelehrten" im www.mikrocontroller.net Forum zur Genüge.

Noch ein Vorteil der gesamten Arduino Welt ist allerdings auch, dass die Shields immer passen und es genügend Auswahl gibt für was auch immer. Mir ist keine weitere Plattform in der Form bekannt zum zusammenstecken, programmieren und los gehts.

Industrie? Glaube eher weniger. Vielleicht im Einzeleinsatz. Vielleicht zum entwickeln. Im Dauereinsatz mit mehreren werden bestimmt die µC ohne "Arduino" drum herum eingesetzt. Schon wegen den Kosten denke ich.

Wobei man auch sagen muss, dass man schon bei relativ einfachen Sachen manchmal schnell in die Limitationen der Arduino Software rennt. Das vieles vor einem versteckt wird ist für Anfänger sehr gut, aber ab einem gewissem Level kommt man an die Grenzen. Das sehe ich hier auch immer wieder bei bestimmten Fragen, die relativ einfach zu lösen sind, wenn man sich nicht nur auf die Arduino Mittel beschränkt.

Für mich sehe ich den Vorteil vor allem in der Hardware und den von Benutzern erstellten Libraries. Da gibt es wirklich endlose Optionen die fast alle Wünsche abdecken. Man kann sich Baukasten-artig seine Sachen raus suchen und zusammenbauen,

Software-seitig kann man dann auch andere IDEs verwenden (sehr empfehlenswert für Informatiker) und manchmal Libs verwenden die nicht ganz so abstrahiert sind. Es stehen einem auch fast alle Möglichkeiten der AVR libc zu Verfügung. So dass man auch da auf einer anderen Ebene ansetzen kann wenn nötig.

Das Arduino System hat an manchen Stellen - sowohl in der Hardware als auch der Software - seine Macken. Man merkt, dass das Projekt zu etwas größerem gewachsen ist und jetzt aus Kompatibilitätsgründen ein paar Kinderkrankheiten nicht so einfach loswerden kann. Aber damit kann man leben. Für mich überwiegen die Vorteile. Das ist natürlich auch Geschmackssache.

Ja, die Arduino-IDe versteckt viele Sachen weil sie automatisch Einstellungen und bestimmte Entscheidungen macht. Für einen Anfänger ist das gut weil er sich nicht darum kümmern muß und kein Elektroniker mit Programmierkenntnissen sein muß um mal kurz ein LED zu blinken zu bringen. Mit Arduino macht man das unter einer halben Stunde (Arduino auspacken und IDE herunterladen und installeiren inbegriffen). Das bedeutet dann auch daß es Grenzen in der Programmierung gibt die man mit Kenntnis überschreiten kann aber ohne hängenbleibt. Grüße Uwe

Um nochmal zur Anwendung des Arduinos zu kommen, auch wenn es jetzt nicht gerade um industrielle Anwendungen geht. Einige 3D-Drucker der Maker-Szene basieren auf dem Arduino, hier ist Open Source und Open Hardware sowieso weit verbreitet. Vielleicht schaust du dir mal "Arduino At Heart" an, welche Projekte ebenfalls darauf basieren.

Zu keiner anderen MicroController-Entwicklungsumgebung ist mir eine vergleichbare Community untergekommen. Das ist, denke ich, das große Plus der Arduinos. ( Und was gleichzeitig eher dagegen spricht, dass du sie "in der Industrie" finden wirst, was immer du darunter verstehst )

ein Projekt fürs Studium zu gestalten

Da du dein Interesse so allgemein formulierst, kann man dir ohne Bedenken sagen, dass du da beim Arduino genau richtig bist. (Was immer du studierst und was das für ein Projekt werden soll) ;)

darüber hinaus wurde eine einfache programmieroberfläche mit vereinfachter syntax geschaffen. damit ist er auch für nichtprogrammierer leicht einsetzbar.

Einspruch Euer Ehren. Die Syntax ist genau die Syntax von C++. Die IDE versucht einem lediglich die Prototypen abzunehmen. Sobald man mit Namespaces arbeitet merkt man das sofort.

Der Hauptvorteil sind meiner Meinung nach die vielen fertigen Beispiele.

IMHO ist der Erfolg aber auch auf die kostenlose IDE zurück zu führen - habe selber 10 Jahre Atmels gecodet, immer eine Schinderei (auch wenn man nicht die IDE ohne Limit kauft (immerhin fast 80 EUR zuletzt) :D) mit Datenblättern und Libs.

Daraus resultiert dann halt eine so große Community wie hier - gibt es bei Atmel auch, da ist die aber irgendwie "anders" (sage ich mal so... ;) ) - mit so vielen Beispielen und Libs dazu.

Wenn es dann noch einfach(er) ist - Voila, Erfolg XD

hi, udo,

Unter der Syntax einer formalen Sprache (formale Syntax) – wie etwa Programmiersprachen in der Informatik oder Kalküle in der Logik – versteht man ein System von Regeln, nach denen erlaubte Konstruktionen bzw. wohlgeformte Ausdrücke aus einem grundlegenden Zeichenvorrat (dem Alphabet) gebildet werden. (wikipedia)

das verstehe ich so, daß auch ein pinmode zur syntax gehört. und das ist nach meiner meinung eine vereinfachung der bitschiebereien. aber, naja, kaisers bart und so...

gruß stefan

Libraries zählt man regelmäßig nicht zur Syntax. Und wie gesagt, die Libraries funktionieren auch mit reinen C++ Programmen wenn man den Compiler richtig bedient. Die vereinfachte Syntax ist definitiv ein Mythos. Bloß weil man nicht alle Features nutzt (wenn man sie nicht kennt), heisst noch lange nicht, daß sie nicht da sind.

Ich halte die Beispiele für entscheidend.

Hallo Stefan Du sagst "Syntax" und meinst eigenlich "Funktionen", die die Benutzung der Hardware vereinfachen, weil man nicht mehr mit den Registern des Kontrollers direkt und mit einzelnen Bits arbeiten muß. zB pinRead() statt direkt auf ein Bit des Datenregisters des Ports zuzugreifen. Da kann ich Dir zustimmen. Die CC-Lizenz der HW und SW und daraus risultierende imense Menge von Informationen, Bibiotheken, Beispielen und voll dokumentierten und mit Schaltplan und Programmierung frei verfügbaren Projekten ergibt eine Einfache Handhabung bzw adaption für das eigene Projekt.

Grüße Uwe

Andreas_H, was hast Du nun entschieden??
Grüße Uwe

Hallo es gibt nichts zu entscheiden, ich bin gerade dabei herauszufinden, in welchen Bereich der Arduino in der Industie verwendet wird. Außerdem was die stärken und schwächen des Boardes sind!

Es ist in erster Linie eine Hobby Plattform. Die findest sicherlich Anwendungen in Wissenschaft und Forschung, aber das sind Einzel-Fertigungen. Nichts das serienmäßig hergestellt und verkauft wird.

Und zu welchem Schluß bist Du bis jetzt gekommn?
Grüeß Uwe

Wenn du Systeme im Industrieeinsatz vergleichen willst, dann solltest du dich eher mit Siemens SPS und Konsorten befassen. Die sind von der Funktionsweise her ähnlich und werden fast überall bei Automatisierungen eingesetzt.

Aber mal ehrlich, als Student sollte man doch selbst herausfinden könne, dass es sich beim Arduino um eine Hobbyplatform handelt, die ursprünglich mal für Künstler erdacht wurde :astonished:

E: Ich hab das jetzt eher so verstanden, dass ein Roboter(/Betriebsmittel) oder sowas in der Art gebaut werden soll und kein Produkt.

E2: Von der Startseite: "... It's intended for artists, designers, hobbyists and anyone interested in creating interactive objects or environments."

Hallo,

ich weiss das der Arduino für Anfänger geeignet ist. Trotzdem wollte ich gerne etwas mehr über den Arduino erfahren! Was hat das denn damit zu tun, dass man Student ist!!! :stuck_out_tongue_closed_eyes:

Ich bin zu dem Entschluß gekommen, dass der Arduino in vielen Hochschulen verwendet wird, da es für neu Einsteiger in die Welt der Mikroprozessortechnik sich gut eignet.

In der Industrie ( Entwicklung) kann es mal sein, dass es genutzt wird aber überwiegent für Prototypen bzw. für bestimmte Tests (Messungen, Steuerungen...usw.) durchzuführen. Für eine Massenproduktion wird sie nicht verwendet!

Trotz dessen kommt es mal vor, dass bestimmte Unternehmen für ihre Produkte sehr viel Wert auf den Arduino legen. Siehe hier: http://hackaday.com/2013/07/08/this-is-run-by-an-arduino/

Hoi Andreas,

ich weiss das der Arduino für Anfänger geeignet ist. Trotzdem wollte ich gerne etwas mehr über den Arduino erfahren! Was hat das denn damit zu tun, dass man Student ist!!! smiley-yell

In der Sache natürlich Nichts - aber ich denke der text bezog sich auf die Tatsache dass man Dich als Studenten für fähig genug hält so eine Recherche auch mal eben "für sich" mittels Google & Co. durch zu führen. Ersetzt aber IMHO nicht den direkten Kontakt mit den Anwendern hier 8) - es gibt ja keine dummen Fragen, nur dumme Antworten :%

Für Einsätze in der Industrie spricht gar nichts gegen ARDUINO, letztendlich ja nur ne µc-Steuerung wie viele andere (SPS usw.) auch - aber in der Industrie spielen andere Faktoren wie Qualität der Bauteile, Ausfallsicherheit usw. eine grössere Rolle. Daher nimmt man halt für jeden Sch... 'ne teure SPS-Steuerung weil da die netsprechenden Zertifiezierungen vorliegen und Garantien übernommen werden was die Betriebssicherheit angeht.

Die muss man natürlich bezahlen und so führt eins zum Anderen .

Ich sehe das so, dass für RapidPrototypeDevelopment eine ARDUINO Steiunerung durchaus benutzt wird, für die Serie dann aber Profi-Equipment genommen wird. Für Nischenanbieter aber natürlich eine günstige Alternative - und meine ATMELS und seit letztem Jahr auch ARDUINOS laufen problemlos im 24/7 Dauerbetrieb :D