Wasserdichtes Gehäuse im Aussenbereich

Hallo,
ich habe mir ein wasserdichtes Gehäuse aus Alu-Druckguss besorgt.
Alle Verbindungen und Sensoren die durch die Gehäusewände nach aussen führen
werden mit O-Ringen abgedichtet. Das Ding ist also dicht.

Für Druckausgleich und Feuchte/Luftausgleich sorgt ein Gore-Ventil.
Das Ding ist immer noch dicht.
Durch kondensierende Feuchtigkeit bin ich ein gebranntes Kind geworden.
Dem Gore-Ventil will ich so recht noch nicht trauen.

Kondensierende Feuchtigkeit (oder Betauung) entsteht doch durch Temperatur-
unterschiede?

Nun meine Idee:
ich habe ja meine TaupunktTemperatur für den Aussenbereich. Jeder Gegenstand
dessen Eigen-Temperatur unter der TaupunktTemperatur liegt- beschlägt.
Es bildet sich Tau, Feuchtigkeit, Wasser… ganze Bäche.

Wenn ich durch mechanischen Druck, an der Innenwand des Gehäuse, einen DS18B20
montiere- dann kann ich doch die Eigen-Temperatur des Gehäuse messen?

Kommt diese Eigen-Temperatur gefählich nahe an die TaupunktTemperatur, dann
kann ich doch geeignete Maßnahmen (z.B. Spannungsversorgung trennen) veranlassen.

Was haltet ihr von der Idee, ist das sinnvoll und sicherer?

Gruß und Dank
Andreas

Die Idee ist gut. Wenn die Temperatur Richtung TauTemp sinkt würde ich mit einem kleinen Lastwiderstand etwas Wärme erzeugen um wieder hoch zu kommen. Macht natürlich bei Batteriebetrieb nicht viel Sinn obwohl nicht viel Energie nötig wäre.
Wenn du die Spannungsversorgung abschaltest verhinderst du zwar die chemische Zersetzung aber nass ist doch trotzdem alles, oder?

Lass einen kleinen Teil unten im Gehäuse frei und setze dort einen kleinen Schwimmerschalter ein

Also ich finde offene, gut durchlüftete Gehäuse wenn sie gegen eindrigen von Regen- und Spritzwasser geschützt wesentlich unproblematischer als alle Versuche in einem wasserdichten Gehäuse die Kondensation zu vermeiden.
Siehe dazu meinen Beitrag im verlinkten Thread.
Etwas Plasikspray schützt Bauteile und Platine für den Fall dass der Wind bei Sturm mal etwas Wasser in die Kiste wehen sollte.

Betauung oder Kondensation entsteht dann wenn warme Luft mit höherem Wassergehalt an kältere Bauteile gelangt.
Wenn das Gehäuse gut durchlüftet ist, gibt es im Gehäuse keine Luft die einen niedrigeren Taupunkt hat als die Außenluft. Weil die Elektronik im Gehäuse bei Betrieb immer etwas wärmer ist als die Umgebungsluft, besteht auch nie eine Gefahr für Betauung an den Bauteilen.

Wer ganz sicher gehen will baut eine kleine Heizung ein, wie Scherheinz es schon vorgeschlagen hat.
Wenn man eh einen Feuchte- und Temperaturfühler im Gehäuse hat, kann man die Heizung auch nur bei Bedarf zuschalten. Z.B. dann wenn der Taupunkt weniger als 5°C von der Umgebungstemperatur weg liegt.

Taupunktunterschreitungen treten übrigens nicht nur um den Gefrierpunkt auf, das kann je nach Luftfeuchtigkeit auch schon bei +20°C und mehr sein.

Aber einen kleinen Nachteil der offenen Gehäuse will ich auch nicht verschweigen. Es kommt schon mal vor dass irgendwelches Kleinvieh das Gehäuse als Nistplatz nutzt. Ich hatte mal ein Spinnennetzt zwischen einem Controller und der Platine. :grin:

Gruß
Peter

Hallo,
"Lass einen kleinen Teil unten im Gehäuse frei und setze dort einen kleinen Schwimmerschalter ein"

Sei mir nicht böse- aber wegen so einem Scheiß kann man rausfliegen.
Gute Nacht
Andreas

Hallo,
belüftet wird das Gehäuse ja durch das Gore-Ventil. Da sollten, so sagen es die technischen Unterlagen und
Studien, keine Probleme auftreten.
Mag sein- oder auch nicht.Vielleicht ist es tatsächlich ein kleines Ding mit großer Wirkung.
Wasserdicht aus dem Grunde, das kein Wasser an die Elektronik kommt.
Die Idee mit dem TempSensor ist mir gekommen, weil ich über einen "Notaus" bei extremen Temperatur-
schwankungen- abschalten wollte.
Wenn das funktioniert, dann kommt noch ein Peltier-Element mit in das Gehäuse. So kann ich die teure
Elektronik innerhalb ihrer Spezifikation betreiben- auch unter LangZeitBedingungen.
Gruß und Dank
Andreas

Die Idee mit dem Peltier Element ist natürlich perfekt. Kannst in beide Richtungen regeln und da diese Elemente extrem Wasser empfindlich sind würde dieses wahrscheinlich bei auftretender Feuchtigkeit (worst case) als erstes kaputt gehen was du wiederum erkennen kannst.

Gruß

Hallo,
soweit die Theorie. Das Peltier Element wäre "perfekt"- ist aber empfindlich.
Als Heizung würde auch noch eine 6v Soffitte in Frage kommen. Das muß ich mal probieren.
Gruß und Dank
Andreas

Mal so eine Frage, wie wollst du das ganze mit dem Peltiergerät lösen? Du hast bei einem Peltiergerät m.W. eine kältere und eine wärmere Seite. Diese müsstest du ggf. abführen.

Heizung kann man sich auch sehr gut selber bauen. Kannst einfach Widerstandsdraht (zB. Kanthal oder Nichrome nehmen). Mit der entsprechenden Stärke > 0,3mm² bleibt dieser auch sehr starr nach dem einmaligen biegen. Das ganze kann man dann zu einer Spule wickeln.

sschultewolter:
Mal so eine Frage, wie wollst du das ganze mit dem Peltiergerät lösen? Du hast bei einem Peltiergerät m.W. eine kältere und eine wärmere Seite. Diese müsstest du ggf. abführen.

Da es ein Alu Gehäuse ist kann es einfach mit einer Seite satt aufgelegt werden und je nach Polung kühlen oder heizen. Nur die Leistung sollte begrenzt werden damit das Gehäuse an sich nicht zu sehr abgekühlt wird.

Hallo,
es scheint sich immer mehr herauskristallisieren, das ein "wasserdichtes" Ventil ausreicht, um weitestgehend
kondensierende Flüssigkeit zu vermeiden.

Der obige Ansatz, die Temperatur des Gehäuse zu messen ist der falsche. Welche Gehäuseseite von denen es
sechs gibt- sollte man denn als Anhaltpunkt nehmen?

Da das Gehäuse belüftet ist, wird sich die Luft im inneren des Gehäuse immer schneller erwärmen (abkühlen),
als das Gehäuse selbst. Kondenswasser entsteht ja nicht durch die Aussenluft, sondern durch die Luft im
Gehäuse- also ist es wichtiger diese im Auge zu behalten.

Die Geschichte mit dem PeltierElement ist ja gut und schön- aber um die Dinger richtig einzusetzen, benötigt
es eine ganze Menge Fachwissen. Fehlt dieses, schadet es dem PeltierElement mehr, als es schützen soll.

Also, diese HeizungsGeschichte ist gestorben. Ich werde einmal die InnenTemperatur des Gehäuse
überwachen. Vielleicht gönne ich mir mal einen BetauungsSensor zu Sicherheit.
Gruß und Dank
Andreas

Du musst bei einem belüfteten Gehäuse verhindern, dass in ihm Feuchte aus der Außenluft in ihm kondensieren kann. Damit das nicht passiert, reicht es schon, dass es im Innern durch nicht zu sparsame Elektronik wenige zehntel Grad wärmer als außen ist. in dem Fall schlägt sich die Feuchtigkeit schon irgendwo außen nieder und der Taupunkt der eindringenden Luft liegt unterhalb der Temperatur in deinem Gehäuse. Sollte doch mal was auskondensieren, so trocknet es wieder bevor Schaden entsteht.

Vielleicht kann ich ja auch noch ein bisschen zur Verwirrung beitragen....

Wasserablauföffnungen macht man natürlich unten.
Öffnungen, um Wasserdampf los zu werden, müssen nach oben. Denn Wasserdampf ist leichter als Luft.

Hallo,
Wasserdampf ist aber etwas völlig anderes als Kondensation. :wink:

Als Einbaulage für die Ventile wird eine senkrechte Gehäusewand vorgeschrieben.
WISKA setzt seine Vent-Verschraubungen auch an die Seiten ihrer Verteiler-Dosen.

Bei der Kondensatbildung in einem geschlossenem Gehäuse entsteht Druck, dieser muss in Verbindung
mit einem Luftaustauch abgebaut werden.
Gruß und Spaß
Andreas

Bei der Kondensatbildung in einem geschlossenem Gehäuse entsteht Druck,

Unterdruck!
Und Unterdruck wirkt einer (weiteren) Kondensatbildung entgegen.

Wasserdampf ist aber etwas völlig anderes als Kondensation.

Ohne Wasserdampf, keine Kondensation.
Es ist also keine schlechte Idee, dem Wasserdampf die Chance zum entkommen zu bieten.