Ist mein Nano noch zu retten? (kein Upload mehr möglich)

Normalweise komme ich ja immer durch viel Lesen zur Lösung meiner Probleme, bevor ich hier poste.. aber es ist mal wieder soweit: Ein "Hilfe, mein Arduino lässt sich nicht programmieren"-Post!

Mein Nano (günstige CH340-Treiber-Version) wird am USB-Anschluss weder von Windows und erst recht nicht in der Arduino-IDE erkannt. Ich konnte mein entstehendes Programm ein paar mal uploaden, irgendwann plötzlich nicht mehr.

Meine Schaltung versorgt den Arduino direkt mit 5V über einen DC/DC-Wandler daher habe ich zum Programmieren auch ein Kabel mit gekappter +5V-Leitung (schon oft und bei vielen Arduini) verwendet.
Die Schaltung und Kabel scheinen nicht das Problem zu sein, denn ein direkt danach verwendeter Ersatz-Nano funktioniert (noch) damit anstandslos.

An die Tx/Rx-Pins ist nichts angeschlossen.

Nun das (für mich) Kuriose: das Programm (nichts aussergewöhnliches: Encoder abfragen, WS2812-LEDs blinken lassen) läuft immer noch auf dem problematischen Nano. Also scheint er nicht tot zu sein :sweat_smile:

Da ich mich mit einem vermeintlich nicht programmierbarem Arduino schon einmal herumgeärgert hatte, vermutete ich daher ein Problem mit dem Bootloader.. also den AVR-ISP-MK2 aus dem Schrank geholt, am ISP angestöpselt.. LED am Programmer blinkt orange.. ah.. Stecker bestimmt wieder verkehrt rum aufgesteckt... blinkt immer noch orange..
An einem anderen Arduino getestet... leuchtet grün, der MK2 geht also noch.

Also kann ich ihn weder über die Arduino IDE noch über meinen externen Programmer programmieren..

Ist er jetzt auf ewig dazu verdammt, das halbfertige Programm abzuspielen, oder gibt es noch andere Tipps, mit denen ich versuchen könnte, Kontakt zu dem kleinen Rabauken herzustellen?

Wie gesagt, alle Standards Tipps aus dem Netz (anderes Kabel, CH34X-Treiber aktualisieren, über ISP programmieren) haben erstmal nicht gefruchtet.. Kann der ATMEGA so den Hau haben, daß zwar das Programm läuft, aber die Programmierschnittstelle futsch ist?

Zuerst einmal arbeiten der CH340 und der ATMega328 unabhängig voneinander.
Wenn Windows keinen Com-Port erkennt (im Gerätemanager prüfen), könnte es sein, daß der CH340 defekt ist.
Aber dann sollte man den ATMega zumindest noch per ISP ansprechen können, also sieht es nach einem anderen Problem aus.
Da liegt die Vermutung nahe, daß entwederbeide, also der ATMega und der CH340 kaputt sind oder es ein Problem in der Spannungsversorgung gibt.

Ich würde den Nano einfach mal an 5V aus dem Labornetzteil klemmen (Strom auf max. 40-50mA begrenzen) und messen, ob die Spannungen auch überall ankommen.

Wenn das der Fall ist, solltest du alles, was an den Programmierpins (MISO, MOSI und SCK) hängt, abklemmen und versuchen ihn dann mit dem ISP zu programmieren.

Auf dem ISP-Pins musst Du die Betriebsspannung messen können.
Das wäre mein erster Ansatz.
(@nano555e war schneller)

ISP-Pins sind alle unbeschaltet und die Spannung kommt gut am VCC-Pin des ISP-Headers an. 4,97V, wenn ich 12V über Vin einspeise. Mit einem Labornetzteil werde ich es morgen noch einmal wie empfohlen am 5V-Pin direkt probieren, das habe ich ich grad nicht zur Hand.
Solltet Ihr noch Messungen mit einem Oszi vorschlagen,.. damit kann ich leider gar nicht dienen.

Ich finde mich aber schonmal langsam damit ab, daß ich das Teil wohl abschreiben kann.. Wäre nicht der erste... oder der zehnte.. :sweat_smile: da konnte ich aber immer die Ursache eingrenzen.

Welsche IDE ?

Auch die Pins 11, 12, und 13?

Trenne mal die WS2812 vom Nano.
Grüße Uwe

Bei allem, was ich von jetzt an mache, ist sowieso schon der Nano aus der Schaltung genommen. Hängt also nur an GND und 5V. Alle anderen Pins sind frei.
Messe am ISP-Header:
VCC=5V, MOSI=0.21, SCK=1.4V, MISO=1.7V (...k.A., ob das wichtig ist)

Das orange Blinken am ISP-Programmer weist auf entweder (a) einen falschen Anschluss (nope, an einem anderen Nano funktioniert es ja) oder (b) ein Problem mit dem Reset-Pin hin.
Dessen Funktion kann man ja durch Veränderungen der Fuses beeinflussen, hab ich mal gelesen :nerd_face:. Da ich an diesen schon aus Prinzip (weil ich damit nichts anfangen kann) nicht herumspiele, kann ich mir auch hier eine Veränderung nicht erklären.

Kann so eine Fuse auch mal durch einen dummen, seltenen Zufall beim Upload verstellt werden? Ich seht: in dieser Materie bin ich total kompetent.. :sweat_smile:

Nicht über den Bootloader!

Per ISP oder HVPP allerdings schon.

In einem Anfall von "Jugend (räusper) forscht" habe ich einfach mal den CH340-Chip ausgelötet. Das Programm wird noch immer abgespielt, aber das Problem der Unbeschreibbarkeit besteht weiterhin. Hatte gehofft, daß der Chip die Programmierschnittstelle des Atmega irgendwie blockiert, aber das wohl nicht oder schon dauerhaft beschädigt..

Ab jetzt kostet das uns alle nur noch wertvolle Lebenszeit und die rette ich uns mal, indem ich dieses Montagsmodell abschreibe. Wie gesagt: in meinem entstehenden Projekt klappt das Beschreiben wie erhofft und es geht voran..

Ich danke für Euer Interesse und Inputs! :saluting_face:

Du könntest noch versuchen über High Voltage Programmierung die Fuses zurück zu setzen.

Geht mit z.B. einem Arduino Uno und einem 12V Netzteil.

Bin ich tatsächlich bei meiner Recherche auch schon darüber gestolpert. Aber bei allen angesehenen Beispielen haben sie immer nur am nackten Microcontroller in THT-Bauform gearbeitet.. Daher nehme ich an, das geht an den Entwicklungsboards (Nano etc..) nicht. Oder liege ich da falsch?

Das einzige was vielleicht stören könnte, wäre die Reset Beschaltung. Zumindest sehe ich nicht sofort, was daran hindern sollte.

Da er anders nicht ansprechbar ist, wäre es einen versuch Wert. Aber vielleicht sieht noch jemand ein Problem in der Schematic aus dem verlinkten Tutorial.

XTAL würde mir dazu einfallen.

Wäre etwas schwierig den Quarz auf dem Nano zu entfernen. Vielleicht einfacher den ATMega328p zu entfernen und auf ein AdapterPCB zu setzen.

Schaden dürfte der Nano aber nicht nehmen beim Versuch, die Schaltung zu verwenden.

Ich würd versuchen die Leiterbahn aufzutrennen zwischen quarz und xtal1 um zu verhindern, das der c da reinspielt. später zinnbrücke.

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