Wie reinigt ihr eure Platinen?

Hallo zusammen,

mir war gerade ein wenig langweilig und in der Arbeit hatte ich mit meinem Meister n längeres Gespräch darüber. Wie reinigt man am besten Platinen? Oder ebsser gesagt: mit was.

Ich hatte mal vor paar Wochen Google angeschmissen und bekam als häufigste Antwort Aceton. Auch meinen Stiefvater - er hat vor 20 Jahren auch Elektriker gelernt und Techniker gemacht - hab ich gefragt und er meinte ebenfalls Aceton.

So.. vor zwei Wochen war dann in da Arbeit as löten dran. Irgendwann hat dann auch mal mein Meister gesagt, dass die Platinen gereinigt werden müssen, wenn man lange Spaß damit haben will. Er hat uns Isopropanol für die Nase gesetzt. Ich hab ihn dann auf Aceton angesprochen, woraus dann fast ein ein-stündiges Gespräch entstand, warum kein Aceton (hauptsächlich: zu ungesund für Körper und Umwelt; krebserregend, weil es zu aggressiv und eigentlich ein Fettlöser ist, so seine Begründung.

Dann meinte er, ich soll mal in der Werkstatt schaun, ob ich von Kontakt Chemie je eine Dose von Kontakt 60 und Kontakt 61 find, mit einem davon sollte es theoretisch auch gehen. Okay: gesucht, gefunden, ausprobiert: die Platine war danach komplett versaut.. der Siffe von dem Zeug nicht nicht mehr runter.. hängt jetzt noch dran..

Hat er gemeint, soll ich doch mal im Internet schaun, was ich so bei reichelt, bürklin, conrad und Co finde. Hab dann letztendlich bei reichelt ne Dose Kontakt LR von Kontakt Chemie mitbestellt und gestern ausprobiert: funktioniert wunderbar! Hat mich ehrlich überrascht, nach der Pleite mit den anderen beiden Sprays^^.

Jetzt wollte ich mal von euch wissen, mit was ihr so eure Platinen sauber macht.

Schönes Wochenende und LG

Fipsi

Also ich nehme auch Aceton. Warum? Hatte eben auch irgendwo gelesen, dass man das nimmt :slight_smile:

Aber ich bin eigentlich auch ganz zufrieden. Wie bei allen solchen Sachen sollte man eben Hautkontakt vermeiden und für ausreichend Lüftung sorgen. In wieweit das schädlich für die Umwelt ist kann ich dir nicht sagen, aber die kleine Mengen die ich verbrauche...

Du mußt schon etwas genauer sein.
Mit Platinen reinigen meinst Du
1)vor dem Löten einer neuen selbergemachten Platine,
2) nach dem Löten um Flußmittelreste zu entfernen
3) oder hie und da um Kontaktleisten zu reinigen?

  1. Ich löte kaum neue Platinen und kanns nicht sagen
  2. mit Brennspiritus
  3. mit einem weichen weißen Radiegummi für Bleistifte.

Grüße Uwe

Hallo,

also Aceton halte ich für “viel zu scharf”. Es kann Kunststoffe, also z.B. Bauteilgehäuse anlösen und beschädigen. Auch Beschriftungen (Kondensatoren,…) gehen damit verdamt schnell weg… Das es stark Gesundheitsschädlich ist kommt noch dazu…

Vielleicht für den letzten Versuch von besonderen Fällen, Reparatur von stark verunreinigten Geräten oder Wasserschäden die letzte Option vor der Entsorgung, aber nicht als Standardmittel. Oder um z.B. Fotolack von neu hergestellten Platinen (noch ohne Bauteile) zu reinigen. Aber das z.B. geht mindestens genauso gut mit Natronlauge (überkonzentrierter Entwickner)

Kontakt 60/61 u.s.w. ist natürlich auch völlig ungeeignet, das ist ein Kontaktreiniger der unter anderem einen Anteil von Öl enthält um z.B. alte Schalter, Steckverbinder oder Potentiometer gängig zu machen. Im Prinzip geht Kontak60 fast schon ein wenig in Richtung WD40 u.dgl. (Basis ist eine Mischung aus Lösungsmittel und etwas Öl)
Von de Kontakt Produkten eignet sich neben dem “LR” bzw. “PCC” z.B. auch noch der “WL”. Jedenfalls jene Produkte die vollständig trocknen und keinen Film hinterlassen.
Die billigere Lösung ist aber sicher Isopropylalkohol.
Eventuell geht auch normaler Brennspiritus, ist aber sehr abhängig vom Fabrikat da die Zusatzstoffe (Bitterstoff,…) teilweise auch Rückstände hinterlassen.

Andersherum, mit dem richtigen Zinn und sparsam Flussmittel ist das ganze ohnehin unnötig, abgesehen von der Optik und der Gefahr daß Staub kleben bleibt…

Christian

Hallo,
ich bin jetzt seit ca. 35 Jahren Hobbyelektroniker.
Einige Schaltungen sind seit ca. 20 Jahren im Dauerbetrieb.

Gereinigt habe ich meine Platinen nach dem Löten mit Elektronik-Lötzinn
und natürlich ohne zusätzliche Flußmittel oder gar Lötwasser noch nie.
Probleme habe ich dadurch noch nie gehabt.

Gruss
Kurti

Zum entfernen des Kolophonium nehme ich reinen Alkohol (97%). Alte Platinen/Lochrasterplatinen reinige ich mit Kontaktspray und destilliertem Wasser.

Hallo,

ich nehme nur Isopropanol oder Spiritus. Aceton halte ich auch dafür für komplett falsch. Man kann auch seine Fenster mit Schleifpapier reinigen ...

Vorm löten, wenn Leiterplatten lange vor sich hin rumoxidiert haben, nehme ich so einen Art Radiergummi um die Oxidschicht vom Kupfer sachte wegzunehmen. Dann mit Iso abwischen und löten.

Leiterplattenrohmaterial was stark oxidiert war, habe ich bevor ich mit Lötlack die Leiterzüge aufgezeichnet habe, mit Scheuermilch und einer alten Zahnbürste gereinigt und anschließend mit viel wasser nachgespült und einem weichen Baumwollappen trockengerieben. Nach dem Löten entweder Brennspiritus (haben wir vor 30 Jahren in der Lehrbude ebenfalls genommen), oder Isopropanol.
Wenn ich an Platinen rumlöte, wo es nicht zusehen sein soll, das daran was gemacht wurde, dann nehme ich Wattestäbchen und ISO und reinige so lange, bis alle Flussmittelrechte weg sind und sich keine Ränder nach dem Abdunsten mehr bilden.
Flussmittel rühre ich mir aus Kolophoniumkrümeln und ISO selber an. Ein kleines Schraubglas (Flaschen fallen zu schnell um) und ein kleiner Kabelbinder zum Umrühren und als Dispenser für die Lötstelle :grin:

Gruß Gerald

Ich nehme Aceton zum Entfernen des Photolack wenn die Platine aus dem Ätzbad kommt.

Später, also wenn Bauteile drauf sind oder zum Entfernen von Kolophoniumreste nehme ich Alkohol. (Spiritus)

Und ich nehme auch einen dieser "Radiergummis". Damit werden angegammelte Leiterbahnen wieder schön glänzend, es ist die reine Freude!

Ganz früher hab ich die Boards dann auch noch in ausgemustertes Entwicklungsbad meines befreundeten Fotografen gelegt, da hast ich ein hübscher Silberfilm abgesetzt. Sieht nett aus, gammelt aber auch mit der Zeit.