Arduino für kleine Forscher

Hallo Leute,

nachdem mein Sohnemann (8 Jahre) bei der letzten "Langen Nacht der Forschung" in Bozen seinen eigenen Ledwürfel (den, den ich zusammengebaut hatte, wollte er ja nicht :-( ) zusammenbasteln durfte (und auch behalten! Super grossen Dank an die Organisatoren!!!), ist er Feuer und Flamme für den Arduino. Nun bin ich auf der Suche nach einem kindergerechten Tutorial bzw. kleinen Projekten, die nicht zu aufwendig sind, aber trotzdem einen gewissen Witz haben, damit´s nicht zu trocken wird.....

Danke im Voraus für Eure Tips Reinhard

Give him an Arduino Uno to start with. Let him try the examples, to blink a led and to show messages on the screen.

After that a breadboard and a LDR with a few resistors and perhaps more leds or sensors and a servo motor.

8 Jahre? Respekt.

Meiner ist 9 und hängt noch am Gameboy. Gestern hab ich ihn zum Laubsägen "motoviert". Mein Kleiner und programmieren? No way.

Muss halt im Blut stecken, sonst no way :wink:

UNO ist doch ein guter Anfang für alle?!

Hallo,

wie gesagt, die Lange Nacht der Forschung war die Inizialzündung.
Und jetzt, nachdem ich erwähnt habe, daß er mit dem Arduino seine Legovehikel “computerisieren” kann, will er´s wissen.
Und damit der frische Enthusiasmus nicht verpufft, bin ich eben auf der Suche nach geeigneten Anfängerprojekten.
Blink und Co, wie mal schnell ein Servo drehen lassen sind klar der Anfang!
Aber dann???

Gruß
Reinhard

PS.: “Sein” Arduino ist ein Leonardo

Ja bin auch für den UNO. Ich hab damals für den Großen von Franzis so nen Baukasten gekauft. Die Teile die da drin sind kriegst du zwar schon für einen Bruchteil. Aber da war halt auch eine Anleitung mit Beispielen dabei. Er war aber damals schon 13 oder 14 Jahre alt.

Also dass der Lütte schon mir Arduino-C zurecht kommt, bezweifle ich schwer. Sinnvoller (allerdings auch wesentlich teurer) wäre hier nen Lego Mindstorms-Set. Die haben den Vorteil, dass eine kindgerechte Programmierumgebung dabei ist. Damit kann ers wirklich schaffen und da ja offenbar ohnehin Lego vorhanden ist, würd das passen. Grad in dem Alter ist es wichtig, auch grössere Erfolge zu haben, sonst verlieren die Bürschlein zu schnell die Lust. Mit Lego ist das garantiert! Der Arduino ist ja deswegen nicht weggeworfen, und auch die Lego-Teile (ich hab meinen RCX beizeiten dann in NQC programmiert, weil die Lego-Klickibunti-Umgebung eben eingeschränkt ist, dafür aber eben für Kinder super) kann man richtig programmieren. Bei Arduino kommen ja, ausser dem programmieren, noch ne Menge andere Dinge hinzu- da wird offen mit Spannungen hantiert, die das Ding ohne weiteres braten können (lass mal den Lütten allein mit dem Zeugs und schau, wie lang es dauern wird ehe die ersten Rauchzeichen auftauchen) und so weiter. All das ist bei Mindstorms nahezu ausgeschlossen, mit dem Zeug kann er alleine hantieren, ohne Gefahr. Für uns ists selbstverständlich, dass Plus eben nicht Minus ist-aber für nen Jungen in dem Alter? Da guckt man schon mal nach, "wo denn nun der Strom rauskommt"..

Hallo an alle,

Es ist mir schon klar, dass das Ganze nur unter Aufsicht machbar ist. Sonst wäre die Lebenserwartung des Arduino weit unter einer Stunde :-) Programmieren idem! Aber ich glaube, daß auch die Knirpse relativ schnell das Grundprinzip verstehen, wie: wenn ich hier die Werte erhöhe, dann leuchtet die Led länger If - then Logik Taster/Potieingaben umrechnen und z.B. an ein Servo leiten Es geht hier nicht um eigenständiges Programmieren, sondern um ein prinzipielles Verständnis für Logik, Problembezogene Lösungsvorschläge usw.

Ganz am Ende könnte dann z.B. eine Legomotorsteuerung (Vor, Zurück, Gas) mit einem Arduino Pro Mini (von mir zusammengelötet ) stehen

lg Reinhard

Und genau das ist beim Mindtorms alles schon eingebaut. 8) Obendrein passend zu den Lego-Motoren. Ich hab nur das (inzwischen echt alte) RCX-Set: dessen Motoren kann man ganz easy mit nem billigen Motorshield ansteuern, bei den neueren wird das so nicht klappen, da die z.B. auch bereits Encoder drin haben. Nebenbei ist in den neueren Mindstorms eine ganze Menge Firlefanz eingebaut, wie MP3 abspielen, grafische Displays, was die Kids halt begeistert- unsereiner braucht den Krempel nicht, oder packts eben an den Arduino dran, wenn nötig. Insofern fand ich den RCX besser...

Genau diese Programmierlogik aber ist kindgerecht in den Lego-Programmierumgebungen aufbereitet, dort hast du halt ne Art Puzzleteile, die du dann als Programm zusammenfügst, ähnlich nem Ablaufplan. Ohne auch nur ein Wort Syntax verstehn zu müssen. Als Einstieg in die Programmierlogik nicht zu übertreffen! Ich weiss: das Zeug ist schwindelerregend teuer- aber glaub mir, das lohnt sich. Auch, weil der Lütte dann loslegen kann, wann immer er will, und nicht mit seinen tollen Ideen immer abwarten muss, bis Daddy mal eben Zeit hat. Dann hat er nämlich womöglich seine geniale Idee schon wieder vergessen, weil was anderes grad wichtiger war. Hab ich auch alles durch...;)

Die Mindstormprogrammierung hat mit echter Programmierung wenig zu tun. Und so schwer ist "richtiges" Programmieren auch nicht. Ich habe schon PID Controller gesehen die mit Mindstorm implementiert wurden. Sowas wäre in einer richtigen Sprache garantiert einfacher. Man sollte den Nachwuchs nicht unterschätzen wenn er ein Ziel vor Augen hat.

Na mit ner Lichtschranke und einem elektronischen Würfel und einer Ampelsteuerung, die immer schwieriger werden kann, sollte er sich doch beschäftigen lassen. Anfangen mit einem einfachen Fußgängerüberweg und dann nach und nach ne ganze Kreuzung mit Fußgängern und Linksabbiegern und allem drum und dran 8) Wenn er damit fit ist, dann Porterweiterung mit 595'ern und Knightrider-Lichteffekte und so... Eine Lichtschranke läßt sich ja auch mit Toslink Sendern und Empfängern und LWL noch interessanter machen. Oder Tonerzeugung, Sirenen, Töne per Fotowiderstand beeinflussen, Melodieklingel, wo er dann die Melodien schreiben kann... Es geht so viel... und man kann dann schauen, in welche Richtung er Interesse hat und weiteres Zeug besorgen... Mensch, wenn ich zurückdenke, wie ich vor fast 40 Jahren angefangen habe. Da gab es weniger, es war teurer und es hat einen trotzdem gefesselt. Mit ca. 6 Jahren bekam ich mein erstes Holzbrett mit Flachbatterie, ein paar Holzschrauben, einer Rolle Klingeldraht, Schraubenzieher und ein paar Tastern, Schaltern, Summer, Klingel und Lämpchen. Und eine elektrische Eisenbahn. Mit ca. 8 dann mein erstes Bastelbuch, wo mit max. 2 Transistoren dann geblinkt und Krach gemacht wurde. Mit 12 dann die ersten Logik-IC's. Da wurde alles hartverdrahtet und man schlug sich mit Datenblättern und Logiktabellen rum und mußte zusehen, wo man die 5V herbekam. Und es hat auch Spaß gemacht (sonst wäre ich da nicht dran geblieben) ;)

Gruß Gerald

Hallo Reinhard,

wie gut kennst du dich mit den Mikrocontrollern und dem was dahinter steckt aus? Es gibt durch aus schöne Sachen zu basteln. Die Lego Mindstorms waren für mich damals nicht zu bezahlen. Kenne mich mit denen nicht aus, aber die Arduino-C Sprache ist einfach zu erlernen da einem viel abgenommen wird.

Man kann ja mal schaun, ob man günstig an Fischer Technik rankommt. Diese kenne ich noch gut aus meiner Ausbildungzeit. Diesen wurden dann mit Siemens SPS'en angesteuert. Sowas wäre auch mit dem Arduino möglich und kann man gut erweitern.

Wir haben in der Firma eine solche Förderanlage auch mal aufgebaut. Angefangen hat das einem einfachen Förderband, welches automatisch nach einer Zeit stoppt sobald kein Stein mehr vorhanden war.

Bevor ich die Firma verlassen hab, war dieses kleine Ausbildungsprojekt schon richt gewachsen. Es war schön modular erweiterbar.

Es kann Steine nach der Farbe oder über einen Strichcode erkannt werden. Diese wurden dann von entsprechenden Zylinder vom Band gedrückt und danach weiterverarbeitet. Das ganze wurde dann später in einem Hochregal einsortiert.

Kannst ja mal sehen, ob ebay was passendes bietet. Am besten machste dir dann noch einen relativ vielpoligen Stecker dran, den man auch über ein Shield mit dem Arduino verbinden kann. Dann ist die Chance das dir nen teurer Motor mal abraucht, deutlich geringer.

Was schon angesprochen wurde: auch Mindstorms lässt sich mit entsprechender Firmware und Software in zig echten Sprachen programmieren wenn man später umsteigen möchte. Da gibt es mehrere an C angelehnte Dialekte. Mehrere mit C++. Java. Ada. Das läuft alles direkt auf dem NXT. Oder auch Remote Steuerungen mit Python, Perl, C#, Haskell Objective-C oder Ruby.

Der Preis ist natürlich happig. Da ist ein Arduino viel angenehmer :)

Udo: du unterschätzt Mindstorms gewaltig. NQC steht hinter Arduino keineswegs zurück....die Klickibunti-Umgebung ist nur nen guter Einstieg für Kids. Obendrein gar nicht mal soo simpel gestrickt, wie es aussieht, da geht einiges mehr als man glaubt. Praktisch sind da Fehler, die am Ende Geld kosten, ausgeschlossen, und die Zusammenhänge sind begreifbar. Orientiert sich halt am Vorstellungsvermögen: du verbindest den linken Motor eben mit dem linken Sensor, und genau das siehst du am Bildschirm auch. Mein Junior hat das mit Zehn etwa fast ohne Hilfe kapiert damals. Sicher: das programmieren mag er vielleicht sogar prinzipiell mit Arduino lernen können (auch wenn ich ihn dann in dem Alter schon so bisschen für nen Wunderknaben halten würde), aber es geht ja auch um den Umgang mit den Komponenten. Was schrotten wir denn alles, nur weil wir eben doch mal den Schraubenzieher an der falschen Stelle liegen gelassen haben? Das bringste nem so Lütten noch nicht bei, ohne ihn zu überfordern. Und: unterschätz den Forschungsdrang der Kids nicht: "wenn die LED leuchtet, wenn ich das so machen, dann leuchtet sie bestimmt heller wenn ich.....". Weiss nicht, ob du Kinder hast, aber derartiges ist alltäglich. ;) Und nein: die fragen nicht vor solchen Experimenten, die machen es einfach...

Klar: für nen Mindstorms-Brick bekommt man nen ganzen Sack voller Arduinos, aber nen Feuerlöscher sollte man trotzdem einkalkulieren, und dann siehts preislich schon nicht mehr ganz so gut aus. Im Roboternetz hatte neulich einer nen Batteriekasten mal eben eingeschmolzen bei seinen Experimenten...und der war etwas älter, glaub ich. Wieviele "unglückliche Umstände" brauchts dann noch, ehe die Bude abfackelt..nen Tempo in der Nähe könnte reichen.

Hab schon einige Tempos abgefackelt, keiner hat ein Brand verursacht, ausser als ich Benzin dazu gab.

So, da der Sohnemann heut unbedingt ans Eingemachte wollte, haben wir einfach mal losgelegt. Start frei für BLINK! Wird natürlich gleich langweilig. :sleeping: Also 2te LED.... und die dritte und und und..... Mal kurz, mal lang, mal alle gleichzeitig blinken und der Nachmittag ist schneller um als gedacht. Begeisterung auf ganzer Strecke! Und gleichzeitig hat er den Computerlehrgang gleich mit absolviert ]:D Morgen nehmen wir uns eine logische Abfolge für das Ampelprojekt vor. Wenns zeitlich reicht, mit einem Fußgänger-Knopf. Dann hab ich ja wieder Zeit bis nächstes Wochenende. Vielleicht hat ja jemand einen konkreten Tip.

Zur Mindstormdiskussion: Mindstorm ist preislich in einer Klasse, die man nicht einfachso eben kauft. Das soll schon ein besonderes Geschenk sein! Also entweder Christkind oder Geburtstag, wenn alle für ein Supergeschenk zusammenlegen.

Feuerlöscher! Der steht ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste ! Nenee! Hab ich schon. Spätestens gestern ist mir bewußt geworden, daß es den in einem Haushalt mit 2 Jungs geben sollte. Er durfte das erste mal mit einem Feuerzeug ein gelötetes Kabel mit Schrumpfschlauch sichern. Das Strahlen in seinen Augen verheißt nichts Gutes ]:)

lg Reinhard

Schau mal auf diese Seiten:

http://fritzing.org/projects/

https://www.youtube.com/playlist?list=PLKGvwBlRVbwnZQNZrsPigFRClxWRgOe-A

Gruß Stefan

Aktuell im anderen Forum fast das gleiche Thema :wink:
http://arduino.ru/forum/obshchii/s-chego-nachat-novichku