Newbie benötigt Hilfe für ein Projekt mit einem Förderband

Hey,
ich heiße Marc, bin 27 Jahre alt und bin aus Tübingen. Ich habe mich dezent mit dem Thema Arduino etc. die letzte Zeit auseinander gesetzt - doch so richtig weiter kam ich nicht. Ich muss dazu sagen das meine Programierung Kenntnisse sehr mau sind - ich denke Offenheit ist doch hier am besten.

Ich habe ein Vorhaben:
Ich habe ein kleines Unternehmen bei dem ich Kanister vorne und hinten mit Etiketten auf einer Rolle bedrucken lassen möchte. Jetzt habe ich mir folgendes gedacht:
Ein Förderband - links und rechts mit Führungsschienen dass die befüllten Kanister sauber entlang fahren und nicht viel spiel haben.
Dann dachte ich mir zwei Abroller ( in der Grafik genannt “A”) von wo aus die Front- und Rückseitenaufkleber über eine harte Kante (“B”) geführt werden - vielleicht mit einer Feder damit man einen guten Anpressdruck hat.
Damit soll das Etikett (Grün auf der wunderschönen Zeichnung) vom Kanister durch die klebrige Rückseite des Etikettes automatisch mitgezogen werden. Dies soll für das Front- als auch für das Rückseitenetikett statt finden. Ich dachte dies mit Schrittmotoren zu verwirklichen - das z.B. der Kanister auf dem Förderband (das auf Dauer “AN” ist) vorfährt - durch eine Lichtschranke (“C” - rot in der wunderschönen Zeichnung) fährt die knapp nach dem Punkt liegt wo die Etiketten auf den Kanister kommen und das “Go” für die Motoren gibt. Es sind auf jeder Seite jeweils 2 Motoren - ein Motor wo das Etikett abrollt und eins wo das Trägermaterial aufrollt damit immer Spannung da ist. Da die Etiketten sehr eng auf den Rollen geklebt sind würde ich VOR dem Punkt wo das Etikett auf den Kanister kommt eine zweite Lichtschranke (“D” - gelb in der wunderschönen Zeichnung) setzen die die Motoren ausschaltet - sodass, wenn der Kanister beklebt wurde keine weiteren Etiketten abgerollt werden. Ich hoffe ich konnte das so verständlich erklären.
Nun die Frage - ist dies mit eine Arduino Steuerung zu verwirklichen? Und wie schätzt ihr es ein - selbst zu realisieren einfach oder gibt es irgendwo die Möglichkeit dies programmieren zu lassen? Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn ich ein wenig Hilfestellung von euch bekomme hierbei!

VIelen Dank und euch allen einen schönen Tag!

Grüße Marc

Die Programmierung läßt sich sicherlich mit einem arduino machen - ich hätte extreme Kopfschmerzen wegen der Mechanik. Aber wenn Du die im Griff hast gibt's kein Halten mehr!

Trotz allem wirst Du um's Lernen nicht drumrumkommen. Hier schreibt (fast) keiner fertige Programme, aber wir alle geben nach bestem Wissen Hilfestellung.

Willkommen im Club der Bastler, Tüftler und Kopfzerbrecher :slight_smile:

Hallo Klaus,

dank dir! Die mechanik wird standfest werden :slight_smile: Das Schweissgerät wird mein Freund sein :wink: Gibt es vielleicht ein Program das mit Drag´n´Drop soetwas packt?

Viele Grüße
Marc

Die unteren Rollen laufen falsch herum.

Der Schrittmotor weiß, wie (viel Schritte) breit ein Etikett ist, daher ist D überflüssig. Er weiß aber nicht, wo ein Etikett anfängt, daher ist dafür eine Sensorik notwendig. Möglicherweise kannst die den Etikettträger durchleuchten (Laser - Fototransistor), um die Spalte zwischen zweien zu erwischen.

Die Software sollte prinzipiell kein Problem darstellen, da hilft Dir eine Ablaufsteuerung (finite state machine) und AccelStepper als Bibliothek. Sicherlich benötigst Du noch bischen Drumherum, damit beispielsweise bei "NotAus" Deine Schrittmotoren stromlos werden.

Die Mechanik dürfte eine Herausforderung werden, wobei insgesamt zwei Motoren ausreichend sein sollten.

Ob Du Deine Konstruktion in einer Firma verwenden darfst und welche Bestimmungen da gelten, solltest Du rechtzeitig in Erfahrung bringen. Betriebswirtschaftlich dürfte sich so eine Bastelei nicht lohnen, aber wenn es Dir Spaß macht, dann nur zu :slight_smile:

Actreres:
Gibt es vielleicht ein Program das mit Drag´n´Drop soetwas packt?

Kaum, hilft Dir auch nicht, da Du verstehen mußt, was da abläuft. Ausgehend von den Beispielen, die bei den Programmbibliotheken und der Arduino IDE vorhanden sind, kannst Du starten. Wenn Du im Forum nach "agmue anleitung" suchst, findest Du mein Geschreibsel zum Thema. Mein Kohlekranfunktionsmodell geht so in die Richtung.

Actreres:
Die mechanik wird standfest werden :slight_smile: Das Schweissgerät wird mein Freund sein :wink:

Ein standfestes Förderband zu bauen, ist natürlich von Vorteil. Die Schwierigkeiten bei der Mechanik, die ich sehe, beziehen sich eher auf den Durchmesser der kleinen Rolle, den Anpressdruck und dergleichen. Auch möchte das Etikett mit der gleichen Geschwindigkeit abgerollt werden, wie sich der Kanister bewegt. Ein Antrieb an der Rolle kann das nicht leisten, da sich der Durchmesser des Wickels ändert. Möglicherweise wäre daher ein Antrieb an einer Andruckrolle - ich denke an ein Spulentonband - besser geeignet. Solcherlei Dinge gilt es zu probieren.

Such mal bei Youtube nach "Labelling Machine". Du siehst dort die verschiedensten Maschinen und unterschiedlichsten Lösungsansätze. Bei den komplexen Aufbauten mit vielen Detaillösungen sehe ich das Problem auch in der Mechanik und weniger in der Programmierung.

Vorsicht bei der Annahme das ein Schrittmotor immer weis wo er steht. Er kann Schritte verlieren, beim Anlaufen oder mitten drin, wenn kurz mal zuviel Gegenmoment aufkommt. Das weis man aber mangels Rückmeldung nicht. So sind Kontrollfunktionen immer eine gute Wahl. Zumindest wenn man Dinge vollautomatisch ablaufen lassen will.

Den bis ein Mensch es merkt kann eben viel Material fürn Arsch sein, also in dem Fall Aufkleber.

Zu deiner Maschine
Was die Mechanik angeht, musst du selbst klar kommen. Was die Programme angeht, gibt es wenige Drag & Drop Lösungen. Und die sind für andere Programmierumgebungen als für den Arduino, helfen dir also nicht weiter. Du wirst nicht umhin kommen, das zu lernen. Und dazu würde ich dir vorschlagen, erstmal kleine Projekte in Angriff zu nehmen. Bring mal ein Display nach Anleitung zum laufen, ein paar LEDs zum blinken, lasse einen Schrittmotor mit einem Poti schneller und langsamer laufen (einfach so im leerlauf).

So lernst du mal die Grundbegriffe und plötzlich merkst du das du die Dinge auch kombinieren kannst und dann hast das halbe Programm fertig. Die Problemchen zwischendrin lösen wir hier gerne, nur komplett schreiben...wird eher niemand machen.

PS: eventuell wenns ein Gerät werden soll, das Profiansprüchen entspricht bzw Industriel genutzt wird mal mit SPS beschäftigen. Die sind lange nicht mehr so teuer wie sie mal waren. Für 200 Euro bekommt man da schon ordentliche Hardware. Nur muss man das entscheiden bevor man loslegt, da die Sensorig völlig anders ist. Halt alles auf 24V aufbaut.

Wenn du das Gesamtsystem mit nem Arduino steuern willst, ist das OK und durchaus zu machen.

Die Etikett-Abroller jedoch ... da würde ich auf etwas Fertiges zurückgreifen. Da stecken Jahrzehnte Entwickler-Erfahrungen drin. Das ist so spezielle Mechanik ... Mag durchaus sein, dass da etwas Selbstgebautes auch zeitweise funktioniert, aber zuverlässig wird das bestimmt nicht.

Aber Etiketten sind ohnehin sowas von Vorgestern. Wenn du wirklich mit der Zeit gehen willst, dann verzichte auf Etiketten und beschrifte die Kanister mittels Inkjet oder Laser direkt beim Vorbeifahren.

Beispiele:

https://www.tradeindia.com/fp1438544/Handheld-Ink-Jet-Printer-Speed-i-Marker.html

Die Links sind nur zur Inspiration, mir ist klar, dass sowas teuer ist. Aber HP-Kartuschen kann man mit einem Arduino auch ansteueren, ebenso Laser-Scanner. Mit Letzterem hantiere ich zur Zeit ... als Ablenkeinheiten benutze ich zwei Galvos aus der DJ-Szene hinter einem DAC am Arduino ...

als Ablenkeinheiten benutze ich zwei Galvos aus der DJ-Szene hinter einem DAC am Arduino

Sehr interessant - hast Du eine (oder mehrere) Quelle(n) für die Galvos?
Oder einen übrig, den Du loswerden willst :smiley: