OT: lautsprecherboxen anschließen und impedanz

hi,

hat nix mit arduino zu tun, aber wir diskutieren grad in der firma (man langweilt sich sonst ja).

frage: wenn man an einen stereoverstärker, der empfohlen 8 - 16 ohm draufstehen hat, was passiert, wenn man mehrere boxen pro kanal dranhängt?

jede box hat ja auch ohm angegeben. berechnet man dann, was gesamt rauskommt (bei allen boxen pro kanal) genauso, wie bei widerständen?

"üblicherweise" hängen die leutchen ja immer alle boxen parallel an, also würde man die gesamt-ohm über die reziprokwerte berechnen. wenn man jetzt auf einen zu niedrigen wert kommt, kann man das durch eine weitere box in serie wieder ausgleichen?

falls ja, spielt es eine rolle (von den ohm abgesehen), ob die boxen verschieden sind (größe, watt usw.).

mir ist schon klar, daß die ohm nicht den widerstand angeben, sondern die impedanz (was auch immer das ist, jedenfalls für einen nichtelektroniker nichts faßbares, drum frag' ich ja).

aber wie kann man bei sowas aurechnen, wie man die boxen am besten anschließt, und ist seriell überhaupt möglich?

gruß stefan

Am besten einen gescheiten Verstärker kaufen, der mit 4 oder besser 2 Ohm klar kommt :smiley:
Zum Anschließen der Boxen kann man fürs erste von ohmschen Widerständen ausgehen. Von da her ist eine Reihenschaltung natürlich sinnvoller.
Jetzt denken wir einen Schritt weiter - mit Wechselstrom. Bei 2 baugleichen Boxen werden sich beide auch wechselstrommäßig gleich verhalten. Blöd wird es allerdings bei der Reihenschaltung unterschiedlicher Modelle, da die sicherlich nicht die selben Frequenzweichen haben werden und somit bei der Reihenschaltung jede auch Einfluss auf den Frequenzgang der Anderen nimmt.
Also: siehe Punkt 1. gescheiten Verstärker kaufen, oder je Boxenpaar einen Verstärker. Im Car-Hifi Bereich gibt es Verstärker, die auch mit Lasten unter 1 Ohm umgehen können 8)
Wobei mir mein 12"er im "Hamsterkäfig" nebst 500W Monoblock für den Bass ausgereicht hat. Damit er nicht einbrach, einen 1F Elko nebst 2x 16 Quadrat direkt von der Batterie weg. Die normalen Lautsprecher konnte das Radio mit 4x 50W ausreichend bedienen. Wobei ich die "Klingeldrähte" die für die Lautsprecher standardmäßig liegen ignoriert habe und vernünftiges 2,5 Quadrat gezogen habe und bei den Lautsprechern auch die mit Papiermenbrane rausgeworfen habe uch was Gescheites mit PP Membrane und Ferrofluid Hochtöner.
Das macht den Unterschied, von vorher gefühlter Bahnhofsdurchsage zu klarem Klang.

hi,

hab' ich vergessen zu sagen:
es geht mir nicht darum, eine anlage zusammenzustellen, das würde ich sicher anders angehen und nicht so dumme fragen stellen,

nein, dumme leute haben in einem lokal vier boxen pro kanal parallel angeschlossen, jetzt ist der verstärker kaputt. wenn ich mit ohm'schen widerständen rechne, komme ich auf 1,2 ohm pro kanal. aber ist eine solche berechnung wie mit ohmschen widerständen überhaupt zulässig?

und wie macht man das am besten in der zukunft? grad in lokalen kommt es immer wieder vor, daß was "dazu" angeschlossen wird. einmal wird ein zusätzlicher raum beschallt, das nächste mal hängt der DJ bei einem fest, wie in diesem fall, seine boxen dazu.
davon abgesehen, daß es "nicht so sein sollte", es wird sowieso passieren (lokalbesitzer und DJ sind frauen, erzähl denen mal was). wie kann man das risiko so klein wie möglich halten? durch berechnung wie ohm'sche widerstände?

gruß stefan

Hallo Stefan, ja wie bei Widerständen. z. B. 2 parallel und einer in Reihe.

Gunther

nein, dumme leute haben in einem lokal vier boxen pro kanal parallel angeschlossen, jetzt ist der verstärker kaputt.

Klar, die Impendanz wurde gesenkt und entsprechend haben sie mehr Strom gezogen.

Schau mal hier. So schaltet man 4 (baugleiche) Lautsprecher gleicher Impendanz zusammen.

und wie macht man das am besten in der zukunft? grad in lokalen kommt es immer wieder vor, daß was "dazu" angeschlossen wird. einmal wird ein zusätzlicher raum beschallt, das nächste mal hängt der DJ bei einem fest, wie in diesem fall, seine boxen dazu.

Wenn also alles passieren kann, wuerde ich einen Verstaerker kaufen, der einen Ueberlastschutz eingebaut hat und am besten auch kurzschlussfest ist...

Gruss,

Helmuth

Indicativ sicher ohmsch nach Parallell - Serienschaltung. Genau mittels Vektorberechnung ohmscher Widerstand / Induktivität. Da muß man aber diese Werte kennen bzw diese für mehrere Frequenzen berechnen.

gehen wir mal von alles gleichen Lautsprechern aus.
Was besser ist, Reihe - Paralellschaltung:

Bei Reihenschaltung wird der Gesamtwiderstand größer und die Leistung pro Lautsprecher halbiert sich.
Bei Paralellschaltung wird der Gesamtwiderstand kleiner und die Leistung pro Lautsprecher halbiert sich.

In beiden Fällen muß der Ausgangwiderstand des Verstärkers gleich dem der zusammengeschaltenen Lautsprecher sein. Ansosnsten kann der Verstärker kaputtgehen oder die Abgegebene Leistung ist kleiner.
Wenn Du 4 Lautsprechen in serie/paralellschaltest damit der gleiche Gesamtwiderstand herauskommt hast Du dann aber 1/4 der Leistung an jedem Lautsprecher.

Wie wird das zB in Kinos gemacht: Man hat viele Verstärker und viele Lautsprecher.

Grüße Uwe

hi,

leute, ich danke Euch für die schnelle hilfe. ich hatte es meinem kollegen so erklärt wie bei ohm'schen widerständen, war dann aber unsicher von wegen widerstand <> impedanz. aber wenn's pi * daumen hinkommt, reicht das schon.

letzte frage: wie ist das dann bei verschiedenen lautsprechern. ganz extrem (war zwar hier nicht der fall, aber...):

jetzt hätten die im gastraum 3 größere boxen pro kanal (seriell-parallel, so daß es stimmt) und wollen für's klo eine kleine dazuhängen; seriell kann ich mir nicht vorstellen, weil ja dann der ganze strom der großen boxen durch die kleine mit ihren dünnen spulendrähtchen fließt.

sollte man dann die kleinen parallel dazuhängen, bei der berechnung aber auch voll mitrechnen oder ist der einfluß von kleinenen boxen auch kleiner (kann ich mir aber nicht vorstellen)?

gruß stefan

Es zaehlt nur die Impendanz. Also mitrechnen. Bei verschiedenen Impendanzen parallel/seriell zusammenschalten, bis die Summenimpendanz nicht unter dem liegt, was der Verstaerker kann. Leistungsverteilung beachten, die sich aus dem Netzwerk ergibt.

Aber die Sch**sshausbeschallung mit an die PA zu haengen, ist eine extrem von mir selbst zensiert und beeeeeep Idee. Sag das den Frauen!

hi,

nein, helmuth in diesem fall wurde das nicht gemacht. aber bei meinem geliebten, früheren stammwirten war das so.
auch eine wirtin übrigens, wobei allerdings sie eher vorsichtig und ihr mann der technische depp war.

btw.: es gibt nix schlimmeres, als wenn Dein stammwirt zusperrt. es ist zum heulen...

gruß stefan

Ich komm ja aus der Musikwelt.
Also, Boxen Impedanzen verhalten sich wie ohmsche Widerstände. D.h. die Impedanzen kann man so berechnen wie man auch mit "normalen" Widerständen rechnet.
1,2OHm an einem 8 Ohm Verstärker ist der tot.
Bei transistorverstärkern, und davon gehe ich hier mal aus, ist mehr immer besser. Also ruhig lieber eine höhere Impedanz wählen als zu wenig. Zwar läßt die Leisutng nach, aber das kann man getrost vernachlässigen. Denn für die doppelte Lautstärke braucht man die 10fache Leistung und das gilt eben auch umgekehrt.
Allerdings gibt es noch ein paar andere Regeln. z.B. die Leitungslänge. Du hast wenn du eine Box mit einem "normalen" Boxewnkabel anschliesst, ziemlich hohe Widerstände in der Leitung. D.h. wenn du z.B. 30m Kabel insgesamt hast, können das locker auch 1-2Ohm sein, d.h. die Hälfte der LEistung geht in die Luft. Nebenbei mögen es HiFi Verstärker gar nicht so lange Leitungen speisen zu müssen. Ab 10m sind neben den parasitären Widerstand (der die Leistung nur in Wärme umwandelt) auch noch parasitäre Kapazitäten und Induktivitäten im Spiel und im ungüstigsten Fall gibt das einen Schwingkreis, der auf einer Frequenz schwingt, die der Verstärker dann versucht auszugleichen und dann geht der VErstärker ganz schnell Rauchzeichen.
Dafür hat der gescheite Techniker ja die 100V Technik erfunden. Das ist eigentlich das richtige für Hintergrundbeschallung und Sprachdurchsagen, wenn man lange Leitungen und eine Leistungsanpassung haben möchte. Also ideal für größere Kneipen, Läden, Kaufhäuser usw. Und die Zeit, wo 100V Anlagen keine Musik übertragen konnten, sind zum Glück lange vorbei.
Noch ein Vorteil von 100V, man kann 0,75mm² Leitungen verwenden, da die Ströme nicht groß sind und man kann jederzeit zus Lautsprecher in die Leitung hängen, ohne auf die Impedanz zu achten. Nur die Gesamtleistung aller Lautsprecher muss dem des Verstärkers entsprechen. Dafür haben 100V Lautsprecher einen Wahlschalter für verschiedene Leistungen. Und man kann recht einfach jeden Lautsprecher mit einem Lautstärkeregelung ausstatten. Es gibt nur ein System, was vergleichbar wäre, aber deutlich teurer. Das sind aktive Boxen und eine NF Verkabllung. Die aber kostet deutlich mehr als das übliche 0,75mm² Kabel.

Ach noch was die Leistung verteilt sich bei paralle/seriell System natürlich auch entsprechend.
Beispiel:
du hast im Schankraum 2 große Boxen mit jeweils 4 Ohm und willst eine kleine 8 Ohm ins Klo setzten.
Und sagen wir mal du hast 2x500W an 4 Ohm, dann ist es eine beschissene Idee, die beiden Großen in Reihe und dazu parallel dann die Kleine zu plazieren.
Denn so kriegen beide großen 250W und die Kleine die anderen 250W. Und regeln kannste da nix.
Andere Variante: Beide großen Boxen jeweils an einen Ausgang und die kleine dann seriell an eine der beiden Leitungen. Auch doof.
Lösung entweder

  • kein Stereo (brauchst du in einer Kneipe eh nicht). Verstärker auf Mono schalten und die kleine an einen Ausgang und die beiden Großen seriell an den anderen Ausgang. Dann kannst du nämlich mit dem Balanceregler die Lautstärke im Klo regeln.
  • kleinen Extraverstärker für die Minibox spendieren, oder gleich eine kleine Aktivbox kaufen.

Bei 100V würde man das an 2 getrennte Linien hängen und diese dann entsprechend regeln. Ein 100V Verstärker mit mehreren Linien bietet normalerweise pro Linie einen eigenen Lautstärkeregler an.

hi,

willie, im ersten moment klang das mit dem balanceregler großartig, weil stereo im lokal ja wirklich kontraproduktiv ist.
nur leider ist mir dann eingefallen, daß es höchstens eine halbe stunde dauert, bis der erste angeheiterte idiot kommt, der sich super auskennt und "nachregelt", damit das "besser" klingt. und dann ist als erstes der balanceregler in der mittelstellung.

wie ist das eigentlich mit aktivboxen? wenn ich jetzt so eine seriell-parallel-kombi mit drei boxen habe, wie schließe ich dann zusätzlich die aktivboxen an? muß ich die im gesamtsystem berücksichtigen? das heißt, haben die auch eine impedanz, die ich reinrechnen muß?

gruß stefan

PS.: ich habe nicht vor, irgendwas in diesem lokal anzugreifen, alleine schon, weil ich nie dort hinkommen werde, ist im dorf meines kollegen. aber es interessiert einen schon.

Entweder du hast einen eigenen Ausgang mit Linepegel (also irgendwas mit Cinch Steckern, z.B. Tape-Out oder sowas) oder du mußt einen Adapter in die Lautsprecherleitung einschleifen. Die Impedanz kannste dann vernachlässigen, weil die normalerweise >10kOhm ist.

willie1968:
Also, Boxen Impedanzen verhalten sich wie ohmsche Widerstände. D.h. die Impedanzen kann man so berechnen wie man auch mit "normalen" Widerständen rechnet.

Sorry, aber das stimmt so nicht.

Eine Impedanz ist Frequenzabhängig und für Lautsprecher üblicherweise bei 1kHz definiert.
Bei Reihenschaltung bedeutet das: Nur bei exakt baugleichen Lautsprechern teilt sich die Leistung auf.

Beispiel: eine große, fett Bassbetonte Box in Reihe mit einem kleinen billigen Plastikböxlein. Beide 4 Ohm Imdedanz. Ergebnis: keine Bässe! Bei niedrigen Frequenzen hat die kleine Box die größere Impedanz, an der fällt auch die meiste Spannung ab. die große Box, die eigentlich die Bässe könnte, kriegt wenig Spannung ab.

Fazit:

  • Reihenschaltung von Lautsprechern ist Käse, das funktioniert nicht. die Impedanzkennlinien passen nie zusammen!
  • Parallelschaltung funktioniert, ist aber nur bei entsprechenden Verstärkern anzuraten, die die niedrige Impedanz können und/oder Überlastfest sind.
  • am besten pro Lautsprechersatz einen eigenen Verstärker, dann kann man auch die Lautstärke einzeln anpassen.

Damit wollt ich garnicht erst anfangen. Weil wie man es dreht oder wendet, seriell oder parallel, ist wurscht, verschiedenen Lautsprecher an einem Ausgang ist immer blöd.

btw.: es gibt nix schlimmeres, als wenn Dein stammwirt zusperrt. es ist zum heulen...

oh man, das ist bitter ...