Relais am Arduino

Guten Abend,

in diesem Projekt soll es um die Steuerung mehrerer 230V AC Geräte (keine induktive Lasten) gehen.

Nachdem es lt. meiner Recherche keine professionellen 230V AC Relais aus dem "Arduino-Baukasten" gibt und ich den angebotenen (z.B. 8-Kanal Relais Modul 5V/230V) nicht traue, kam die Überlegung auf, mittels einer Niedervolt-Relais-Karte (z.B. Relaiskarte DAYPOWER RB-8/5V, 8-Kanal) 230V AC Hutschienenrelais (z.B. S12-100-12V :: Stromstoßschalter - 1 Schließer, 12V) zu betätigen.

Wie bewerten sie diese Idee?

Vielen Dank vorab!

das wäre imho eine saubere Variante wie man 230V umgehen kann.
Nur eins gebe ich zu bedenken, bei der Verwendung eines Eltakos/Stromstoßschalter hast du nur die Möglichkeit dieses "Umzuschalten", in welcher Stellung das Relais aktuell ist, müsstest du über weitere Methoden in Erfahrung bringen.

Alternativ finde ich die Modelle von Sonoff Itead interessant: Industriell gefertigte Module auf Basis ESP8266/ESP8285 und somit über die Arduino IDE programmierbar.

Z.B.:

alex1737:
kam die Überlegung auf, mittels einer Niedervolt-Relais-Karte (z.B. Relaiskarte DAYPOWER RB-8/5V, 8-Kanal) 230V AC Hutschienenrelais (z.B. S12-100-12V :: Stromstoßschalter - 1 Schließer, 12V) zu betätigen.

Die Hutschienenrelais sind bestimmt eine gute, saubere Idee. Du kannst sie aber auch per Transistor ansteuern. Bei mehreren Relais bietet sich der ULN2003 als Treiber an.

Ich würde für sowas Solid State Relais nehmen, z.B. sowas.

Solid State Relais ja, aber im Fall von Wechselspannung immer nullspannungsschaltend z. B. dieses hier

Dieses ist sehr günstig und beinhaltet gleich zwei Schließer.

Hi

Anders, als im Bild von Theseus, plädiere ich aber dringend darum, die Phase vom Relais schalten zu lassen und den Neutralleiter an der Fassung anzulegen.

  1. man schaltet keinen N (okok ... es gibt wohl auch Situationen, in Denen Das gemacht wird - HIER aber nicht!)
  2. bei ausgeschaltetem Leuchtmittel liegt auch auf dem Gewinde (gehe von E27 aus) die Phase an
  3. alle Drähte bis zum Relais sind 'heiß' und damit potentiell gefährlich, gerade, weil diese Gefahr bei AUS anliegt

Besonders Punkt 2 lässt die Anzahl der Witwen steigen!!

MfG

postmaster-ino:
Hi

Anders, als im Bild von Theseus, plädiere ich aber dringend darum, die Phase vom Relais schalten zu lassen und den Neutralleiter an der Fassung anzulegen.

Danke für den absolut richtigen und wichtigen Hinweis. Das habe ich übersehen, als ich auf die schnelle eine Schaltung suchte.

Zunächst vielen Dank für die kompetenten und unerwartet schnellen Antworten!

@noiasca: Die Idee, einen Stromstoßschalter zu verwenden kommt daher, dass die Schalterstellung auch bei einem kurzzeitigen (Strom-)Ausfall der Steuerung erhalten bleibt.

Die Umsetzung mit SSR sagt mir dennoch am meisten zu.
@MiReu: Warum soll speziell im Fall von Wechselspannung ein nullspanungsschaltendes Relais verwendet werden?

Ist dann überhaupt noch eine Ansteuerung des SSR über die o.g. 8fach-Niedervol-Relaiskarte nötig? M.E. kann man diese SSR direkt vom Board mit 5V ansprechen.

alex1737:
Zunächst vielen Dank für die kompetenten und unerwartet schnellen Antworten!

@noiasca: Die Idee, einen Stromstoßschalter zu verwenden kommt daher, dass die Schalterstellung auch bei einem kurzzeitigen (Strom-)Ausfall der Steuerung erhalten bleibt.

Die Umsetzung mit SSR sagt mir dennoch am meisten zu.
@MiReu: Warum soll speziell im Fall von Wechselspannung ein nullspanungsschaltendes Relais verwendet werden?

Ist dann überhaupt noch eine Ansteuerung des SSR über die o.g. 8fach-Niedervol-Relaiskarte nötig? M.E. kann man diese SSR direkt vom Board mit 5V ansprechen.

Die geschalteten Zustände kannst im EEProm des Controllers speichern. Dann wird nach einem Stromausfall der letzte Zustand wieder hergestellt.
Die gezeigten SSR kannst du direkt mit dem Arduino ansteuern und eine Relaiskarte brauchst du dazu nicht.

Oder du nimmst gleich sowas für die Hutschiene
Relaiskarte

Naja, "Nullspannungsschaltung" geht nur bei Wechselspannung und hat den Vorteil dass die Last eben dann eingeschaltet wird wenn sich die Sinuswelle gerade am Nullpunkt befindet und somit die Spannung "langsam" erhöht wird.

Ein Beispiel, ist es dir nicht auch schon mal passiert, dass beim Einschalten der Zimmerbeleuchtung die "Birne" kaputt gegangen ist? Dies lag, vermutlich, daran weil die Welle gerade am höchsten Punkt war und somit zu viel Spannung am Glühfaden anlag. Mit einem "Nullspannungsschalter" wäre dies nicht passiert. Auch ist so eine Schaltung besser für das gesammte Netz, je nach Last des Verbrauchers.

Man könnte jetzt noch einige mehr Beispiele bringen, aber wenn ich 230 V Verbraucher elektronisch schalten möchte, dann kommen bei mir schon seit min. 30 Jahren nur solche "Relais" zum Einsatz (wenn es nicht schon auf der Steuerungsplatine eingeplant ist, bei Eigenentwicklungen)

Ach, noch ein Beispiel, kennst du den "Einschaltknackser" aus der Stereoanlage? Kommt auch daher.

Gruß

MiReu